French Open: Frankreich hofft auf Jo-Wilfried Tsonga

French Open: Frankreich hofft auf Jo-Wilfried Tsonga

Im Halbfinale trfft der Franzose Tsonga auf den Spanier David Ferrer. Gewinnt er, könnte es den ersten Heimsieg in Paris seit 30 Jahren geben.

Frankreichs Tennis-Fans fiebern vor dem French-Open-Halbfinale mit Jo-Wilfried Tsonga: Das Kraftpaket mit kongolesischen Wurzeln soll 30 Jahre nach Idol Yannick Noah endlich für den ersten Heim-Triumph in Paris sorgen. Dafür muss der Weltranglisten-Achte am Freitag zunächst den spanischen Dauerläufer David Ferrer bezwingen, im Endspiel gegen Titelverteidiger Rafael Nadal oder den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic wäre die Aufgabe dann noch schwerer.

Doch selbst Noah traut Tsonga nach der Viertelfinal-Demonstration gegen den Schweizer Roger Federer zu, sein Erbe anzutreten: "Er hat schon mehrmals bewiesen, dass er diese Lust hat, so eine Art Turnier zu gewinnen, und er hat es in diesem Turnier gezeigt. Es ist ein schwieriger Weg, aber ich habe den Eindruck, dass etwas in ihm anders ist", sagte Noah der Sportzeitung "L'Equipe", als er am Mittwoch genau drei Jahrzehnte nach seinem Finalerfolg über Mats Wilander das Stade Roland Garros besuchte.

Lokalmatador Tsonga will sich vom enormen Druck und zwei Niederlagen in bisher drei Vergleichen gegen Ferrer nicht verrückt machen lassen. "Jeder erwartet viel von mir, seit das Turnier angefangen hat. Nicht nur bei diesem Turnier, sondern jeden Tag. Ich bin das gewohnt. Ich glaube, das wird einfach für mich", sagte Tsonga und nahm den klaren Erfolg über Federer als Beleg dafür.

Der 28-Jährige weckte 2008 riesige Hoffnungen mit dem Einzug in das Australian-Open-Finale. Der ganz große Coup blieb ihm bisher versagt, obwohl er immer wieder auf sich aufmerksam machte. So wie vor zwei Jahren in Wimbledon, wo ihm als erstem Spieler das Kunststück gelang, Federer nach einem 0:2-Satzrückstand noch zu schlagen. Doch zwischenzeitlich fiel Tsonga sogar kurz aus den Top 20 der Welt heraus. Im Vorjahr scheiterte er im Viertelfinale von Paris trotz vier Matchbällen im Viertelfinale an Novak Djokovic.

Nach einer Zeit ohne Coach arbeitet er seit dem vorigen Herbst mit Roger Rasheed zusammen. Der Australier betreute früher den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Lleyton Hewitt und drillt den 1,88 Meter großen und 91 Kilogramm schweren Tsonga. Glutenfreie Ernährung und verbesserte Fitness zahlen sich aus für "Ali", der manche an das Box-Idol in dessen jungen Jahren erinnert. "Er kann Grand-Slam-Sieger werden. Ich würde ihn nicht trainieren, wenn ich das nicht glauben würde", sagte Rasheed der "L'Equipe".

Fünf Jahre nach dem Halbfinal-Aus für Gael Monfils und 25 Jahre nach dem Endspiel-Einzug von Henri Leconte soll Tsonga auch ein bisschen Aberglaube helfen. Die Zeitung "Le Monde" zählte die Parallelen zu Noah auf: Nummer sechs der Setzliste, im Viertelfinale den Weltranglisten-Dritten geschlagen, Eltern unterschiedlicher Herkunft, der afrikanische Vater auch Profisportler. Tsonga beschrieb seine Beziehung zu Tennis-Veteran und Musiker Noah so: "Wenn er singt, tanze ich. Ich höre genau zu, wenn er etwas sagt."

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