Borussia Dortmund: Das erste Endspiel schon im November

Borussia Dortmund: Das erste Endspiel schon im November

Für den Einzug ins Achtelfinale benötigt der BVB zwei Siege in den beiden restlichen Gruppenspielen, um sicher in der Königsklasse zu Überwintern.

Für den Finalisten der Vorsaison kommt das "Endspiel" diesmal schon im November. Wohl und Wehe von Borussia Dortmund in der Champions League entscheiden sich in drei Wochen im Heimspiel gegen den SSC Neapel. "Mehr als diese Perspektive kann ich heute nicht bieten", sagte Jürgen Klopp nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Arsenal. Die Miene des BVB-Trainers verriet tiefen Frust, als er von einem "gebrauchten Tag" und einer "unnötigen Niederlage" sprach, die sich "fies" anfühle.

Am Tag nach dem bitteren Rückschlag wirkte Klopp wieder gefasst und versuchte, in der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Gastspiel am Samstag in Wolfsburg die erste Niederlage nach zuvor sieben Heimsiegen in der Königsklasse in Folge zu erklären: "Man muss wissen, dass die Jungs auch Menschen sind, bei denen an einem Tag viele Entscheidungen sitzen, an anderen Tagen eben nicht. Wenn man die Dinge richtig einschätzt, kann man auch Positives daraus ziehen", sagte der 46-Jährige. Das wird auch vonnöten sein.

Verzwickte Lage

Denn die Lage für die Borussen in der Gruppe F ist prekär: Der BVB muss am 26. November im eigenen Stadion gegen das um drei Punkte bessere Neapel mit 1:0 oder zwei Toren Differenz gewinnen, um nach dem 1:2 im Hinspiel auch den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, bevor es am 11. Dezember zu Olympique Marseille geht. Der direkte Vergleich mit Arsenal geht nach dem 2:1 im Hinspiel an den BVB.

Das war aber auch schon die beste Nachricht nach einem lange Zeit einseitigen Fight. Sollte es in einem Duell auf Augenhöhe einer Bestätigung für die Floskel "Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten" bedurft haben, am Mittwochabend bei englischem Wetter gegen den Tabellenführer der Premier League wurde sie geliefert. Die Partie führte den 60.829 erwartungsvollen Zuschauern brutal vor Augen, wie Bundesliga-Schützenfeste wie das 6:1 am vergangenen Samstag gegen Stuttgart einzuordnen sind.

Nur das Ergebnis zählt(e)

"Fußball ist ein Ergebnissport", stellte Klopp nach der ersten Europacup-Heimniederlage des BVB gegen einen englischen Klub nüchtern fest, bevor er sich ein Lächeln abquälte und erklärte: "Arsenal macht den Ball mit dem ersten Torschuss rein. Es fällt schwer, das Spiel zu analysieren, aber es fühlt sich ungerecht an." Denn vor dem Gegentreffer standen bereits elf Torschüsse der Schwarz-Gelben in der Statistik.

Torhüter Roman Weidenfeller, der unter Beobachtung von Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne gestanden haben dürfte, machte seiner Enttäuschung Luft: "Fußball kann so ungerecht sein." Man habe die größeren Spielanteile gehabt, auch die größeren Chancen.

Vollgas gefahren

Bis zu jenem Treffer von Aaron Ramsey (62.), den ein Fehlpass von Sokratis einleitete, mühte sich die Borussia mit ihrem Vollgas-Fußball um eine verdiente Führung gegen eine gut organisierte Arsenal-Defensive mit einem starken Nationalspieler Per Mertesacker. "Wir haben Arsenal bespielt, gut gearbeitet und vieles richtig gemacht, aber wir haben uns nicht belohnt. Was wir uns ankreiden müssen: Wir haben das Tor nicht gemacht", sagte Klopp.

Dass Dortmund auch effizient spielen kann, hatte es zwei Wochen zuvor in London bewiesen. Doch diesmal war das Quäntchen Glück aufseiten der Gunners, was auch Teammanager Arsène Wenger zugab: "Wir haben die nötige Geduld und auch Glück gehabt, das Tor zu machen. Es war ein bisschen wie im Hinspiel, diesmal jedoch auf der anderen Seite."

Arsenal, inzwischen in insgesamt 15 Auswärtspielen ungeschlagen, zeigte viel Respekt. "Wir wollten vermeiden, dass uns Dortmund überrennt, das haben wir vorwiegend in der ersten Halbzeit gut gemacht", meinte Mertesacker, der sich gedanklich schon mit dem Einzug ins Achtelfinale beschäftigen kann.

"Aber wir müssen ja auch noch nach Neapel", gab Wenger zu bedenken, deshalb freue er sich besonders über einen "großartigen Sieg". Der Gentleman unter den europäischen Spitzentrainern sprach von einem engen Rennen in einer sehr starken Gruppe, "in der am Ende eine der starken Mannschaften einen hohen Preis zahlen wird".

"Ich hoffe nicht, dass wir es sind", meinte Wenger und dürfte damit seinem Kollegen Klopp aus der Seele gesprochen haben. Einen Abstieg in die Europa League kann und will sich in und um Dortmund derzeit niemand vorstellen.

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