Fußball-WM 2014: Argentinien vs Schweiz 1:0 nach Verlängerung

Gebete des Papstes an die Jungfrau Maria und ein Pass von Lionel Messi auf seinen Teamkollegen Angel di Maria retteten Argentinien. Nach einem torlosen Spiel genügte den Argentiniern ein Treffer in der Verlängerung, um mit 1:0 ins Viertelfinale einzuziehen.

Fußball-WM 2014: Argentinien vs Schweiz 1:0 nach Verlängerung

Der nächste Favorit wankte, ist im Achtelfinale der Fußball-WM in Brasilien aber nicht gefallen. Argentinien rang die Schweiz in Sao Paulo in der Verlängerung mit 1:0 (0:0) nieder. Den entscheidenden Treffer erzielte Angel di Maria nach Vorarbeit von Lionel Messi in der 118. Minute.

Beinahe wären das ab dem Viertelfinale auch die Argentinier gewesen. Der Favorit musste deutlich mehr zittern als ihm lieb war. Die "Messidependencia", Argentiniens viel zitierte Abhängigkeit von Superstar Lionel Messi, war nicht zu übersehen. Für Messi war über 100 Minuten lang in der Schweizer Defensive Endstation.

Als sich die Zuschauer und wohl auch etliche viele Spieler am Platz schon auf ein Elfmeterschießen einstellten, reichte den Argentiniern aber ein Gegenstoß samt starken Dribblings des Kapitäns, um wie 2006 und 2010 ins Viertelfinale einzuziehen. Messi bediente Di Maria, der mit links ins lange Eck einschoss. In einer dramatischen Schlussphase traf der eingewechselte Schweizer Blerim Dzemaili per Kopf aus kurzer Distanz die Stange (121.). Auf der Gegenseite verfehlte Di Maria das bereits leere Tor (123.).

Dazu hatten wohl auch die Gebete von Papst Franziskus geführt. Der gebürtige Argentinier hatte seiner Schweizer Garde vor dem Spiel den "Krieg" erklärt.

Lionel Messi kommentierte das Spiel im Anschluss: "Wir haben es das ganze Spiel über schwer gehabt, aber solche Momente muss man überstehen. Es war schwierig, aber wir haben gewusst, dass es so sein würde. Es war schon die ganze WM über schwierig, aber wir haben ein gutes Gefühl. Es ist wichtig, im Viertelfinale zu stehen. Ich war nervös, wie sich jeder vorstellen kann, weil wir lange kein Tor gemacht haben und mit jedem Fehler die Gefahr bestand, auszuscheiden. Wir wollten auf keinen Fall ins Elfmeterschießen, wir wollten das Spiel in der Verlängerung entscheiden. Am Ende hat sich eine Chance ergeben, daraus muss man Kapital schlagen."

Die Schweizer präsentierten sich als lange ebenbürtiger Gegner. Teamchef Ottmar Hitzfeld, dessen Trainerkarriere mit dem WM-Aus zu Ende geht, vertraute derselben Startformation wie im Gruppenendspiel gegen Honduras (3:0). Jungstar Xherdan Shaqiri, den die Schweizer ob seiner identen Körpergröße von 1,69 m ihren eigenen Messi nennen, wirbelte hinter Solospitze Josip Drmic.

In Argentiniens Offensive ersetzte wie erwartet Ezequiel Lavezzi von Paris St. Germain den am Oberschenkel verletzten ManCity-Star Sergio Aguero. Die "Albiceleste" hatte zwar schon vor der Pause mehr Ballbesitz, die größeren Chancen aber vorerst die Schweiz. Granit Xhaka scheiterte nach einem klugen Zuspiel von Shaqiri in den Rückraum aus zentraler Position mit einem Flachschuss an Argentiniens Schlussmann Sergio Romero (28.). Drmic steuerte wenig später alleine auf diesen zu, agierte vor dem Tor aber zu unentschlossen. Ein schwach angetragener Lupfer wurde zur leichten Beute für Romero (39.).

Argentinien und Messi abgemeldet

Das körperbetonte Spiel der Schweiz schien den Argentiniern nicht wirklich zu behagen. Ein Lavezzi-Volley (29.) und ein Versuch von Di Maria (41.) bereiteten dem Schweizer Keeper Diego Benaglio keine Probleme. Von Kapitän Messi, der für vier der nun sieben Turniertore der "Albiceleste" verantwortlich zeichnet, war in der ersten Stunde wenig zu sehen.

Immer wieder versuchten sich die Südamerikaner mit Flanken auf Gonzalo Higuain. Einen Kopfball des Mittelstürmers (62.) parierte Benaglio ebenso wie einen Schuss von Linksverteidiger Marcos Rojo (59.). Auf der Gegenseite jagte Drmic den Ball über das Tor (50.). Mit Fortdauer der zweiten Hälfte kamen die Argentinier auf - zum Leidwesen der brasilianischen Zuschauer, die sich mehrheitlich im Lager der Schweizer befanden.

Ein erster Schuss von Messi von knapp außerhalb des Strafraums ging über das Tor (67.), ein Kopfball des eingewechselten Rodrigo Palacio am langen Eck vorbei (75.). Die Schweizer kamen seltener aus der eigenen Hälfte, ließen aber wenig Zwingendes zu. Nur bei einem weiteren Versuch von Messi auf das kurze Eck musste Benaglio all sein Können aufbieten (78.).

Bei einem ersten Schuss von Di Maria war Benaglio auch in der Verlängerung noch auf dem Posten (109.), beim Gegentreffer war der Torhüter dagegen machtlos. Messi wartet zwar weiterhin auf sein erstes Tor in einem WM-K.o.-Spiel. Mit dem entscheidenden Assist rettete der 27-Jährige sein Team samt Trainer Alejandro Sabella aber einmal mehr.

Außenseiter

Trainer Hitzfeld sah die Schweiz vor dem Spiel als klare Außenseiter: "Wir haben nichts zu verlieren und viel zu gewinnen", erklärte er. Ein Sieg hätte der Schweiz das erste Viertelfinale seit 60 Jahren gebracht. 1954, bei der Heim-WM in der Schweiz, hatte das Team in der Runde der letzten acht gegen Österreich mit 5:7 verloren.

Nach dem Match erklärte Hitzfeld: "Meine Mannschaft hat alles gegeben. In den letzten drei Minuten hat man noch einmal alles erlebt, was in einem Trainerleben möglich ist. Solche Emotionen erlebt man nur im Fußball. Die Schweiz hat heute große Sympathien in der ganzen Welt gewonnen. Darauf können wir stolz sein. Es war unglaublich spannend. Am Schluss waren wir überzeugt, dass es für uns läuft, aber die Kräfte ließen nach, wir hatten Krämpfe. Ein Gegentor in der 118. Minute ist ganz bitter. Wer so gewinnt, hat auch Glück. Aber Argentinien war über das ganze Spiel die bessere Mannschaft. Sie hatten mehr Chancen. Unsere Fans können stolz sein, wir gehen erhobenen Hauptes nach Hause.

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