Wiener Börse: Firmenanleihe von GetBucks mit 11 Prozent Zinsen startet

Wiener Börse: Firmenanleihe von GetBucks mit 11 Prozent Zinsen startet

Bei Minisparzinsen wie sie derzeit von Banken geboten werden, hält der österreichische Kapitalmarkt nun einen ganz besonderen Leckerbissen für Anleger bereit: Der Online-Mikrokreditspezialist GetBucks Invest GbmH emittiert derzeit eine Unternehmensanleihe, für die das Unternehmen bereit ist jährlich elf Prozent Zinsen zu zahlen. Da das komplette Emissionsvolumen noch nicht abgesetzt wurde, dürfte der Einstiegspreis nur leicht gegenüber dem ursprünglichen Ausgabepreis varrieren. Ein Einstieg ist daher selbst ein paar Tage nach der Emission genauso attraktiv. Sollte der Anleihekurs unter 100 fallen, ist der Kauf natürlich umso günstiger, aber darauf zu spekulieren, könnte daneben gehen und der Einsteig würde sich bei einem Kurs über 100 verteuern.

Einer der Eigentümer von GetBucks ist Alexander Schütz, Gründer und Vorstand der österreichischen Investmentgesellschaft C-QUADRAT, der sich mit 20 Prozent am Unternehmen beteiligt hat, welches 2011 gegründet wurde. Das Geschäftsmodell des Online-Mikrokreditfinanzierers ist in unseren Breiten zwar noch nicht so bekannt, aber nicht weniger spannend. Denn die Teilbank vergibt Kleinkredite an Privatpersonen in Afrika. Etwas was eine gewöhnliche Bank in vielen Ländern dieses Erdteils ihren Kunden nicht gewährt.

Kredite, nur für Privatpersonen, die einen fixen Job haben

Aber es werden, wie häufig in diesen Regionen, keine Kleinkredite an Personen vergeben, die ein kleines Unternehmen gründen wollen, sondern nur an Menschen, die einen fixen Job haben und einen Privatkredit wollen.

Privatkredite in Höhe zwischen 50 und 2.500 Dollar

80 Prozent der aktuell 40.000 Kunden sind, laut Auskunft von GetBucks, Mitarbeiter einer öffentlichen Institution in diesen Ländern. Die meisten Kredite werden derzeit aufgenommen, um sich eine Ausbildung zu finanzieren. „Wir zahlen in diesen Fällen den Kredit direkt an die Schule oder an die Uni aus. So wissen wir, dass die Mittel auch tatsächlich dafür verwendet werden“, erklärt Lutz Seebacher, Geschäftsführer der Österreich-Tochter von GetBucks Invest und Fundraiser für das Unternehmen. Häufige Gründe sich einen Kredit zu nehmen, sind, neben gewöhnlichen Konsumbedürfnissen, auch die Finanzierung von Gesundheits- und Begräbniskosten.

GetBucks verlangt bis zu 80 Prozent Kreditzinsen

Der Vorteil gegenüber anderen Verleihern: „Wir sind derzeit das einzige Institut, das ausschließlich Onlinekredite vergibt. Dadurch können wir Kredite günstiger anbieten“, erläutert Seebacher. Im Schnitt verlangt GetBucks Kreditzinsen zwischen 18 und 80 Prozent. Der Betrag wirkt verglichen mit europäischen Konditionen horrend, doch in Afrika, wo die Vergabe von Privatkredite durch Banken de facto nicht existiert, verlangen Pfandleiher rund 400 Prozent Zinsen. „Da wir viele kleine Kredite vergeben, die oft auch nicht mehr als 100 Euro ausmachen, müssen wir, damit es sich rechnet, auch höhere Zinsen verlangen“, argumentiert Seebacher. Die durchschnittliche Kredithöhe beträgt 600 Euro. Kredite werden sowohl in der jeweiligen Landeswährung als auch in Dollar vergeben. Um das Risiko für das Unternehmen zu minimieren, wird das Währungsrisiko teilweise abgesichert.

Ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz: „Wir haben eine Software für ein Risikomanagementtool und sind mit unserem Technologie-Know-How den anderen voraus“, erläutert Seebacher. GetBucks ist auch Eigentümer dieser Software.

Zahlungsmoral aufgrund der lukrativen Zinsen extrem hoch

Die Zahlungsmoral der Kunden ist nach Angaben von Seebacher hoch. „Die Ausfallsrate liegt gerade einmal bei fünf Prozent.“ Der Grund: Wer nicht zahlen kann, kriegt keinen Kredit mehr und muss das nächste Mal bei einem anderen Verleiher Wucherzinsen zahlen.
Bevor überhaupt ein Kredit vergeben wird, holt GetBucks Informationen beim Unternehmen ein, bei dem der Kreditwerber beschäftigt ist und fordert den Lohnzettel an. Nur wer seit drei Monaten einen fixen Job hat, wird als Kreditnehmer überhaupt in Betracht gezogen. Bei der Expansion in neue Länder und um Betrug möglichst auszuschalten, erhalten Kunden anfangs nur einen Kredit von höchstens 50 bis 200 Dollar.

Operative Marge von bis zu 28 Prozent

Potentielle Kunden können entweder selbst online mit GetBucks in Kontakt treten oder werden, etwa in Internetcafes, von den Betreibern darauf angesprochen. „Die erhalten für die Vermittlung eine Gebühr“, so Seebacher. Derzeit gibt es in den fünf Ländern rund 400 Vermittler. Das Geschäft scheint sich zu lohnen: „Unsere Margen liegen, je nach Währungsschwankungen, zwischen 20 und 28 Prozent. Die elf Prozent, die wir für die Anleihe zahlen, geht sich leicht aus“, versichert Seebacher.

Luxemburger Aufsicht hat Emission genau geprüft

Geprüft wurde das Institut vom der luxemburgischen Aufsicht CSSF, die Spezialfinanzierung in Emerging Markets prüft. „Da dieses Geschäftsmodell noch eher unbekannt ist, wurde besonders genau geprüft“, so Seebacher. Die GetBucks-Manager mussten deshalb 120 Fragen der Prüfer detailgenau beantworten. Nähere Infos zum Börsenprospekt sind auf der Kontrollbank gegen eine Gebühr von zehn Euro erhältlich.

Onlinefinanzierer will 30 Millionen von Anleger für Expansion

Insgesamt will das Unternehmen durch die Emission an der Wiener Börse 30 Millionen Euro erlösen, um damit die Expansion in weitere 18 afrikanische Länder zu ermöglich. Diese steht nun sukzessive bevor. Seebacher: „Die technischen Systeme sind darauf vorbereitet. Jetzt geht es nur darum die Lizenzen für unser Geschäft in den jeweiligen Ländern zu erhalten. Das stellt aber keine große Hürde dar.“ Und das nötige Geld für die Kredite aufzustellen. Denn diese Kleinkredite erfordern eine hohe Liquidität des Kleinkredite-Instituts. Anders als in entwickelten Märkten basiert das Geschäft kurzfristig, denn ein Kredit von etwa 50 Euro wird rasch gewährt, sondern muss auch in einem Monat wieder zurückgezahlt werden.

Haupteigentümer sind Mikrofinanz-Pioniere

Die beiden Haupteigentümer Johan Jonk und Dave van Niekerk, gehören zu den Mikrofinanz-Pionieren Afrikas. Sie haben über 20 Jahre in diesem Geschäft gearbeitet und bereits eine Online-Kreditbank betrieben. „Die beiden haben sich nach dem Verkauf des ersten Unternehmens zurückgezogen und sich einen Weinberg in Südfrankreich gekauft. Aber ihnen wurde langweilig und sie haben 2011 mit GetBacks wieder eine Online-Kreditbank gegründet“, erzählt Seebacher. Ihr Eigenkaptalanteil: Zehn Millionen Dollar. Die Höhe der aushaftenden Kredite beträgt derzeit 18 Millionen Euro.

