Was machen muslimische WM-Stars während des Ramadan?

Was machen muslimische WM-Stars während des Ramadan?

Das Klima in Brasilien macht strenges Fasten eigentlich unmöglich. Mesut Özil stellt sich die Glaubensfrage in Brasilien nicht. Er "kann nicht mitmachen" beim am Samstag beginnenden Ramadan, sagte der deutsche Fußball-Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, er müsse während des muslimischen Fastenmonats schließlich "arbeiten".

Das für die Hochgeschwindgkeitsfußballer teils brutale Klima am Zuckerhut macht die im Koran verankerte Enthaltsamkeit ohnehin praktisch unmöglich.

"Es ist mehr als sehr unwahrscheinlich, eine 90-minütige Belastung innerhalb einer zwölfstündigen Fastenperiode bei 30 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent ohne Leistungseinbuße - wenn überhaupt - ohne gesundheitliche Schäden zu absolvieren", sagte Markus de Marées, Leiter des Bereichs Leistungsphysiologie und Höhenmedizin an der Deutschen Sporthochschule in Köln, dem SID.

Zusammen mit Özil spielen in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Sami Khedira und Shkodran Mustafi noch zwei weitere muslimische Profis. Auch fertige und angehende Stars wie die Franzosen Karim Benzema und Paul Pogba, sowie Belgiens Marouane Fellaini und Mousa Dembélé befolgen die Heilige Schrift des Islam und müssen sich am Zuckerhut für oder gegen das strenge Fasten von Sonnenauf- bis Untergang entscheiden. Laut gängiger Interpretation der im Koran verankerten religiösen Pflicht dürfen "Reisende" das Fasten aber aufschieben - die Trainer werden das in der Hitze Brasiliens gerne hören.

Angesichts des Flüssigkeitsverlustes von "individuell unterschiedlich bis zu sechs Litern" müsse mit "großen physiologischen Leistungseinbußen" gerechnet werden, sagte de Marées: "Wenn die Spieler während des Tages kein Wasser und keine Nahrung zu sich nehmen, so ist dies nur im Rahmen von geringer körperlicher Belastung und in gemäßigten klimatischen Bedingungen ohne gravierende gesundheitliche und Leistungseinbußen durchzuführen."

Der Weltverband FIFA sieht das anders und verweist auf zwei Experten-Studien in Tunesien und Algerien. "Die Ärzte, mit denen wir gesprochen haben, fürchten kein gesundheitliches Risiko", sagte Chefmediziner Jiri Dvorak: "Das Ergebnis war, dass es keine signifikante Leistungsminderung gibt, wenn man den Ramadan befolgt."

Schon im deutschen Achtelfinale könnte das auf die Probe gestellt werden. "Ich entscheide nach meiner körperlichen Verfassung, aber ich glaube, ich werde es machen", sagte der Algerier Madjid Bougherra, der am Donnerstag gegen Russland um den Einzug in die K.o-Runde spielte: "Wenn es um die Vorbereitung geht, ist es eher eine mentale Sache. Der Ramadan beginnt in der zweiten Runde, das wäre dann ein gutes Zeichen, sich dieser Frage zu stellen."

Andere muslimische Spieler hatten bereits vor dem Turnier auf die erlaubten Ausnahmen verwiesen. "Fasten? Habt ihr das Wetter gesehen? Ich würde ja sterben", sagte Yaya Touré, der mit der Elfenbeinküste bereits ausgeschieden ist, der Zeitung The National.

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