French Open: Nadal fightet Djokovic in fünf Sätzen nieder

French Open: Nadal fightet Djokovic in fünf Sätzen nieder

Rafael Nadal rang am Freitag in einem hochklassigen Halbfinale, einer Neuauflage des Vorjahres-Endspiels, in Paris den topgesetzten Serben Novak Djokovic in 4:37 Stunden mit 6:4,3:6,6:1,6:7(3),9:7 nieder.

Am Sonntag geht es entweder gegen seinen Landsmann David Ferrer oder den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga.

Nadal hat damit weiterhin erst ein einziges Spiel auf dem Pariser Sand verloren - 2009 im Achtelfinale gegen den Schweden Robin Söderling. Mit seinem 59. Matchsieg in Roland Garros könnte der Mallorquiner am Sonntag nicht nur diesbezüglich zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen. Auch acht Einzel-Titel bei ein und dem selben Grand-Slam-Turnier hat bisher noch niemand geholt. Titelverteidiger Nadal hält in Paris bei deren sieben.

"Jedes Match hier ist sehr, sehr speziell. Für mich ist es die speziellste Atmosphäre auf der ganzen Tour", betonte Nadal im Siegerinterview. Auch das Duell mit Djokovic war speziell. Nadal stellte im Head-to-Head auf 20:15, musste aber darum zittern. Im vierten Durchgang ließ er nach zwei Breaks bei eigenem Aufschlag die Chance auf die vorzeitige Entscheidung aus, der Serbe rettete sich noch in einen Entscheidungssatz.

Dort hatte Djokovic nach einem frühen Aufschlagverlust von Nadal vorerst die besseren Karten, kassierte aber das Rebreak zum 4:4. Schlüssel könnte ein leichter Volley gewesen sein, nach dem Djokovic das Netz berührte - Punkt und Breakball für Nadal. "Ich hab einmal ein bisschen Glück gehabt", gestand Nadal. "2012 in Australien war es ähnlich, da habe ich verloren. So ist der Sport, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man."

Das Spiel stand dem Australian-Open-Finale vor eineinhalb Jahren, in dem sich Djokovic in fünf Sätzen durchgesetzt hatte, an Klasse und Spannung um nichts nach. Von einem Strafpunkt wegen mehrfacher Zeitverzögerung gegen Djokovic bis zu einfach vergebenen Smashpunkten war alles dabei. Nadals Athletik, sein unermüdlicher Kampfgeist und sein präzises Spiel an die Linien gaben schließlich den Ausschlag.

Zu sicher durfte sich der siebenfache Paris-Sieger aber nie fühlen. "Wir wissen, was für ein guter Spieler und Kämpfer Novak ist", erinnerte Nadal. "Er hat ein spezielles Gefühl, auch in schwierigen Momenten." Nach einem langen Entscheidungssatz (82 Minuten) ging es dann doch sehr schnell. Bei Aufschlag Djokovic nutzte Nadal seinen ersten von drei Matchbällen. Der Serbe setzte eine Vorhand ins Out.

Djokovic vergab damit vorerst die Chance auf den Karriere-Grand-Slam. Der 26-Jährige muss zumindest ein weiteres Jahr auf seinen ersten Paris-Titel - und damit Triumphe bei allen vier Majors - warten. "Er ist ein großer Champion, er wird in einem anderen Jahr hier gewinnen", tröstete ihn Nadal, der mit seinem zwölften Grand-Slam-Titel insgesamt in der ewigen Bestenliste zum drittplatzierten Roy Emerson aufschließen würde. Davor liegen nur noch Roger Federer (17) und Pete Sampras (14).

Bereits das achte Paris-Finale ist Rekord. Der achte Titel wäre eine Bestmarke für alle Grand-Slam-Turniere. Bisher ist Nadal einer von sieben Spielern, dem diese Ausbeute bei einem der Majors gelungen ist. Der Sandplatz-König hat bisher noch jedes seiner in Roland Garros bestrittenen Endspiele gewonnen - und er ist auch diesmal der Favorit. Dabei war Nadal erst Anfang Februar von einer siebenmonatigen Auszeit wegen anhaltender Kniebeschwerden zurückgekehrt.

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