FIFA-Ethikhüter erheben Anklage gegen Beckenbauer

Die Untersuchungskammer des Weltfußball-Verbands FIFA hat Ermittlungen im "Fall Beckenbauer" abgeschlossen. Der deutsche Ex-Fußball-Star war im Vorjahr zur Fußball-WM bereits von der FIFA supsendiert worden. Er soll bei der skandalträchtigen Vergabe für die Fußball-WM in Katar 2022 und Russland 2018 eine Hauptrolle gespielt haben.

FIFA-Ethikhüter erheben Anklage gegen Beckenbauer

Anklage: Die FIFA-Ethikhüter haben die Ermittlungen gegen "Kaiser" Franz Beckenbauer abgeschlossen.

Zürich. Die Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission hat ihre Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer abgeschlossen und Anklage erhoben. Das Verfahren sei zur rechtsprechenden Kammer weitergeleitet worden, teilte das Gremium des Fußball-Weltverbands am Mittwoch mit, ohne weitere Details zu nennen.

Beckenbauer hatte wie alle Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, die bei der skandalträchtigen WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt gewesen waren, vor der Ethikkommission aussagen müssen. Als er dies zunächst verweigert hatte, wurde er im Sommer 2014 provisorisch für 90 Tage für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt. Nach seiner danach erfolgten Aussage wurde diese Sperre aufgehoben, die Ermittlungen liefen jedoch weiter.

Auch nach den Untersuchungen gegen den Spanier Angel Maria Villar Llona, Vize-Präsident der FIFA und der Europäischen Fußball-Union, wird nun ein Urteil erwartet.

Die ermittelnde Kammer der FIFA hat ebenso die Fortführung der Ermittlungen gegen den suspendierten Fifa-Chef Joseph Blatter, den vorläufig gesperrten UEFA-Vorsitzenden Michel Platini und den schon zuvor von der FIFA abgesetzten Generalsekretär Jérôme Valcke. Die Ermittlungen sollen innerhalb der 90-tägigen Suspendierung der drei Funktionäre abgeschlossen werden. Platine wollte als Spitzenkandidat die Nachfolge von Blatter antreten. Am 26. Februar 2016 soll der FIFA-Weltkongress mit den Funktionären der über 200 Mitgliedsverbänden eine neuen Präsidenten wählen.

Mit jedem Tag sinken indes die Chancen von Platini als FIFA-Präsident gewählt zu werden. Er hatte dubiose Zahlungen für Beratungsleistungen für FIFA-Präsident Blatter keine schlüssigen Erklärungen liefern können. Platini hat für Leistungen in den Jahren von 1999 bis 2002 die Zahlung erst im Jahr 2011 erhalten. Es ging um zwei Millionen Schweizer Franken.

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