Fußball WM 2014: Im Fall Suarez "gibt es keinen Grund für eine Strafe"

Fußball WM 2014: Im Fall Suarez "gibt es keinen Grund für eine Strafe"

Man habe keine Benachrichtigung der FIFA erhalten, sagte AUF-Präsident Wilmar Valdez am späten Mittwochabend uruguayischen Medienberichten zufolge. "Wir wissen nicht, warum es noch keine Entscheidung gab."

Die FIFA habe als einzigen Beweis ein Video vorgebracht, auf dem aber kein Biss von Suarez gegen seinen italienischen Gegenspieler Giorgio Chiellini zu sehen gewesen sei, erklärte Valdez.

"Basierend auf den Beweisen gibt es keinen Grund für eine Strafe", behauptete der Verbandschef.

Beißattacke

Dem Wiederholungstäter, der zudem schon wegen rassistischen Ausfällen bereits gesperrt wurde, droht eine Sperre und gar das Aus bei der WM, obwohl sich sein Team für das Achtelfinale qualifiziert hat. Die FIFA hatte gestern ein Disziplinarverfahren gegen Uruguays Nationalspieler Luis Suarez nach dessen Beißattacke gegen den italienischen Abwehrspieler Giorgio Chiellini bei der Fußball-WM in Brasilien eröffnet.

Suarez hatte beim 1:0 im letzten WM-Vorrundenspiel gegen Italien seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen. "Es war ein klarer Biss und dann ist er hingefallen, weil er gewusst hat, dass er etwas getan hat, was er nicht tun hätte sollen", schilderte Italiens Abwehrspieler. Chiellini präsentierte Schiedsrichter Marco Rodriguez auch gleich nach der Aktion seine Schulter, der Mexikaner ahndete das schwer zu sehende Vergehen aber nicht.

Unschuldslamm Suarez

Suarez hat sich nach seiner vermeintlichen Beißattacke gegen die Vorwürfe verteidigt. "Es ist eine normale Bewegung, solche Dinge passieren auf dem Platz", sagte der 27-Jährige dem uruguayanischen Fernsehsender "Canal 10" am Dienstag (Ortszeit) nach dem 1:0-Sieg gegen Italien in Natal. "Wir sind Fußballspieler, wir wissen, was auf dem Platz passiert, man sollte dem keine Bedeutung beimessen", forderte Suarez,

FIFA-Vizepräsident Jim Boyce hingegen kritisierte Suarez und forderte Konsequenzen. "Es gibt keinen Zweifel, dass die FIFA diesen Vorfall sehr ernst nehmen muss und jegliche Aktion unternimmt, die als notwendig erachtet wird", sagte der Nordire Boyce am Dienstag (Ortszeit). "Luis Suarez ist ein fantastischer Fußballer, aber wieder einmal haben seine Aktionen schwere Kritik zugelassen."

Kein unbeschriebenes Blatt

Dem Uruguayer droht als Wiederholungstäter eine lange Sperre. Er hatte bereits in der Premiere League in England mit zwei Beißattacken für sein Negativimage gesorgt. Erst zu Saisonbeginn 2013/2014 hatte er noch sechs Spiele (von insgesamt zehn) aussetzen müssen, nachdem er in der vergangenen Saison Chelseas Branislav Ivanovic in den Arm gebissen hatte. In seiner Zeit bei Ajax Amsterdam hatte Suarez im Jahr 2010 im Spiel gegen den PSV Eindhoven Gegenspieler Otman Bakkal ebenfalls in die Schulter gebissen und eine Sieben-Spiel-Sperre kassiert.

Rassistischer Aussetzer

Außerdem wurde er wegen rassistischer Sager gesperrt. Im Dezember 2011 hatte sich Suarez eine Acht-Spiel-Sperre wegen rassistischen Äußerungen gegen Patrice Evra von Manchester Uniteds eingehandelt.

Sportlicher Aussetzer

Bei der WM 2010 in Südafrika kassierte er aufgrund einer anderen Sache die Rote Karte. Uruguay erreichte damals nur dank Suarez' absichtlichen Handspiel in der Schlussminute der Verlängerung auf der Torlinie im Viertelfinale gegen Ghana das Halbfinale. Asamoah Gyan vergab den verhängten Elfmeter und Uruguay schaffte im Elfmeterschießen den Aufstieg.

An den sportlichen Qualitäten des Stürmerstars gibt es keine Zweifel. In der abgelaufenen Saison ließ Suarez auch Tore für sich sprechen. Mit 31 Treffern wurde er Schützenkönig in der Premier League und hätte Liverpool beinahe zur Meisterschaft geführt. Zudem wurde er in England als Spieler der Saison ausgezeichnet. Gegen England hatte er in den Gruppernspielen der WM beide Tore geschossen.

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