Unruhen in arabischen Ländern lassen Investoren kalt

Unruhen in arabischen Ländern lassen Investoren kalt

Finanzinvestoren halten den Märkten in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten die Treue. Sie fokussieren sich mehr auf einzelne Unternehmen und weniger auf die gesamtpolitische Lage. In diesem Jahr sind die Anleger mit dieser Strategie - ungeachtet der Krise in einigen Staaten - gut gefahren.

"Der Mensch ist ein Gewohnheitstier", fasst es Fondsmanagerin Nina de Martinis von Amundi zusammen. "Nach zweieinhalb Jahren haben wir uns daran gewöhnt, mit Unruhen in Ländern wie Ägypten zu leben." Die arabische Region gehört ihrer Meinung nach weltweit zu den wichtigsten Entwicklungsgebieten unter den Schwellenländern.

Über einen Kamm scheren kann man die Finanzmärkte der arabischen Welt ohnehin nicht: Es gibt Energie-Exporteure und -Importeure, Länder mit einem Haushaltsdefizit und solche mit einem Überschuss, stabile politische Systeme und Staaten mit einem Regimewechsel im Zuge des Arabischen Frühlings 2011. Aber wenn die Investoren auf diese Länder blicken, haben sie häufig die gleichen Aspekte im Blick: International aufgestellte Unternehmen und eine junge Bevölkerung, die die Aussicht auf gute Geschäfte in der Zukunft verspricht - unabhängig von der politischen Lage.

Nach Daten des zu Thomson Reuters gehörenden Analysehauses Lipper ist das verwaltete Vermögen in Fonds mit dem Schwerpunkt auf die arabischen Länder Ende Juli auf 1,9 Milliarden Dollar von 1,1 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor angewachsen. Unter dem Strich flossen in Aktienfonds für die Region seit Jahresanfang fast 150 Millionen Dollar. Pro Jahr kommen den Lipper-Daten zufolge unter dem Strich drei Fonds mit dem Fokus auf die arabische Region hinzu.

Satte Kursaufschläge bei Aktien aus Golfstaaten

Vor allem die Aktienmärkte auf der arabischen Halbinsel - allen voran die in Abu Dhabi, Dubai und Katar - haben sich in diesem Jahr teilweise spektakulär entwickelt. Das mag nicht überraschen, da diese Märkte als sichere Häfen in einer konfliktreichen Weltregion gelten. "Dubai hat von allem profitiert, das woanders falsch gelaufen - Syrien, Libyen, Ägypten", sagt Fondsmanager Oliver Bell von T Rowe Price. Der MSCI-Index für die Vereinigten Arabischen Emirate - zu denen Dubai gehört - schoss in diesem Jahr um über 60 Prozent in die Höhe. So eine Performance legte weltweit keine andere Börse der sogenannten "Frontier Markets" hin. Als solche "Grenzmärkte" gelten jene Länder, denen der Aufstieg von den Entwicklungsländern zu den Schwellenländern zugetraut wird.

Zu den Lieblingen der Investoren gehören in Dubai Immobilienwerte wie Emaar, deren Aktien in diesem Jahr 68 Prozent zulegten. Vor vier Jahren hatte noch eine Immobilienkrise in dem Golfstaat die Börsen weltweit in Turbulenzen gestürzt, aber das scheint für die Investoren nur noch eine ferne Erinnerung zu sein. Getrieben wird der Markt in den Golfstaaten auch von der Kauflaune der Verbraucher, die von den Konjunkturprogrammen der Regierungen angeregt wird. Mit der Förderung der Konsumfreude versuchen die Machthaber zugleich, Proteste und Unruhen wie in den nordafrikanischen Ländern zu verhindern.

In Katar wiederum geben nicht zuletzt die Infrastrukturprojekte vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 der Wirtschaft jenseits des Öl- und Gasgeschäfts einen Schub.

Börse in Kairo sticht andere Schwellenmärkte aus

Noch überraschender als die Entwicklung in den Golfstaaten dürfte die des ägyptischen Aktienmarktes sein. Weniger als zweieinhalb Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak befindet sich das Land wieder in einer schweren Krise. Militär und Muslimbrüder stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber, nachdem der gewählte Präsidenten Mohammed Mursi vor einem Monat abgesetzt wurde. Seit Jahresanfang verzeichnet die Börse in Kairo trotzdem ein Plus von fast drei Prozent. Der MSCI-Index für die Schwellenmärkte - zu dem die Börse in Kairo gehört - hat im gleichen Zeitraum dagegen zehn Prozent nachgegeben. Zu den Favoriten der Anleger gehören die Aktien der Commercial International Bank (CIB), die auf Jahressicht fast elf Prozent zugelegt haben.

Allerdings sind manche Anleger auf der Hut. Denn in Ägypten könnten sich die Dinge in verschiedene Richtungen bewegen, sagt etwa Ghadir Leil-Cooper, Chefin des Aktienhandels bei Baring Asset Management. Andere Börsianer sind da optimistischer: "Unsere Sichtweise auf Ägypten war immer die, dass man die Fundamentaldaten der Unternehmen trennen kann von dem Tanz auf der politischen Bühne", sagt Chefinvestor Daniel Broby von Silk Invest.

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