Barca-Stars als Steuerhinterzieher: Messi, Neymar und nun Mascherano

Spanische Steuerfahnder haben wieder einmal zugeschlagen: Nun ist mit Javier Mascherano der nächste Fußballstar des FC Barcelona wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Der 31-jährige Argentinier hat einen satten Millionenbetrag am spanischen Fiskus vorbei hinterzogen. Er reiht sich sich somit in die Riege einiger prominenter Steuerhinterzieher, die noch auf ein Urteil warten.

Barca-Stars als Steuerhinterzieher: Messi, Neymar und nun Mascherano
Barca-Stars als Steuerhinterzieher: Messi, Neymar und nun Mascherano

Lionel Messi (li.) hat vorgelegt, Javier Mascherano folgt ihm: Nicht nur auf dem Spielfeld, sondern bei der Steuerhinterziehung.

Barcelona. Sie verdienen Millionengagen pro Jahr mit ihren Beinen, aber mit dem Finanzamt stehen sie auf Kriegsfuß. Und ihre Köpfchen nutzen sie offenbar nur bei der Vertragsunterzeichnung, um Millionen abzukassieren. Und nötigenfalls auf dem Spielfeld. Dass Fußballer gelegentlich gerne brutto mit netto verwechseln, ist wahre Realität. Gierige Spielervermittler und windige Berater spielen überdies mit den Kickern einen untauglichen Doppelpass, indem sie ihre Klienten nicht auf die gesetzliche Pflicht der Steuerzahlung zumindest hinweisen. Die Vokabel Steuerpflicht exisitert offenbar nicht.

Abermals ist mit Javier Mascherano ein Spitzenballesterer des FC Barcelona der Steuerhinterziehung überführt und angeklagt. Der argentinische Fußball-Star soll laut Staatsanwaltschaft dem spanischen Fiskus durch Einnahmen aus Bildrechten vorenthalten haben. Es geht dabei um die Jahre 2011 (587.822,01 Euro) und 2012 (968.907,76 Euro), in denen Mascherano in Summe mehr als 1,5 Millionen Euro hinterzogen hat.

Das Nachspiel

Der 31-Jährigen Mascherano ist geständig. Er hat seine Steuerschuld zwar beglichen und zusätzlich noch knapp 200.000 Euro überwiesen. Doch das könnte ihm im Falle eines Schuldspruchs bestenfalls positiv angerechnet werden. Denn in Spanien droht bei einer Steuerhinterziehung in dieser Höhe neben einem Bußgeld auch eine empfindliche Freiheitssstrafe.

Vor Mascherano hatten bereits seine Barca-Clubkollegen Lionel Messi und Neymar wegen Steuerhinterziehung Negativschlagzeilen geschrieben. Sie sind nach spanischem Steuerrecht Top-Verdiener und fallen unter den Spitzensteuersatz von 56 Prozent.

Satte Strafen

Superstar Messi und dessen Vater sowie Manager Manager Jorge Horacio wurde zur Last gelegt, in den Jahren 2006 bis 2009 dem Finanzamt 4,1 Millionen Euro an Steuern schuldig geblieben zu sein. Die Argentinier zahlten nach Einleitung der Ermittlungen 15 Millionen Euro Steuern an das Finanzamt nach.

Damit ist die Steuerakte aber noch nicht erledigt. Messi soll von der Steuerhinterziehung gewusst haben, behauptet die spanische Staatsanwaltschaft. Über Scheinfirmen sollen Werberechte via Belize und Uruguay abgerechnet worden sein, wo so gut wie keine Steuern bezahlt werden musst. Mitte Juni hat ein Gericht in Barcelona den Antrag des vierfachen Weltfußballers zurückgewiesen, die Ermittlungen gegen den Argentinier einzustellen. Zuvor war bereits die Staatsanwaltschaft mit dem Antrag gescheitert, das Verfahren gegen den Weltstar einzustellen.

Kommt es zu einem Verfahren, wird es für die Kicker unangenehm. In Spanien ist ab einer hinterzogenen Summe von 300 000 Euro eine Haftstrafe möglich. Der Strafrahmen bewegt sich zwischen zwei und sechs Jahren. Dazu kommt eine Nachzahlung an das Finanzamt, die bis das sechsfache der hinterzogenen Summe sein kann. Bei Messi wären das 24,6 Millionen Euro, die er als Strafe zu zahlen hätte. Mascherano müsste mit einer Geldstrafe von insgesamt sechs Millionen Euro rechnen.

Der brasiliansche Barca-Superstar Neymar hat indes Ärger mit dem Fiskus in Brasilien. Er soll von 2011 bis 2013 in seiner Heimat Brasilien Steuern in Höhe von 15 Millionen Dollar (13,45 Mio. Euro) hinterzogen haben. Im Fokus sind dabei Zahlungen im Zuge seines Wechsels vonm FC Santos nach Barcelona. Zahlungen erfolgten dabei über Gesellschaften von Neymars Eltern. Der Fiskus will diese Zahlungen, die nicht sauber versteuert wurden, dem Superstar selbst zugeordnet wissen. Die brasilianische Justiz blockierte deshalb in der Vorwoche auf Antrag der nationalen Finanzbehörde 188 Millionen Real (42,84 Mio. Euro) an Vermögen von Neymar, seiner Familie und mit ihnen verbundenen Firmen.

Das brasilianische Finanzstrafrecht sieht vor, dass bei Steuerhinterziehung eine Strafe von bis zu 150 Prozent der hinterzogenen Summe ausgesprochen werden kann. Neymar könnte das bis zu 22,5 Millionen Euro kosten.

Spanischer Bayern-Spieler

Und noch ein Spiler ist im Fadenkreuz der spanischen Steuerbehörden. Der Spanier Xabi Alonso soll seine Bildrechte nicht sauber versteuert haben, wie die Zeitung "El Mundo" in der Vorwoche berichtet hat. Die spanischen Finanzbehörden haben demnach bei der Staatsanwaltschaft in Madrid Anzeige wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung eingereicht. Im Falle einer Verurteilung müsste der 33-jährige Alonso knapp sechs Millionen Euro Strafe zahlen. Das Finanzamt fordert eine Nachzahlung von drei Millionen Euro, eine Strafe von 2,25 Millionen sowie 400.000 Euro Zinsen.

Alonso nahm bereits Stellung und betonte die fälligen Steuern bezahlt zu haben, wie es das Gesetz verlangt.

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