Champions League: Salzburg trauert, der ORF kann sich freuen

Champions League: Salzburg trauert, der ORF kann sich freuen

Red Bull Salzburg hat das entscheidende Play-off-Duell gegen den schwedischen Meister Malmö FF klar mit 3:0 verloren und damit auch im siebten Versuch den Einzug in die UEFA Champions League verfehlt. Die erhofften UEFA-Millionen bleiben damit weiter aus. Als Trostpflaster bleibt die Europa League. Der ORF ist in Österreich der einzige Gewinner.

Es war angerichtet für Red Bull Salzburg . Nach sechs gescheiterten Anläufen sollte, wollte, ja musste man diesmal in die UEFA Champions League, die Königsklasse des europäischen Klubfußballs.

Nach dem 2:1 Heimsieg im Hinspiel der letzten und entscheidenden Play-off-Runde gegen den schwedischen Meister Malmö FF flogen die Salzburger mit stolzgeschwellter Brust nach Malmö. Mit dem festen Vorsatz, den Sack zuzumachen. Ja, das unnötige, in Salzburg in letzter Minute eingefangene Gegentor wurmte. Aber das war ein Ausrutscher, eine Unachtsamkeit. Ansonsten hatte man im Heimspiel den Gegner über die gesamte Spielzeit dominiert und haderte eher mit der eigenen Unfähigkeit, den Ball in den Maschen des Tornetzes zu versenken als mit der Stärke der Gegenspieler.

8,6 Millionen für die Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Champions League waren im Jackpot, dazu noch Punkteprämien, Siegprämien, lukrative Sponsor- und Werbedeals und obendrein auch noch die potenzielle Wertsteigerung der Spieler, wenn sich diese entsprechend präsentieren. Red Bull Salzburg verpasste aber die Gelegenheit, den Jackpot zu holen und ließ ihn stattdessen auf dem Rasen des Stadions von Malmö liegen. "Wir arbeiten das ganze Jahr darauf hin, und dann ist in 90 Minuten alles zunichte", meinte der Salzburg-Spieler Stefan Ilsanker resignierend.


Bild: © Screenshot www.redbulls.com/de

ORF als einziger österreichischer Sieger

Red Bull Salzburg hatte in Malmö tatsächlich 90 Minuten lang nichts zu bestellen. Kam erst in der Schlussminute durch einen fürchterlichen Patzer des schwedischen Tormanns zu einer echten Großchance und vergeigte auch diese. Ansonsten machten die Schweden das Spiel. Auch Puls 4 Kommentator Christian Nehiba konnte das Spiel der Salzburger nicht mehr schön reden. Für den TV-Sender, der für die Übertragungsrechte für die UEFA Champions League Millionen gezahlt hat, wäre eine österreichische Beteiligung natürlich auch wichtig gewesen, denn Champions League Spiele mit heimischen Mannschaften sind Quotenrenner und -Garanten. In den Statistiken der TV-Sender liegen diese weit vor allen anderen Übertragungen.

Über das Ausscheiden der Salzburger freuen kann sich in Österreich hingegen der ORF. Auch wenn man das kurz nach dem Debakel von Malmö keinesfalls zugeben wird. Und offiziell auch niemand sagen wird, dass man am Küniglberg insgeheim dem Malmö FF die Daumen gedrückt hat.

Aber Salzburg wird nun in der Saison 2014/15 wieder in der UEFA Europa League spielen, und die Übertragungsrechte dafür liegen beim ORF. Dass nun dort in der Gruppenphase zumindest ein österreichischer Verein mitmischt ist ein Segen, denn nur mit einer österreichische Beteiligung können mit Europa League Übertragungen nennenswerte Quoten erreicht werden.

Dass Rapid gegen Helsinki noch das Wunder schafft und ebenfalls noch der Sprung in die Europa League gelingt hofft man zwar (TV-Übertragung: Donnerstag, 28.8. ab 20:15 in ORFeins und Live-Stream in der ORF tvthek unter tvthek.orf.at , die Wettquoten dafür stehen jedoch nach der 1:2 Niederlage im Hinspiel in diametralem Gegensatz zu den TV-Quoten, die in Österreich damit einher gingen.

Fußball im Fernsehen ist ein Heimspiel. Ausnahmen gibt es wenige FC Bayern, mit Abstrichen noch FC Barcelona, Real Madrid und eventuell Manchester United. Aber auch nur dann, wenn deren Gegner entsprechend klingende Namen haben.

Die Auslosung für die Europa League findet am Freitag, den 29. August in Monaco statt. Der erste Spieltag der Gruppenphase mit red Bull Salzburg ist der 18. September.

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