Bayer Leverkusen will Spitzenplatz und Imagewandel

Bayer Leverkusen will Spitzenplatz und Imagewandel

Bayer Leverkusen kann zum Auftakt des neunten Bundesliga-Spieltages durch einen Erfolg bei 1899 Hoffenheim zumindest vorübergehend Champions-League-Sieger Bayern München von der Tabellenspitze verdrängen. Die Kraichgauer allerdings gehen gegen ihren Angstgegner selbstbewusst ins Spiel.

Über die Tabellenspitze in die Herzen der Fans: Bayer Leverkusen will sich beim ausgerufenen Imagewandel der beste Werbeberater sein. Der mögliche Sprung auf Platz eins der Fußball-Bundesliga durch einen Sieg zum Auftakt des neunten Spieltag am Freitag (20.30 Uhr/Sky) ausgerechnet im Duell der Plastik-Klubs bei bei 1899 Hoffenheim wäre für die Rheinländer die denkbar stärkste Eigenwerbung, auch wenn Triple-Gewinner Bayern München und Vizemeister Borussia Dortmund keine 24 Stunden später wieder an Bayer vorbeiziehen können.

Für Teamchef Sami Hyypiä allerdings ist das Ranking in der momentanen Phase der Saison nahezu ohne jeglichen Belang. "Alles, was zählt, sind die drei Punkte. Im Oktober bekommt man keinen Preis für den ersten Platz."

Punkte statt Prestige - Hyypiäs Devise steht im Gegensatz zu den Überlegungen der Bayer-Strategen. Denn gerade Prestige fehlt dem langjährigen Werksverein, der zuletzt vor gut 44 Monaten nach einem kompletten Spieltag Spitzenreiter war, spürbar. "Wir müssen im Bereich Marketing, Kommunikation und PR etwas tun. Man hat gar nicht bemerkt, was Bayer 04 in der vergangenen Saison erreicht hat. Wir sind nicht richtig wahrgenommen worden", beschrieb Leverkusens neuer Geschäftsführer Michael Schade das Imageproblem des Klubs und kündigte eine Medienkampagne zur Wandlung des öffentlichen Erscheinungsbildes an.

Flankierende Maßnahmen durch das kickende Personal sind nur allzu sehr willkommen - und Hoffenheim kommt Leverkusen angesichts von neun Siegen in den bisherigen zehn Duellen ohne Niederlage recht. Doch Hyypiä, der während der Länderspielpause seine Trainer-Ausbildung durch eine Hospitanz bei Englands Nationalmannschaft vorantrieb, erwartet alles andere als einen Spaziergang an die Spitze. Zumal den Westdeutschen auch noch ihre erschreckende Unterlegenheit beim gleichwohl beachtlichen 1:1 vor der Liga-Pause gegen die Bayern gut in Erinnerung sein dürfte: "Da haben wir uns nicht gut verkauft, das können wir besser", mahnte Sportdirektor Rudi Völler.

Doch gerade wegen Leverkusens Remis gegen den Champions-League-Sieger redet 1899-Trainer Markus Gisdol sein Team bewusst in die Außenseiterrolle: "Ein 1:1 gegen Bayern schafft man nicht mal eben so. Deswegen ist das Spiel gegen Leverkusen für uns eine Herausforderung. Gegen solch einen Gegner brauchst du einen Spitzentag. Deswegen sind die Spiele gegen Bayer und danach bei Hannover 96 und gegen die Bayern auch Bonusspiele für uns, in denen niemand mit uns rechnet und jeder Punkt ein Zugewinn ist." Hoffenheims schwächste Bilanz gegen einen Bundesliga-Rivalen indes ist für den Coach kein Grund zur Furcht: "Bayer ist kein Angstgegner. Wir haben eine neue Konstellation."

Nach zuletzt nur einer Niederlage der Kraichgauer in fünf Pflichtspielen geht auch Torjäger Anthony Modeste alles andere als bescheiden ins Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer. "Mönchengladbach haben wir doch auch besiegt, gegen Schalke wären drei Punkte drin gewesen", konstatierte der Franzose im kicker-Interview nüchtern.

Allerdings sind dem sechsfachen Torschützen die Defensivmängel der momentan löchrigsten Liga-Abwehr (20 Gegentore in acht Spielen) auch nicht entgangen: "Wir sollten gemeinsam besser verteidigen und weniger Gegentore kassieren." Um "vernünftig" dazustehen, habe der Tabellenzehnte auch "noch viel Arbeit" vor sich.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hoffenheim: Casteels - Beck, Abraham, Vestergaard, Toljan - Polanski, Salihovic - Volland, Firmino, Elyounoussi - Modeste. - Trainer: Gisdol

Leverkusen: Leno - Donati, Wollscheid, Toprak, Boenisch - Castro, Reinartz, Rolfes - Sam, Kießling, Son. - Trainer: Hyypiä

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

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