"Schiffswerte steigen und im Schlepptau die Aktien"

 "Schiffswerte steigen und im Schlepptau die Aktien"

Das lässt Schiffsbesitzer wie Golden Ocean und D/S Norden an Zuversicht gewinnen, dass der bislang größte Einbruch in der Branche vorbei ist. Vorsicht sei dennoch geraten, denn China könnte der Rally noch einen Strich druch die Rechnung machen.

Der Wert von fünf Jahre alten Capesize-Schiffen etwa ist in diesem Jahr um 5,7 Prozent auf 31,4 Millionen Dollar angestiegen. Im Bereich Panamax - also Schiffen, die durch den Panama-Kanal fahren können - ging es um 16 Prozent nach oben auf 21,2 Millionen Dollar. Das zeigen Daten der Baltic Exchange.

Laut Analyst Erik Nikolai Stavseth von Arctic Securities in Oslo sollten Investoren die Aktien von Golden Ocean und von Norden kaufen - weil sich im aktuellen Kurs noch nicht ganz die Zugewinne bei den Schiffspreisen widerspiegeln. Seine Empfehlungen für Schiffsunternehmen kamen über drei Jahren auf Erlöse von rund 75 Prozent.

Steigende Preise für Schiffe aus zweiter Hand sind ein Anzeichen für die steigende Zuversicht einiger Investoren zur Entwicklung bei den Frachtraten. Diese waren nach ihrem Hoch in 2008 um bis zu 95 Prozent eingebrochen.

Baltic Dry Index zieht kräftig an

Der Baltic Dry Index - ein Barometer, der die Frachterlöse bei vier verschiedenen Schiffsklassen abbildet - konnte in diesem Jahr bereits um 42 Prozent zulegen. Zum einen hatte sich das Flotten-Wachstum verlangsamt, zum anderen legte der Übersee- Handel auf einen Rekordwert zu.

“Die Leute kaufen Schiffe, weil sie glauben, dass wir das Tief hinter uns gelassen haben”, sagte Analyst Stavseth weiter. “Steigende Schiffspreise sagen uns letztlich, dass sich der Markt in die richtige Richtung bewegt und dass erwartet wird, dass die Gewinne anziehen werden.”

Der Baltic Dry Index war am 1. Juli dieses Jahres auf ein 18-Monats-Hoch gestiegen, weil sich die Fracht-Raten bei jeder Schiffsklasse des Barometers erhöht hatten. Das belegen Angaben des Baltic Exchange in London, der die Frachtkosten auf mehr als 50 Seewegen veröffentlicht.

Die Erlöse im Capesize-Segment sind in diesem Jahr um mehr als das Doppelte angestiegen, bei Panamax ging es immerhin noch um 35 Prozent aufwärts. Dennoch: In beiden Klassen liegen die Werte noch unterhalb jenes Betrags, den die Schiffsbesitzer brauchen, um unter Berücksichtigung der Finanzierungskosten die Gewinnschwelle zu erreichen.

Im kommenden Jahr werden die Capesize-Erlöse pro Tag bei durchschnittlich 16.000 Dollar liegen, geht aus einer Umfrage von Bloomberg News unter neun Analysten hervor. Die Besitzer der Schiffe brauchen laut RS Platou Markets AS rund 14.500 Dollar, um den Break-Even-Punkt zu überklimmen.

Frachtraten steigen langsam wieder

Auch wenn die Frachtraten steigen - sie befinden noch immer deutlich unter dem, was die Branche 2008 sah. Damals betrugen sie bis zu 234.000 Dollar am Tag im Capesize-Segment, verglichen mit aktuell 10.550 Dollar. Bei den Panamax-Raten wurden 2007 bis zu 94.977 Dollar erreicht, während sie sich im Moment um die Marke von 7481 Dollar bewegen.

Auch der Wert der Schiffe ist von alten Höchstwerten weit entfernt. In 2008 ließ sich ein fünf Jahre altes Capesize-Schiff noch für bis zu 153,8 Millionen Dollar verkaufen. Panamax-Frachter erzielten 2007 bis zu 90,72 Millionen Dollar.

China bedroht Rally

Die jüngste Rally bei Frachtraten und Schiffspreisen wird aber bedroht durch die mögliche Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft. Das Land verbraucht mehr Eisenerz, Kohle und Metall als jede andere Nation. Von Bloomberg News befragte Volkswirte glauben im Mittel, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft in diesem und im nächsten Jahr um 7,5 Prozent wachsen wird - das wäre das geringste Plus seit 1990.

Norden erklärte im Mai, das Unternehmen wolle die eigene Flotte um Schiffe für 445 Mio. Dollar ergänzen. Und auch Golden Ocean plant eine Kapazitäts-Erweiterung. “Schiffsbesitzer kaufen sich in den Sektor ein, weil sie eine Beschleunigung der Erlöse in der Zukunft sehen”, sagte Analyst Rune Sand von Carnegie SA in Oslo. “Die Schiffswerte steigen an - und im Schlepptau werden dann auch die Aktien der Schiffsunternehmen zulegen.”

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