Wahnsinns-Rally an den Europa-Börsen – Experten überschlagen sich

Wahnsinns-Rally an den Europa-Börsen – Experten überschlagen sich

Seit seinem am 24. Juni erreichten Tiefstand für dieses Jahr hat der Euro Stoxx 50 Index 21 Prozent zugelegt, wie Bloomberg-Daten zeigen. Bei den Gewinnern sind Banken, Autohersteller und Telekomkonzerne führend. Investoren setzen darauf, dass die Gewinne der Unternehmen zulegen, da das Finanzsystem der Region sich erholt und die längste Rezession seit Einführung des Euro endet.

Über 15 Wochen in Folge haben Investoren rund 16,1 Mrd. Euro in europäische Aktienfonds investiert, wie Daten des Analyseunternehmen EPFR Global zeigen. Eine so lange Periode ununterbrochener Zuflüsse gab es zuletzt bis Mai 2002.

Angelockt werden die Anleger durch die niedrigsten Bewertungen verglichen mit dem Rest der Welt und die besten Erträge im Verhältnis zu Schwellenmärkten seit mehr als einem Jahrzehnt. EZB-Präsident Mario Draghi stützte die Märkte mit seiner Zusicherung, den Euro zu bewahren.

“Indem Draghi aufgestanden ist und das gesagt hat, was er gesagt hat, war erstmals ein bedeutender Politiker in Europa bereit, zu reagieren und den Ereignissen voraus zu sein”, sagt David Moss, Portfoliomanager bei F&C Asset Management in London. “Die Konjunktur bringt keinen Gegenwind mehr. Die zugrundeliegenden Aussichten sind nicht hervorragend, aber sie haben sich deutlich gebessert.”

Vom Jahresanfang bis zum Handelsschluss am Donnerstag hat der Euro Stoxx 50 15 Prozent zugelegt, am 22. Oktober schloss er auf einem Zweieinhalb-Jahreshoch. Am Freitag war die Benchmark kaum verändert bei 3040 Punkten.

Die goldenen Worte: "Alles tun, um den Euro zu bewahren"

Seit Draghi im November 2011 den Spitzenjob bei der EZB übernahm, hat er die Leitzinsen auf ein Rekordtief gesenkt. Im Juli 2012 sicherte er zu, “alles Nötige zu tun, um den Euro zu bewahren”, und in diesem Jahr kündigte er an, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum niedrig bleiben würden.

Dies trug dazu bei, dass die Renditen zehnjähriger Anleihen aus Spanien und Italien auf 4,14 Prozent beziehungsweise 4,15 Prozent sanken, während sie zuvor bis auf 7,75 Prozent und 7,48 Prozent geklettert waren. Der Euro hat seit dem 9. Juli 7,9 Prozent zugelegt und ist nahe einem Zweijahreshoch zum Dollar.

“Europa ist in einer sehr schwierigen Lage, aber es bewegt sich in die richtige Richtung”, erklärte Andrew Goldberg, globaler Marktstratege bei JPMorgan Asset Management, in einer Präsentation am 21. Oktober. “Nicht nur Kern-Europa, sondern auch Südeuropa bessert sich. Wir sehen eine Menge Chancen.”

Günstig bewertet

Verglichen mit anderen Regionen sind europäische Aktien günstig bewertet. Bloomberg-Daten zufolge ist der Euro Stoxx 50 um 32 Prozent billiger als der MSCI World Index, der Aktien aus Industrieländern abbildet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beim Euro Stoxx 50 liegt bei 13,6 auf Basis der für dieses Jahr erwarteten Gewinne, verglichen mit 15,8 beim Standard & Poor’s 500 Index und 18,4 beim japanischen Benchmarkindex Nikkei 225.

Portfoliomanager Moss von F&C rechnet mit einem Anhalten der Rally in Europa und verweist auf die Aussichten für das Gewinnwachstum. Bei den Unternehmen im Euro Stoxx 50 sind die Gewinne immer noch 50 Prozent unter dem Hoch aus dem Jahr 2007, wie Bloomberg-Daten belegen. Bei den Gesellschaften im S&P 500 liegen sie dagegen 23 Prozent höher.

Auch David Herro, Chief Investment Officer bei Harris Associates LP in Chicago, erwartet weitere Kursgewinne in Europa. “Europa ist eine großartige Chance”, erläutert er. “Die europäische Volkswirtschaft steht offenbar vor einer Erholung”, und die Aktienkurse “haben noch nicht ganz aufgeholt”.

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