Seitdem dem Start des Unternehmens haben sich die Umsätze zwar vervielfacht, die jüngste offizielle Gewinn-und-Verlustrechnung von Mitte 2013 weist jedoch einen Verlust von 1,9 Millionen Euro aus. Allerdings ist laut Seebacher die Kehrtwende geschafft. „In der zweiten Hälfte 2013 hat Getbucks rund 1,2 Millionen Dollar Gewinn erzielt.“ Die anfänglichen Verluste seien vor allem auf die hohen IT-Kosten zurückzuführen.

Garantiegeber ist GetBucks Limited mit Sitz in Mauritius. Der Standort wurde gewählt, da das Unternehmen mit den Ländern, in denen es aktiv ist, mit Mauritius ein Doppelbesteuerungsabkommen hat. Die karibische Insel ist im Fall einer Pleite auch der Gerichtsstand, womit auch die Recht dieses Landes gelten.

Bisher haben, laut Seebacher, überwiegend deutsche Banken die Anleihe gezeichnet.

Fazit: Vielleicht schicken Sie Ihr Geld auf nie mehr wiedersehen nach Mauritius. Vielleicht verhält es sich aber auch so, dass das Kreditmodell im Grunde viel wenig riskant ist, als das von vielen angesehenen Instituten in Europa. Bei GetBucks erhalten Durchschnittsverdiener keine großen Summen um sich Häuser oder Autos zu kaufen, die sie nur mit viel Glück und einem sicheren Job oft erst in den nächsten Jahrzehnten zurückzahlen können. Wenn nicht, bleibt diesen Banken bleibt, wie man am Beispiel Osteuropa gut sehen kann, oft nichts anderes übrig, als die Kredite als uneinbringlich abzuschreiben. GetBucks ist bereit, um hohe Liquidität für ihr Wachstum zu bekommen und das Risiko der Anleger zu belohnen, extrem hohe Zinsen zu zahlen. Das sollte noch niemanden abschrecken. Ob jemand mit dem Geld abhaut oder an Kriminellen scheitern, lässt sich wohl nicht hundertprozentig ausschließen.
Zumindest ist Alexander Schütz an Bord. Der C-Quadrat-Gründer hat nicht nur ein gutes Gespür für lukrative Geschäfte, er hat auch Erfahrung mit Afrika. Das liegt schon daran, dass er Jahr für Jahr namhafte Beträge für Waisenheime in Schwellenländern, auch in Afrika, spendet und diese gemeinsam mit Hilfsorganisationen teils auch betreibt. Mittlerweile gehören ihm auch zwei der größten Mikrofinanz-Fonds der Welt. Diese Fonds vergeben, nach strengen Kriterien, Kredite an Menschen, die ein Kleinstgeschäft gründen oder ausbauen wollen.
Das größte Risiko bei dieser Geldanlage dürften jedoch die Währungsschwankungen sein, die während der Ausleihung der Kleinkredite entstehen und nicht gänzlich abgesichert werden können. In jedem Fall ist das Investment in GetBucks ein sinnvoller Beitrag zur Entwicklungshilfe. Denn was kurbelt die Wirtschaft mehr an, als wenn der (aufkeimenden) Mittelstand Geld zum Ausgeben zur Verfügung hat?

Bevor die Bank eine Order durchführen kann, muss der Anleger jedoch einen Zeichnungschein/Kaufantrag ausfüllen und an GetBucks schicken. Dort wird die Beteiligung von der Aufsicht geprüft: Zeichnungsschein GetBucks

Die Laufzeit beträgt drei Jahre
Das Emissionsvolumen: 30 Millionen Euro
Laufzeitbeginn: 1. Februar 2014
Laufzeitende 31. Jänner 2017
Kupon: 11 Prozent p.a.
Zinszahlungsmodus: halbjährlich
Stückelung: 1.000 Euro
Ausgabepreis: 100 %
ISIN: AT0000A13ED4
Garantiegeber: GetBucks Ltd. (Mauritius)

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