Deutscher Übermut

Deutscher Übermut

Wird Deutschland endlich wieder Weltmeister? Würden Sie Skandalkicker und Nationalspieler Großkreutz zur Party zuhause einladen? Würden Sie bei Uli Hoeness für die Dauer der Fußball-WM im Knast einchecken (gegen etwas Kleingeld)? Und ist ein Teamchef ohne Führerschein tragbar? Die Meinungen sind da unterschiedlich.

Wien. Weltmeisterschaften sind Zeiten für Umfragen. Und da will man es genau wissen, wer wohl beim Ballestern in Brasilien am besten ist, wohl den stärksten Biss hat.

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Norstat aus Deutschland hat im Auftrag von IMMOLIVE24 die deutsche Fußballkompetenz auf den Prüfstand gestellt. 500 Personen, älter als 18 Jahre, wurden befragt. Dabei stellte sich die Frage: Leiden die Deutschen an Selbstüberschätzung?

Mitnichten. Denn nur einer von fünf Deutschen glaubt an den eigenen Sieg. Wobei: Anderen Umfragen zufolge trauen bis zu 40 Prozent der Deutschen ihrer Nationalmannschaft den Titelgewinn zu.

In Österreich wird man diese Ergebnis der Umfrage eher als Fortschritt sehen, wenn nur jeder Fünfte die Deutschen zum Maß der Dinge der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien erhebt. Hierzulande tippt man ja lieber noch auf Italien, Spanien, England oder auch Portugal – Nationen, deren Teams allerdings schon am Heimweg sind oder – wie im Fall Portugal, noch ein letztes Fünkchen Hoffnung haben.

Die Norstat-Marktforscher fragten außerdem, inwieweit das Verhalten deutscher WM-Teilnehmer abseits vom grünen Rasen wichtig sei. Dabei wurden die Umfrageteilnehmer befragt, ob ein Bundestrainer, der zu schnell fährt, mit dem Handy während dem Autofahren erwischt wird und dem infolgedessen der Führerschein abgenommen wird, als Teamchef überhaupt noch tragbar ist. Stichwort: Vorbild.

Vor der WM musste der deutsche Teamchef Joachim Löw aus diesem Grund seinen Führerschein abgeben. Gleich mehrere Verkehrsübertretungen hatte der Teamchef angesammelt. Das gesetzlich erlaubte Limit von 18 Punkten hatte Löw überschritten. Der Führerschein ist weg - für sechs Monate.

Ebenso wollte man wissen, wie das Verhalten eines Jungnationalspielers nachwirkt, der nach dem verlorenem deutschen Pokalfinale aus Frust einen über den Durst getrunken hatte und in der Eingangshalle einer Hotellobby in ein Blumenbeet überschüssige Flüssigkeit abgelassen hatte.

Vier Fragen, die Antworten – das Ergebnis

1. Zur Frage aller Fragen: Ist Deutschland wieder einmal dran, Weltmeister zu werden, wie es kürzlich Mittelfeldstar Mesut Özil meinte? Jeder Fünfte (19 Prozent) sagten. JA! – wohl bei Männer als auch bei Frauen. Für die Hälfte ist allerdings das Halbfinale Endstation. Die ältere Generation ist da weit pessimistischer – 61 Prozent der Befragten sehen die Deutschen maximal im Halbfinale.

Mesut Özil hat in einem Interview gesagt: „Deutschland hat es verdient, endlich wieder den Weltmeistertitel zu holen.“ Welche Chancen hat die deutsche Elf?
Bild: © IMMOLIVE24

2. Kevin Großkreutz ist eigentlich bislang wenig aufgefallen, was Skandale anbetrifft. Der Spieler von Borussia Dortmund hatte nach verlorenem Pokalfinale gegen den FC Bayern München nach einem Gläschen zu viel offenbar die Tür zur Toilette nicht gefunden. Auch mit äußerln wurde nichts, ein Blumentopf in der Hotellobby diente als Auffangbecken.
Nur einer von drei Befragten wollte Großkreutz offenbar seinen Lapsus nachsehen. Auf die Frage, ob sie den Skandal-Nationalkicker zur Party bei sich zu Hause einladen, sagten 61 Prozent der Männer NEIN, dagegen waren auch 68 Prozent der Frauen. Der Tenor der Befragten, die ablehnten: „Nein, auf keinen Fall. Der pinkelt mir sonst noch ins Wohnzimmer!“

Würden Sie Skandal-Nationalkicker Kevin Großkreutz zur Party bei sich zu Hause einladen?
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3. Uli Hoeneß , Wurschtfabrikant und Präsident des FC Bayern München, hatte durch seine Steuerhinterziehung die Fans gespalten. Der „Ober-Bayer“ ist rechtskräftig verurteilt. Und sitzt wegen Steuerhinterziehung im Landsberger Gefängnis: dreieinhalb Jahre. Vor der Fußball WM 2014 musste er noch in s "Graue Haus" einrücken.

Von den Befragten wollte man nun wissen, ob sie für die Zeit der WM Freiheit gegen Gefängnis eintauschen würden, damit „Steuer-Uli“ echte Fußball-Fans um sich herum hat – freilich gegen ein großzügiges Honorar. Nur ein knappes Viertel (24 Prozent) der Befragten – aber immerhin 120 Personen – würde in dem nichtöffentlichen Ort im „Grauen Haus“ an der Seite von „Knast-Uli“ Hoeneß Fußball WM gucken – ab 100.000 Euro Gage - quasi als Gegenleistung für den Freiheitsentzug. 71 Prozent der Frauen, 65 Prozent der Männer sagten NEIN.

Würden Sie gegen Zahlung des entsprechenden „Kleingeldes“ für die Dauer der Fußball WM freiwillig ins Gefängnis einchecken, damit Uli Hoeneß echte Fußballfans beim WM-Gucken um sich hat?
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4. Das Verhalten außerhalb der Arena ist wichtig. Und es gilt neuerdings dezidiert auch für Trainer. Dazu gehört auch Achtung der Straßenverkehrsordnung. Darf also jemand noch Trainer der Nationalmannschaft sein, wenn er rast und mit dem Handy am Ohr telefoniert. Und dazu nach mehr als 18 Punkten bei der Verkehrsstrafsünderdatei – wie im Fall Joachim Löw – den Führerschein abgeben muss?
61 Prozent der Frauen, 59 Prozent der Männer interessiert das offenbar nicht – gezupfter Führerschein und Kompetenz als Trainer sehen die Deutschen mit entspannter Distanz – KEIN Zusammenhang! Ergo: Löw ist also fest im Sattel - er soll also im Amt bleiben - Führerschein hin oder her - Schnellfahren ist also ein Kavaliersdelikt.

Der deutsche Team-Manager Oliver Bierhoff hat jüngst klargestellt: Auch das Verhalten außerhalb des Platzes sei wichtig! „Das gilt auch für einen Trainer!“ – Das Erreichen von 18 Punkten in der deutschen Verkehrsstrafsünderkartei bedeutet für Joachim Löw, dass der Führerschein für sechs Monate eingezogen wird. Darf jemand, der rast und mit dem Handy am Ohr telefoniert, überhaupt noch Trainer der Nationalelf sein?
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Und wer wird nun wirklich Weltmeister, wenn nicht einmal 20 Prozent der 500 Deutschen auf Ihre Jungs tippen? Die Marktforscher von Norstat haben die letzte Aufklärung nicht geliefert. Aber die wird bald am grünen Rasen nachgereicht.

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