Fußball WM 2014 Achtelfinale: Belgien vs USA 2:1 nach Verlängerung

Geheimfavorit Belgien wurde seiner Rolle gerecht. Nach drei Siegen in der Gruppenphase haben die "Roten Teufel" auch die USA im Achtelfinale besiegt und stehen damit im Viertelfinale. Leicht hatten es die Belgier nicht. Das Match entwickelte sich zu einem Krimi, in dem die US-Boys von Jürgen Klinsmann bis zum Schluss kämpften.

Fußball WM 2014 Achtelfinale: Belgien vs USA 2:1 nach Verlängerung

Das Viertelfinale der Fußball-WM ist komplett. Belgien hat es am Dienstag als achtes und letztes Team in die zweite K.o.-Runde geschafft. Die "Roten Teufel" setzten sich in Salvador gegen die USA mit Mühe, aber verdient 2:1 nach Verlängerung durch. Die Tore erzielten in einer packenden Verlängerung Kevin De Bruyne (93.) und Romelu Lukaku (105.) bzw. Julian Green (107.).

US-Tormann Tim Howard lief zu Hochform auf und vereitelte vor allem ab Beginn der zweiten Spielhälfte belgische Topchancen am Fließband. Für die USA, die erst nach dem 0:2 richtig aufwachten, platzte dennoch der Traum vom erstmaligen Viertelfinaleinzug seit 2002.

Belgien versuchte es mit einem überfallsartigen Start, bereits nach wenigen Sekunden zwang der 19-jährige Jungstar Divock Origi den um 16 Jahre älteren US-Keeper Howard zu einer Fußabwehr (1.). In dieser spektakulären Tonart ging es aber zunächst nicht weiter.

Die Europäer gaben den Takt vor, De Bruyne schoss aber aus 14 Metern knapp daneben (23.). Die vor allem auf Sicherheit bedachte US-Truppe war im Konter ansatzweise gefährlich, Belgien-Schlussmann Thibaut Courtois musste aber lange Zeit nicht ernsthaft eingreifen. Somit gingen nicht weniger als sechs der insgesamt acht Achtelfinali mit einem 0:0 in die Pause.

Zweite Halbzeit mit Pressing

In den zweiten 45 Minuten machten die Belgier aber erstmals bei dieser WM richtig Ernst. Vertonghen sorgte gleich viermal innerhalb weniger Minuten für Gefahr (54., 57., 57., 64.). Ein Kopfball von Origi klatschte an die Latte (56.), ein Fersler von Mertens ging ebenso knapp daneben (60.) wie ein Flachschuss von Axel Witsel (69.).

Das 1:0 für die nun drückend überlegenen Belgier lag in der Luft, fiel aber auch bei weiteren guten Möglichkeiten durch Origi (71., 85.), Kevin Mirallas (76.), Hazard (79., 88.), Daniel van Buyten (83.) und Vincent Kompany (90.) noch nicht. Immer wieder brillierte US-Goalie Howard.

Tore erst in in der Verlängerung

Es war bereits Achtelfinale Nummer fünf, das nicht in der regulären Spielzeit entschieden wurde. Ähnlich wie Deutschland 24 Stunden davor stellten auch die Belgier gleich in den Anfangsminuten der Overtime die Weichen auf Sieg. Der kurz davor eingewechselte Romelu Lukaku stürmte auf der rechten Seite auf und davon, sein Querpass landete bei De Bruyne, der flach ins linke Eck zum 1:0 traf (93.).

Belgien stürmte weiter, Lukaku (97., 101.) und Mirallas (104.) verhauten weitere Hochkaräter, ehe man mit dem 2:0 alles klar zu machen schien. Bei einem Konter bediente De Bruyne Lukaku, der eiskalt vollendete (105.). Doch mit dem Rücken zur Wand zeigte plötzlich die US-Mannschaft, was in ihr steckt. Nach Assist von Michael Bradley verkürzte der eingewechselte Green sehenswert volley auf 1:2 (107.).

