Fußball WM 2014: England blamiert, gedemütigt, am Abgrund

Fußball WM 2014: England blamiert, gedemütigt, am Abgrund

Blamiert, gedemütigt, am Abgrund: Das Mutterland des Fußballs bleibt ein bedauerlicher Pflegefall. Die meisten Spieler hatten nach dem historischen Fehlstart keine Lust, das vermeintlich Unerklärliche zu erklären und ließen die ach so bösen englischen Journalisten nach dem 1:2 (0:1) gegen Uruguay einfach stehen.

Diese wiederum zeigten, dass die Kritik der letzten Tage nur ein harmloses Vorspiel war: Nach dem fast sicheren ersten Vorrunden-Aus seit 56 Jahren ergoss sich Hohn und Spott über die Three Lions.

"Blamiert von einem Spieler, der vor einem Monat noch im Rollstuhl saß", schrieb der Telegraph unter Verweis auf den zweifachen Torschützen Luis Suárez (39./85.) und ergänzte: "Gedemütigt, vernichtet und beerdigt - ein hoffnungsloser Fall." Der Independent lästerte: "In den vergangenen Jahren war Englands Untergang immer eine zähe Angelegenheit. Diesmal wird er wenigstens kurz und knackig." Die Sun jubelte auf der Titelseite sogar voller Ironie: "Wir sind durch!"

Dem stolzen Teammanager Roy Hodgson schien das alles zu viel, und so schloss er einen Rücktritt schon vor dem sicheren WM-Scheitern nicht mehr aus. "Ich habe nicht das Bedürfnis, zurückzutreten, nein", sagte der 66-Jährige: "Allerdings: Wenn der Verband glaubt, dass ich nicht mehr der Richtige bin für den Job ...".

Auch Hodgson gestand, "dass wir zutiefst enttäuscht sind, am Boden zerstört". Doch er empfand die Niederlage gegen den WM-Vierten von 2010 als ebenso ungerecht wie das 1:2 zuvor gegen Vize-Europameister Italien: "Wir haben in beiden Spielen guten Fußball gespielt", meinte er: "Leider waren die Ergebnisse nicht gut." Und so verlor England zum ersten Mal in seiner WM-Geschichte die ersten beiden Spiele einer Endrunde. "Vier Jahre Vorbereitung und Herzblut wurden in nur fünf Tagen zerstört", schrieb der Guardian. Da nutzte es auch nichts, dass Wayne Rooney im zehnten WM-Spiel nach drei vergebenen Großchancen - darunter einem Lattenkopfball aus einem Meter - doch noch aus drei Metern das leere Tor traf (75.). Immerhin: "Roo", der wieder auf seiner bevorzugten Position im Zentrum spielen durfte, stand nach der neuerlichen Niederlage nicht mehr im Mittelpunkt der Kritik. Dorthin rückte ausgerechnet Steven Gerrard, über Jahre hinweg die personifizierte englische Fußball-Leidenschaft.

"Gerrard war die größte Enttäuschung", urteilte der Mirror über den 34-Jährigen. "Er war ein guter Kapitän, aber es wird Zeit, aufzuhören", ergänzte der Telegraph: "Sein Fehler vor dem 1:2 wird das Ende einer Ära markieren. Es wird Zeit für die nächste Generation."

Die steht immerhin schon in den Startlöchern. In der Offensive zeigten Raheem Sterling (19), Danny Welbeck (23) und Daniel Sturridge (24) in Brasilien durchaus gute Ansätze. Doch auch wenn der beste Torjäger der Premier League am Donnerstag für den Gegner spielte: Im Sturm liegen nicht die Probleme der Briten.

Die Abwehr um die Innenverteidiger Gary Cahill (28) und Phil Jagielka (31) ist nicht WM-tauglich, aber Besseres hat das Land nicht zu bieten. Torhüter Joe Hart genießt bei den Gegnern so wenig Respekt, dass die Südamerikaner fast jeden Eckball aufs kurze Eck zirkelten - weil sie die Hoffnung auf einen Fehler Harts wohl für noch größer hielten als auf einen Treffer von Suárez.

Das alles zeigt, dass die Three Lions 2014 vor allem eines sind: bedauernswert.

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