Österreich Remis gegen Schweden - Russland und Montenegro gewinnen

Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic (li.) fiel besonders wegen seiner reschen Spielweise auf, hier im Zweikampf mit Alexsandar Dragovic. "Ibra" stand haarscharf vor einem Platzverweis. Einen Ellenbogen-Check gegen David Alaba hatte der Referee übersehen.

Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic (li.) fiel besonders wegen seiner reschen Spielweise auf, hier im Zweikampf mit Alexsandar Dragovic. "Ibra" stand haarscharf vor einem Platzverweis. Einen Ellenbogen-Check gegen David Alaba hatte der Referee übersehen.

Nach dem Remis gegen Schweden zum Start der Fußball-EM-Qualifikation will das ÖFB-Team trotz verpasstem Heimsieg mitnehmen in die nächsten Spiele. Österreichs Gruppengegner Russland und Montenegro sind mit Siegen gegen Liechtenstein und Moldawien gestartet. Die Schweden wurden wegen ihrem "Bauernfußball" zuhause kritisiert.

Wien/Moskau/Podgorica Das Wunschergebnis ist es nicht: Dennoch wollen die Österreicher nach dem 1.1-Auftakt-Remis gegen Schweden den Schwung mitnehmen. Am 9. Oktober gehts im Auswärtsspiel gegen Moldawien, am 12. Oktober in Wien gegen Montenegro. Und am 15. November kommt zum Jahresabschluss 2014 Russland ins Wiener Ernst-Happel-Stadion. "Wir werden unseren Weg weitergehen", versicherte ÖFB-Torschütze David Alaba. Enden soll er bei der EM 2016 in Frankreich.

100-prozentig zufrieden könne man mit dem Auftakt nicht sein, betonte Alaba. "Aber wir müssen nach vorne schauen, es war erst das erste Spiel. Das Gute ist, dass wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren." Einzig die Chancenverwertung ließ wieder einmal zu wünschen übrig. Alaba: "Das müssen wir noch verbessern. Bei so knappen Spielen muss man die Chancen nützen, die man hat."

Der Bayern-Star traf in der 7. Minute vom Elfmeterpunkt. Die im mit 48.500 Zuschauern ausverkauften Ernst-Happel-Stadion mussten nur fünf Minuten warten, bis für die Schweden Erkan Zengin von der Strafraumgrenze mit einem strammen Schuss zum 1-1 ausgleichen konnte. Kurz darauf in der 15. Minute eine weitere Schrecksekunde für die Österreicher: Zengin donnerte den Ball dieses Mal an die Latte. Danach ließen es die Schweden wieder etwas ruhiger angehen. Aber sie ließen wenig zu und formierten ihren Abwehrblock in der eigenen Hälfte mit meistens fünf Abwehrspielern, drei bis vier defensiv orientierten Mittelfeldspielern und nur einer echten Spitze. Auch in der 2. Halbzeit begnügten sich die Schweden mit ihrer defensiven Spielweise. Lediglich zwischen der 60 und 70. Minuten besannen sich die Schweden ihrer offensiven Fähigkeiten, die allerdings nur bescheiden waren und danach wieder eingestellt wurden, um die Abwehr abzudichten.

"Bauernfußball" bezeichnete es die Zeitung "Aftonbladet". "Wir wollen hier sehr ehrlich sein und zugeben, dass wir Bauernfußball geboten haben, aber es war Bauernfußball mit Selbsterkenntnis. Schweden schlug die Bälle weg, schwitzte, rackerte sich durch die zweite Halbzeit - das war in keiner Weise schön anzusehen."
Ihre defensive Spielweise habe auch mit dem gestiegenen Respekt vor dem ÖFB-Team zu tun gehabt, meinte Marko Arnautovic. "Wenn die Schweden sich so hinten reinstellen, dann weiß man, wie spät es ist", sagte der Angreifer. "Es ist nicht Liechtenstein oder so. Das ist Schweden, die gehören zu den Favoriten der Gruppe."

