Fußball WM 2014: Deutschland - Ghana

Fußball WM 2014: Deutschland - Ghana

Die deutschen Fußball-Nationalmannschaft kann im ihrem zweiten WM-Gruppenspiel gegen Ghana auf Mats Hummels zurückgreifen. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund, hinter dessen Einsatz wegen einer Oberschenkel-Verletzung ein Fragezeichen stand, meldete sich rechtzeitig fit und spielt erneut in der Innenverteidigung an der Seite von Per Mertesacker, der sein 100. Länderspiel bestreitet.

"Unser Auftaktsieg war wichtig und gut, aber wir müssen jetzt nachlegen. Mit einem Sieg können wir in der Gruppe davonziehen", sagt ein entspannt, aber dennoch total entschlossen wirkender Löw und macht deutlich: "Wer nachlässt, der verliert bei diesem Turnier."

Dass Hummels gegen die Black Stars zum Einsatz kommt, war zunächst noch völlig offen, wie der Bundestrainer berichtete. "Er war bislang noch nicht 100 hundertprozentig belastbar. Er macht das Aufwärmtraining mit, dann sehen wir weiter", so Löw am Freitag vor dem weitestgehend geheimen Abschlusstraining im Estadio Castelao von Fortaleza. Dort zeigte das Thermometer 24 Stunden vor dem Anpfiff 37 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit an die 90 Prozent an, was nach Löws Angaben aber keine Rolle spielen dürfte .

Der Bundestrainer erklärte vielmehr, dass er nur ungern seiner Viererkette umstellen würde. Er äußerte aber zugleich das Vertrauen in mögliche Alternativen, falls Hummels wegen seiner gegen Portugal erlittenen Oberschenkelverletzung ausfällt. "Dann könnte Jerome Boateng ins Zentrum rücken, und wir hätten rechts einen neuen Spieler. Oder es könnten Matthias Ginter oder Shkodran Mustafi in der Innenverteidigung spielen", sagte Löw und nannte verschiedene Optionen.

Mustafi hatte Hummels bereits in der 73. Minute gegen Portugal ersetzt und war auf rechts gerückt. Hummels Position in der Innenverteidigung an der Seite von Jubilar Per Mertesacker, der sein 100. Länderspiel bestreitet, hatte Boateng übernommen. Bei allem Selbstbewusstsein äußerte der Bundestrainer aber vor Ghana mächtig Respekt. Nicht zuletzt, weil der Gegner nach seiner 1:2-Auftaktpleite gegen die USA wie ein angeschlagener Boxer agieren werde: "Für Ghana ist es bereits ein Endspiel. Die werden kämpfen bis aufs Blut. Wenn sie nicht gewinnen, wird es für sie sehr schwierig."

Sami Khedira glaubt ebenfalls, dass Ghana "ein sehr unangenehmer Gegner ist, der sein letztes Hemd für sein Land gibt". Nichtsdestotrotz wolle die deutsche Mannschaft "ein Gruppenenendspiel gegen die USA am 26. Juni mit aller Macht verhindern". Vor vier Jahren hing die Achtelfinal-Teilnahme der DFB-Auswahl bei der WM in Südafrika nach einem 0:1 gegen Serbien im zweiten Spiel am seidenen Faden, erst der 1:0-Zittersieg im Gruppenfinale gegen Ghana brachte das Löw-Team in die nächste Runde.

Deshalb warnte auch Teammanager Oliver Bierhoff am Freitag noch einmal eindringlich vor Überheblichkeit: "Von den vier Toren dürfen wir uns nicht blenden lassen", schrieb der frühere DFB-Kapitän auf seinem Blog und machte klar: "Wir haben nur ein Spiel gewonnen, das ist nicht mehr als ein Siebtel, wenn wir Weltmeister werden wollen." Dass es im letzte Gruppenspiel nicht wieder zu einer solch gefährlichen Konstellation kommt, soll natürlich auch Thomas Müller verhindern. Der 24-Jährige hatte mit seinen drei Treffern gegen Portugal seine Ambitionen auf die Torjägerkanone unterstrichen. "Er ist unberechenbar für den Gegner, immer für ein Tor gut. Er ist sehr wichtig, er ist ein positiver Typ", schwärmte Löw von seinem neuen Torjäger.

Der Münchner selbst dämpft nach seiner Tore-Samba vom vergangenen Montag aber die Erwartungen: "So etwas passiert nicht alle Tage".

Alle Tage kommt es auch nicht zum Bruderduell zwischen Jerome und Kevin-Prince Boateng. Jerome hätte nichts dagegen, wenn Deutschland wie schon vor vier Jahren wieder 1:0 gewinnt. Dann würde auch der wilde Kevin-Prince, der an Deutschlands Achtelfinal-Teilnahme gezweifelt hat, wieder ganz kleinlaut werden.

Live-Übertragung und Live-Stream

Das Spiel wird wie alle Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Österreich vom ORF übertragen. Die Vorberichterstattung auf ORF eins beginnt bereits um 20:15 Uhr. In seiner TVthek bietet der ORF Live-Streams zu allen Speilen der FIFA Fußball WM 2014 in Brasilien an.

Mögliche Aufstellungen

Deutschland: 1 Neuer - 20 Jerome Boateng, 5 Hummels/21 Mustafi, 17 Mertesacker, 4 Höwedes - 6 Khedira, 16 Lahm, 18 Kroos - 8 Özil, 13 Müller, 19 Götze

Ersatz: 12 Zieler, 22 Weidenfeller - 2 Großkreutz, 3 Ginter, 15 Durm, 21 Mustafi, 7 Schweinsteiger, 10 Podolski, 14 Draxler, 23 Kramer, 9 Schürrle, 11 Klose

Fraglich: Hummels (Oberschenkelverletzung)

Teamchef: Joachim Löw

Ghana : 12 Kwarasey - 4 Opare, 21 Boye, 19 Mensah, 20 Asamoah - 5 Essien, 11 Muntari - 7 Atsu, 9 Kevin-Prince Boateng, 10 A. Ayew - 3 Gyan

Ersatz: 1 Adams, 16 Dauda - 2 Inkoom, 15 Sumaila, 23 Afful, 6 Acquah, 8 Badu, 14 Adomah, 17 Rabiu, 22 Wakaso, 13 J. Ayew, 18 Waris

Teamchef: James Kwesi Appiah

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