Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Der Druck zu siegen, ist sehr groߓ

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Der Druck zu siegen, ist sehr groߓ

FORMAT: Herr Wolff, wie wichtig ist eigentlich noch fahrerisches Können für einen Sieg?

Toto Wolff: Nicht weniger wichtig als früher. Und Köpfchen ist für Fahrer wichtiger denn je. Ein kompletter Fahrer muss einfach wissen, wie er die Elektronik einsetzt, etc.

Und wer ist der kompletteste Fahrer in der Formel 1?

Wolff: Letztes Jahr war das sicher Sebastian Vettel. Er hat aus einer optimalen Situation das Maximum rausholen können. Heuer hoffe ich, dass es einer von unseren Fahrern wird.

Das klingt alles ein bisschen nach Tiefstapeln. Sind Sie sich nicht sicher, dass Ihre Fahrer den Sieg holen können?

Wolff: Ich bin mir sicher, dass Sie es schaffen können und wir wollen auch unbedingt gewinnen. Aber gerade diese Saison kann aufgrund der vielen technischen Neuerungen sehr viel passieren.

Wie groß ist denn der Druck von Daimler, dass Ihnen heuer ein Sieg gelingt?

Wolff: Der Druck ist sehr groß, dass wir bei der Konstrukteurs-WM siegen. Als Mercedes sich entschlossen hat, bei der Formel 1 dabei zu sein, war ein Sieg immer das Ziel.

Sie haben von Red Bull jüngst zwei Ingenieure abgeworben. Das wird man bei Red Bull aber gar nicht gerne sehen.

Wolff: Auf derartige Befindlichkeiten kann ich keine Rücksicht nehmen. Mir ist wichtig, dass ich die besten Leute im eigenen Team habe.

Gibt es umgekehrt auch Versuche, von Mercedes Leute abzuwerben?

Wolff: Solche Versuche gibt es ständig.

Wollte man Sie auch schon einmal abwerben?

Wolff: Nein (lacht). Das sollte mir eigentlich zu denken geben, oder? Nein, aber ich wurde ja erst letztes Jahr von Williams zu Mercedes geholt.

Heuer wird es ja auch erstmals einen Grand Prix in Russland geben. Gibt es da von Ihrer Seite Ressentiments?

Wolff: Ich denke, wir sollten uns hüten, politische Statements abzugeben, weil wir zu wenig wissen, was in Russland wirklich passiert. Ich akzeptiere die Entscheidung der FIA, in Russland zu fahren. Und von der Mischung passt Sotschi gut in den Tour-Kalender.

Stört es Sie, dass die Austragungsorte immer öfter nach finanziellen Gesichtspunkten ausgewählt werden?

Wolff: Nein, das finde ich richtig so.

Welches ist Ihre Lieblings-F1-Strecke?

Wolff: Ich liebe Monza, die Strecke liegt in einem riesengroßen Park und das italienische Flair ist durch nichts zu überbieten.

Sie haben ja in Ihrem ersten Jahr bei Mercedes einiges bewirkt. Worauf sind Sie am meisten stolz?

Wolff: Dass wir aus einem schwachen Mittelfeld-Team ein Spitzenteam gemacht haben, das auch das Potenzial hat, um die Spitze mitzufahren.

Es soll ja anfangs auch ordentlich gegen Sie intrigiert worden sein. Wie gehen Sie damit um?

Wolff: Intrigiert wird auch jetzt noch, jeden Tag. Das gehört dazu bei solchen Jobs. Bernie Ecclestone würde sagen: Don’t get mad, get even.

Klingt so als würden Sie viel auf Ecclestones Wort geben …

Wolff: Ja, ich schätze ihn sehr. Jemand, der mit 83 Jahren das aus der Formel 1 gemacht hat, was ihm gelungen ist, verdient Respekt.

Wie funktioniert im Team die Rollenverteilung mit Niki Lauda?

Wolff: Niki Lauda ist mit seinen guten Kontakten so etwas wie ein Außenminister. Und er lässt uns nach innen machen, was wir für richtig halten.

Die Chemie stimmt?

Wolff: Die stimmt, weil wir ja auch ein starkes gemeinsames Ziel verfolgen. Ich würde fast sagen, wir sind so etwas wie Lebensabschnittspartner. An vielen Abenden, an denen wir nicht arbeiten, gehen wir gemeinsam essen.

Verraten Sie, wieviel Sie bei Mercedes verdienen?

Wolff: Nein, das möchte ich nicht.

Gibt es eine Erfolgs-Komponente?

Wolff: Ja und das finde ich auch gut so. Manager, die den Shareholder-Value steigern, sollten dafür entsprechend entlohnt werden.

Wie wichtig ist Ihnen Geld?

Wolff: Die Primärbedürfnisse sollten erfüllt werden können und wenn es ein bisschen mehr ist, freue ich mich auch.

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