Fußball WM 2014: Hitzfeld droht Abschied im Dschungel

Fußball WM 2014: Hitzfeld droht Abschied im Dschungel

Tief im brasilianischen Dschungel könnte eine der größten deutschen Trainerkarrieren enden. Ottmar Hitzfeld droht nach "einem rabenschwarzen Tag" schon am kommenden Mittwoch der Abschied vom Fußball. Nach dem 2:5 (0:3)-Debakel gegen Frankreich könnte das WM-Spiel in Manaus am Amazonas gegen Honduras sein letztes als Schweizer Nationalcoach sein - und das Rentnerdasein könnte früher beginnen, als Hitzfeld eigentlich gedacht hatte.

"Nach wie vor haben wir eine Chance auf das Achtelfinale", sagte der 65-Jährige, "es liegt an uns selbst." Der frühere Münchner und Dortmunder Meistermacher, mit sieben Bundesliga-Titeln und zwei Champions-League-Siegen hinter Udo Lattek der erfolgreichste deutsche Klubtrainer, war jedoch schwer getroffen von den meisten WM-Gegentoren seit 48 Jahren: "Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt."

Zuletzt hatte die Schweiz 1966 in England fünf Treffer kassiert - beim 0:5 gegen Deutschland. "Es wird Kritik geben", sagte Hitzfeld, "berechtigte Kritik, das gehört zu unserem Job. Aber wir dürfen nicht nervös werden." Die Neue Zürcher Zeitung stellte ernüchtert fest: "Unordnung und Rückschritt: Im Land, in dem 'Ordnung und Fortschritt' im Wappen stehen, macht das Schweizer Team genau das Gegenteil."

Noch haben es die Eidgenossen, die mit insgesamt sieben Bundesligaprofis vom Hochgeschwindigkeitsfußball der Franzosen regelrecht überrollt wurden, selbst in der Hand. Mit einem deutlichen Erfolg am Mittwoch (16.00 Uhr OZ/22.00 Uhr MESZ) gegen den bislang sieglosen Außenseiter Honduras könnten sie das Achtelfinalticket lösen - egal, wie zeitgleich Frankreich und Ecuador spielen. Allerdings müssen die Schweizer dabei auf ihren Abwehrchef Steve van Bergen verrichten, der beim Zusammenstoß mit dem Franzosen Olivier Giroud einen Bruch des linken Augenhöhlenbodens erlitt und bei der WM nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

"Wir werden den Blick nach vorne richten", kündigte Hitzfeld dennoch an, "ich erwarte eine Trotzreaktion von meiner Mannschaft." Vor allem die eklatant hohe Quote individueller Fehler muss seine "Nati" abstellen. Ausgerechnet Valon Behrami, nach dem 2:1 gegen Ecuador noch als Anführer der Multikulti-Truppe gefeiert, patzte bei den ersten beiden Gegentoren. Der Hamburger Yohan Djourou verursachte völlig unnötig einen Elfmeter. Und der eingewechselte Philippe Senderos, der gänzlich überfordert wirkte, trat vor dem 0:4 ein Luftloch.

"Dass wir derart einbrechen, das geht gar nicht", schimpfte Granit Xhaka. Der Gladbacher setzte mit seinem Tor zum 2:5 (87.) immerhin ein Zeichen "für die Moral", wie Hitzfeld meinte. Und Xhaka war auch einer der ersten, die schon nach Manaus blickten. "Es wird ein Finale und die Revanche für 2010", kündigte der 21-Jährige an. Vor vier Jahren in Südafrika hätte die Schweiz ein 2:0 gegen Honduras zum Achtelfinaleinzug benötigt. Es wurde nur ein 0:0.

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