Gijon und Ramadan – Algerien im WM-Taumel

Gijon und Ramadan – Algerien im WM-Taumel

Der am Samstag begonnene Fastenmonat Ramadan ist für Algeriens Fußball-Nationalspieler vor dem WM-Achtelfinale gegen Deutschland in Porto Alegre am Montag ein Tabuthema in der Öffentlichkeit. "Wir haben beschlossen, dass wir darüber nicht sprechen werde", sagte Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb von Tottenham Hotspur.

Den Vorwurf, Nationaltrainer Vahid Halilhodzic, habe seinen Spielern empfohlen, das Fasten zu verschieben, bestritt der algerische Fußballverband FAF energisch. Halilhodzic gehe sehr respektvoll mit der muslimischen Religion um, teilte der Verband am Sonntag via offizieller Erklärung mit. In den drei Jahren als Nationaltrainer habe der Bosnier in religiösen oder politischen Fragen stets den freien Willen jedes Einzelnen respektiert.

Algeriens Rekordtorschütze, der heutige Co-Trainer Abdelhafid Tasfaout, stellte klar, "dass das kein Thema ist, zu dem wir uns äußern wollen. Wir reden nur über Fußball, wir haben ein WM-Achtelfinale vor uns".

Mittelfeldspieler Hassan Yebda kündigte immerhin an, dass es keine Vorschrift für die gesamte Mannschaft gibt. "Wenn ein Spieler es machen will, kann er es machen." Kapitän Madjid Bougherra hatte zuvor erklärt, er entscheide "nach meiner körperlichen Verfassung. Aber ich glaube, ich werde es machen." Bentaleb wollte keine Andeutung machen, ob er vor dem größten Spiel seit Jahren für sein Land fasten wird: "Ich treffe eine persönliche Entscheidung, aber die werde ich nicht öffentlich machen."

Gijon ist nicht vergessen

Am Montag erhält Algeriens Team, nein, Algeriens Volk in Porto Alegre gegen Deutschland endlich die Gelegenheit zur Revanche für Gijon . Und Halilhodzic sieht seine krassen Außenseiter im ersten Achtelfinale der Landesgeschichte nicht chancenlos: "Wir haben gegen Russland ein tolles Spiel gezeigt. Aber wir können noch viel besser spielen. Und warum sollten wir das nicht gegen Deutschland zeigen", sagte der 61-Jährige.

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