Deutschland sucht den Superstar – hinter Guardiola‎

Deutschland sucht den Superstar – hinter Guardiola‎

Dennoch: Auch viele Spieler haben das Potenzial, den Schritt auf die ganz große Bühne zu schaffen.

Als Pep Guardiola nach der Supercup-Pleite gegen Borussia Dortmund in den Katakomben des Signal-Iduna-Parks sein Töchterchen Valentina in die Arme schloss, tat er das nicht unbemerkt. Überall, wo sich der neue Trainer des Triple-Gewinners FC Bayern seit seiner Ankunft in München zeigt, herrscht Ausnahmezustand, klicken Kameras und recken Fans die Hälse. Die Frage, wer der Top-Star der neuen Saison werden wird, stellt sich schon jetzt nicht mehr. Es ist kein Spieler, sondern der Fußballlehrer Josep Guardiola i Sala.

Sportdirektor Matthias Sammer, in München fürs Erden zuständig, zog ganz schnell die Handbremse. "Wir sind stolz, dass der begehrteste Trainer der Welt hier ist", sagte Sammer, aber er wolle "in dieser ganzen Euphorie nicht vermitteln, dass wir blind vor Freuden-Trunkenheit durch die Gegend laufen."

Trotz aller Pep-Mania haben auch einige Profis das Potenzial, in der kommenden Spielzeit weltweite Beachtung zu finden. Der Wunschspieler des großen Guardiola gehört zwangsläufig dazu. "Thiago oder nix", sagte der Spanier, also überwiesen die Bayern für den Landsmann des Trainers umgehend 25 Millionen Euro an den FC Barcelona.

Gewaltige Erwartungen begleiten den 22-Jährigen seitdem, zumal ihn Guardiola ungeachtet der anderen Bayern-Stars im Mittelfeld anscheinend zum Dreh- und Angelpunkt machen will. Selbst Mario Götze rückte nach seinem viel diskutierten Wechsel von Borussia Dortmund an die Isar vorerst wieder ins zweite Glied - zumindest medial.

Natürlich können auch zahlreiche weitere Spieler des Triple-Siegers zu Superstars der kommenden Saison werden, allen voran "Fußballer des Jahres" Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry, Kapitän Philipp Lahm oder Thomas Müller. Fest steht: Der inoffizielle Titel des "Stars der Spielzeit 2013/14" wird später als gewohnt vergeben, denn wer wahrer König werden will, sollte auch in Brasilien den WM-Titel holen.

Für die Neuen von Herausforderer Borussia Dortmund wird es da schon eng. Der Armenier Henrich Mchitarjan und der Gabuner Pierre-Emerick Aubameyang werden, so viel ist sicher, in diesem Leben keine Weltmeister mehr. Dennoch könnten sie sich Hoffnungen machen auf einen gewaltigen Sprung. "Ganz ehrlich: Er erinnert mich an Shinji Kagawa", sagte Mittelfeld-Stratege Nuri Sahin mit Blick auf den noch verletzten Mchitarjan.

Wer nicht in München oder Dortmund spielt, geht vom Start weg mit riesigem Rückstand ins Star-Rennen. Die Triple-Bayern und der entthronte Meister von 2011 und 2012 stehen ständig im medialen Blickpunkt. Doch es gibt auch Pflanzen, die im Schatten besser gedeihen.

Herausforderer Schalke 04 etwa holte in Leon Goretzka (18) vielleicht einen weiteren Superstar von morgen ins Team. Max Meyer (17) und Julian Draxler (19) sind schon länger da - und bleiben auch noch. Draxler schlug Traumangebote von Klubs aus Spanien und England aus, die allesamt gewillt waren, sofort die festgeschriebene Ablöse von 45,5 Millionen Euro zu überweisen. Damit ist Draxler vielleicht der Spieler, der neben den Akteuren aus München und Dortmund am meisten unter Beobachtung steht.

Seine Begründung für den Verbleib in Gelsenkirchen lässt auf einen klaren Plan und viel Reife in jungen Jahren schließen. "Die WM steht nächstes Jahr auf dem Programm, und ein Wechsel birgt immer auch ein Risiko", sagte Draxler: "Bei Schalke habe ich aber die Perspektive auf eine Führungsrolle, die ich bei anderen Vereinen noch nicht hätte." Selbst Ausnahme-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der in dem Ex-Mainzer Adam Szalai neue Konkurrenz bekommen hat, steht auf Schalke mittlerweile im Schatten des Jungstars.

Gleichwohl könnte es auch der "Hunter" sein, der seinen Klub als herausragender Spieler ins Glück führt, darüber hinaus ist in der Liga das Star-Potenzial allerdings eher gering. Bayer Leverkusen, ohnehin vergleichsweise blass, hofft nach dem Abgang von André Schürrle zum FC Chelsea auch auf der großen Champions-League-Bühne auf Torschützenkönig Stefan Kießling und Neuzugang Heung-Min Son. Dass Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) oder Joselu (Eintracht Frankfurt) schon, oder Rafael van der Vaart (Hamburger SV) oder Diego (VfL Wolfsburg) noch das große Rad drehen können, darf eher bezweifelt werden.

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