Der unsichtbare Ellenbogen

Die Österreicher hatten dieses Mal Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic ziemlich gut im Griff. Vor alem Aleksander Dragovic lieferte sich immer wieder packende, teilweise harte Zweikämpfe. Ibrahimovic hatte allerdingsin der 20. Minute bei einem Ellbogencheck gegen ÖFB-Torschütze David Alaba für Aufregung gesorgt. Der Schiedsrichter hatte die Aktion von "Ibra" übersehen. Von einer schmutzigen Spielweise seines Teams wollte Schwedens Teamchef Erik Hamren aber nichts wissen. Auch die Österreicher seien keine Kinder von Traurigkeit.

"Das ist ein Wettbewerb, manchmal passiert so etwas im Fußball. Manchmal ist es ein Krieg auf dem Platz, das muss man akzeptieren", sagte der schwedische Teamchef. Sein Kapitän habe ihm versichert, dass die Aktion keine Absicht gewesen war. "Ich habe nur den Ball abgedeckt. Er ist 1,50 oder 1,60 Meter groß, ich bin zwei Meter. Natürlich kann er da in meinen Ellbogen laufen", erklärte Ibrahimovic gegenüber schwedischen Medien. Alaba ist mit 1,80 Meter Körpergröße 15 Zentimeter kleiner als der 32-Jährige Ibrahimovic.

Der erste Tabellenführer der Gruppe G ist Russland. Zweiter ist Montenegro. Russland und Montenegro sind am Montag mit den erwarteten Favoritensiegen in die Fußball-EM-Qualifikation gestartet.

4-0 und 2-0


Die Montenegriner kamen in Podgorica zu einem 2:0 über Moldawien, die Russen setzten sich in Chimki gegen Liechtenstein mit 4:0 durch und lieferten dabei eine Leistung ab, die Teamchef Fabio Capello zufriedenstellte.

"Es war ein gutes Spiel von uns, ich habe viel Positives gesehen. Leider haben wir nicht alle unsere Chancen verwertet", erklärte der Italiener. Für den ersten Tabellenführer geht es am 9. Oktober in Solna gegen Schweden weiter. "Wir wissen, dass dieses Match um einiges schwieriger wird. Die Schweden sind auf einem völlig anderen Level als Liechtenstein", betonte Mittelfeldspieler Denis Gluschakow.

Trotz der klaren Niederlage war Liechtensteins Teamchef Rene Pauritsch alles andere als unglücklich. "Die Russen hatten alle Stars auf dem Feld, trotzdem haben sie unsere Hilfe gebraucht, um die ersten zwei Tore zu erzielen", sagte der Steirer mit Hinweis auf die beiden Eigentore seiner Mannschaft. "Der Spielverlauf war sehr unglücklich für uns."

Seiner Auswahl aus dem Fürstentum sprach Pauritsch ein Pauschallob aus. "In der ersten Hälfte waren wir kämpferisch und taktisch sehr gut und hatten einige Konterchancen. Wenn das Glück auf unserer Seite gewesen wäre, wäre vielleicht der eine oder andere Schuss ins Tor gegangen", meinte der 50-Jährige, der es am 27. März 2015 in Vaduz erstmals mit dem ÖFB-Team zu tun bekommt.

Der nächste österreichische Gegner Moldawien war beim 0:2 in Montenegro chancenlos - und das, obwohl die Gastgeber ihren Top-Star vorgeben mussten. Stürmer Stevan Jovetic von Manchester City fehlte wegen einer Muskelverletzung, könnte dem englischen Meister im Premier-League-Schlager am Samstag bei Arsenal aber schon wieder zur Verfügung stehen.

David Alaba und Co. treten am 9. Oktober in Chisinau gegen Moldawien an, drei Tage später steigt in Wien das Duell mit den Montenegrinern, für die Ex-Rapidler Branko Boskovic am Montag im Happel-Stadion spionierte.

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