Bayern und Leverkusen nach CL-Auftakt verärgert

Verärgerung dominierte nach dem Champions-League-Auftakt sowohl bei Bayern München als auch Bayer Leverkusen die Gemütslage. Dabei hatte München sein ambitioniertes "Unternehmen Titelverteidigung" überaus überzeugend begonnen, während Leverkusen wieder einmal auf internationale Bühne Lehrgeld zahlte.

Bayern und Leverkusen nach CL-Auftakt verärgert

Bayern Münchens Bosse stapften wortlos aus dem Stadion, Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler polterte wie zu besten Weißbier-Wutreden-Zeiten: Nach dem Champions-League-Auftakt bestimmte Verärgerung bei beiden Bundesligisten die Gemütslage. Doch während bei den Bayern nach dem 3:0 (2:0) gegen ZSKA Moskau die "kontraproduktive Phantom-Diskussion" über die vorherige Kritik von Sportvorstand Matthias Sammer den gelungenen Start des "Unternehmens Titelverteidigung" überlagerte, echauffierten sich Völler und der Leverkusener Tross nach dem 2:4 (0:1) bei Manchester United über eine eklatante Fehlentscheidung der Schiedsrichter.

In München mischten sich die Spieler des Triple-Gewinners nicht in die Debatte über Sammers Mahnung vor Schlendrian ("Komfortzone") ein. "Ich muss jetzt nicht auch noch meinen Senf dazu geben", äußerte Nationalspieler Thomas Müller genervt und mit verdrehten Augen auch für seine gleichwohl irritiert wirkenden Kollegen. Sammer seinerseits dürfte sehr wohl registriert haben, dass die Bayern gegen den russischen Meister alles andere als Dienst nach Vorschrift ablieferten.

"Wir haben das sehr gut gemacht. Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung. Solch ein Spiel ist nach der letzten Saison nicht einfach. Diese Mannschaft ist unglaublich, sie wollen immer", lobte deshalb auch Trainer Pep Guardiola den weitgehend überzeugenden Auftritt des deutschen Rekordmeisters.

Die Leistungssteigerung gegenüber dem 2:0-Bundesliga-Pflichtsieg gegen Hannover 96 wollte aber keiner mit Sammers Angriffen in Verbindung bringen. "Wir wussten selbst, dass wir besser agieren müssen", meinte Kapitän Philipp Lahm. München habe "so viele gute und erfahrene Spieler. Wir wissen ganz genau, wann etwas gut war und wann nicht", fügte Robben an.

Offensichtlich hat sich "Motzki" Sammer mit seinem Auftritt wenig Freunde gemacht, auch wenn Guardiola nach dem Spiel noch einmal unterstrich, dass ihm der 46-Jährige "sehr viel" helfe: "Ich bin sehr zufrieden. Er ist einer der wichtigsten Menschen hier."

Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sehen das im Moment etwas anders. Nachdem Hoeneß schon am Montag Sammer in die Schranken gewiesen hatte, legte Rummenigge kurz vor dem Spiel via Sky nach und erteilte seinem Vorstandskollegen einen ungewöhnlich deutlichen Rüffel.

Er könne sich "nicht vorstellen, dass das dem Trainer gefallen hat - und uns hat's auch nicht gefallen." Für Rummenigge kommt die Diskussion zur Unzeit: "Wir waren noch nie so erfolgreich wie in diesem Jahr. Es gibt zwar den berühmten Satz 'Wehret den Anfängen', aber man kann auch mit solchen Äußerungen mediale Steilpässe abschießen, die dann am Ende des Tages kontraproduktiv sind." Rummenigge kündigte deshalb an, "dass wir mit Matthias reden werden, Uli Hoeneß und ich".

Ganz andere Probleme plagten Völler nach Spielschluss in Manchester. Wutschnaubend machte der Weltmeister von 1990 in der Schiedsrichter-Kabine seinem Unmut über Antonio Valencias eindeutige Abseitsstellung und anschließendes Foul gegen Bayer-Keeper Bernd Leno vor Manchesters Führung durch Wayne Rooney (23.) lautstark Luft. "Ich habe mich ein bisschen entladen, aber nicht schlimm, berichtete Völler hinterher.

Seine Verärgerung war berechtigt, denn die krasse Fehlentscheidung des Teams um Schiedsrichter Damir Skomina (Slowenien) war für die Zunft der Referees peinlicher als Rooneys Schuss neben Bayers leeres Tor für die Stürmergilde. Schließlich geschah das Foul an Leno nur zwei Meter vom "Typ neben dem Pfosten" (Völler) entfernt.

"Ich weiß gar nicht, was die Aufgabe des Torrichters ist. Das war klarer als klar. Die stehen da einfach nur rum und meckern den Torwart an", schimpfte auch Leno. Bayer-Kapitän Simon Rolfes spottete: "Da stehen fünf Schiedsrichter rum. Aber die waren offenbar mehr damit beschäftigt, Fotos zu machen und in soziale Netzwerke zu stellen. Da darf man auch mal fragen, ob das professionell ist. Das sollten wir Spieler mal tun..."

Die Rheinländer kehrten aber auch vor der eigenen Tür. "Es ist alles scheiße gelaufen", meinte Sidney Sam: "Aber wir müssen uns an die eigene Nase packen, weil wir zu passiv waren."

Lionel Messis "Willkommenspaket" enthielt auch Kryptowährung

Der neue Star vom französischen Vize-Meister Paris Saint-Germain erhielt …

Verheerende Bilanz bei Austria Wien - Red Bull Salzburg bleibt Nummer 1

Verheerende Bilanz bei Austria Wien - Red Bull Salzburg bleibt Nummer 1

Traditionsklub Austria Wien schreibt neben einem Verlust von über 18,8 …

Fußball-EM 2020 von UEFA wegen Coronavirus verschoben

Die Entscheidung ist fix: Der europäische Fußballverband UEFA verschiebt …

Fußball-TV-Rechte-Poker: DAZN und Amazon spielen Sky an die Wand

Der britische Privatsender Sky verliert die TV-Rechte für die Übertragung …