Jermaine Jones (108.) und nach Freistoßtrick Clint Dempsey (114.) vergaben die Ausgleichschancen. In der ersten K.o.-Runde haben sich somit alle acht Gruppensieger durchgesetzt.

Amerikaner beeindruckten

Die Amerikaner unter Teamchef Jürgen Klinsmann und seinem Wiener Co-Trainer Andreas Herzog haben mit ihrer Physis beeindruckt. Darauf stellte Belgiens Trainer Wilmots seine Spieler auch ein. "Sie sind körperlich sehr stark und geben immer Vollgas. Das wird ein Kampf", erklärte Wilmots vor der Partie in Salvador. Wilmots musste zudem auf einige Leistungsträger verzichten. Steven Defour war gesperrt, Anthony Vanden Borre hatte sich einen Wadenbeinbruch zugezogen, Laurent Ciman fielmit einer Adduktorenverletzung aus.

Die Abwehr ist das Prunkstück der Belgier. Das wird auch ihr nächster Gegner im Viertelfinale, Argentinien, noch zu spüren bekommen. Aus dem Spiel haben sie bei der WM nur einen Gegentreffer - in der Nachspielzeit gegen die USA - erhalten, Torhüter Thibaut Courtois wurde sonst nur einmal per Elfmeter bezwungen. Der 1,98 m große Schlussmann gilt auch als Erfolgsgarant, in seinen 21 Länderspielen hat er den Platz somit noch nie als Verlierer verlassen. "Das ist großartig, aber es kann sich schnell ändern", meinte er. "Wir haben bisher eine gute defensive Organisation gezeigt und nur sehr wenige Chancen zugelassen."

Courtois war in der letzten Saison von Chelsea an den Champions-League-Finalisten Atletico Madrid verliehen, wird aber nach der WM vermutlich nach London zurückkehren und dort den Langzeit-Einsergoalie Peter Czech ablösen.

"Wir dürfen nicht zufrieden sein"

"Wir dürfen nicht zufrieden sein. Was wir jetzt brauchen, ist der Hunger auf den nächsten Schritt. Und das ist, Belgien zu schlagen. Wenn wir eines Tages wirklich zu den Top 10 oder 12 der Welt gehören wollen, dann ist jetzt der Moment, das zu zeigen und zu beweisen", sagte US-Trainer Jürgen Klinsmann, vor Spiel. Für Klinsmann ist Belgien vor wie nach dem Match der Geheimfavorit des Turniers: "Das ist ein sehr starkes Team, von vorne bis hinten mit herausragenden Talenten besetzt."

Virtueller Rundgang durch das Stadion:

Marko Arnautovic kassiert in China 245.000 Euro pro Woche

Marko Arnautovic kassiert in China 245.000 Euro pro Woche

Mit dem Wechsel des österreichischen Fußballnationalspieler Marko …

Missbrauchsvorwürfe gegen ÖSV-Trainerlegende Charly Kahr

Missbrauchsvorwürfe gegen ÖSV-Trainerlegende Charly Kahr

Ehemalige Skirennläuferin berichtete in "SZ" von Vergewaltigung durch …

Bernie Ecclestone, lange Jahre der Chef und Gesicht der Formel 1, will auch nach der Milliardenübernahme weiter im Cockpit der Formel-1-Dachcompany Delta Topco bleiben und ein gewichtiges Wort mitreden. Doch dürfte er die Rechnung ohne den neuen Eigentümer gemacht haben, der alles andere als zimperlich ist. Medienmogul John Malone hat Ecclestone gleich einen nicht weniger inspirierten Medienexperten als Chef vor die Nase gesetzt.
 

Formel 1 will mit "Cable Cowboy" neu durchstarten

Bernie Ecclestone, lange Jahre der Chef und Gesicht der Formel 1, will …

Der Verkauf des italienischen Fußballclubs AC Milan an chinesische Investoren ist unter Dach und Fach. Auch der britische Premier Club West Bromwich gehört nun Chinesen.
 

Fußball: AC Milan und West Bromwich nach China verkauft

Der Verkauf des italienischen Fußballclubs AC Milan an chinesische …