Fußball WM 2014: AFA-Präsident Julio Grondona: Lionel Messi ist der beste Zehner, den wir je hatten

Fußball WM 2014: AFA-Präsident Julio Grondona: Lionel Messi ist der beste Zehner, den wir je hatten

"Genies kann man nur lieben oder hassen“, sagt Julio Grondona, der Chef des argentinischen Fußballverbands, im FORMAT-Interview über das Wunder Lionel Messi, auf den im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien alle Hoffnungen Argentiniens ruhen.

FORMAT: Wer ist nun Argentiniens größter Kreativspieler aller Zeiten, Messi oder doch Maradona, der seinem Nachfolger einen WM-Titel voraus hat?

Julio Grondona: Messi ist der beste Zehner, den wir je hatten. Noch vor Maradona, Juan Román Riquelme und Juan Sebastián Verón.

Seit Sie Maradona nach der 0:4-Blamage gegen die Deutschen im WM-Viertelfinale 2010 als Teamchef beurlaubt haben, bezeichnet er Sie abwechselnd entweder als armen Dummkopf, senil oder gaga.

Grondona: Er hat vor Messi wie kein anderer den argentinischen Fußball verkörpert, als Spieler hatte er jenen Funken, mit dem man eine Explosion auslösen kann. Er war ein Genie. Genies kann man aber nur lieben oder hassen.

Er hat Österreich vor einer halben Ewigkeit - 1980 - bei einem 5:1-Testspielsieg mit drei Toren vorgeführt.

Grondona: Da war ich persönlich dabei. Wir hatten damals einen der stärksten Kader unserer Geschichte.

Noch weitere Erinnerungen an Wien?

Grondona: Die Ehrentribüne hatte kein Dach. Aber, um ganz ehrlich zu sein, über die fußballerischen Dinge hinaus erinnere ich mich viel lieber an eure wunderschöne Stadt. Das ganze Ambiente, der Wiener Walzer, das hat mich gefangen genommen und bis heute begeistert.

Der mittlerweile 60-jährige Mario Kempes, Weltmeister und WM-Schützenkönig 1978, hat seine Spielerkarriere in Österreich ausklingen lassen. Als Trainer musste er anschließend ebenfalls in die "Provinz“ - Indonesien, Panama, Bolivien. In Argentinien will er nicht zum Zug gekommen sein, weil dort "eine Mafia am Werk“ sei.

Grondona: Wenn man im eigenen Land keinen Fuß auf die Erde kriegt, muss es irgendein Problem geben. Kempes ist eine Bellissima Persona, und das haben viele, viele Menschen in seinem Umfeld ausgenutzt. Ich habe ihn immer sehr gemocht, aber der Trainerjob ist einer der undankbarsten überhaupt, daher verdienen die Leute ja auch so viel. Vielleicht bekam er auch deswegen keine Jobchance, weil er zu lange weg war. Es gibt keinen Automatismus, dass ein ehemaliger Nationalspieler sofort auf die Bank wechseln kann.

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