Interview mit Red Bull Chef Dietrich Mateschitz: "Kämpfen weiter um die Formel 1 WM"

Interview mit Red Bull Chef Dietrich Mateschitz: "Kämpfen weiter um die Formel 1 WM"

In einem seiner seltenen Interviews spricht Red Bull Chef Dietrich Mateschitz über die Chancen und Hoffnungen für sein Team in der Formel 1 Saison 2014. Trotz der anhaltenden Dominanz von Mercedes sieht er die Weltmeisterschaft noch lange nicht entschieden.

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat die Formel-1-WM trotz der aktuellen Überlegenheit von Mercedes noch lange nicht abgeschrieben. Sein Red Bull eroberte beim Europa-Auftakt am Sonntag in Barcelona hinter dem überragenden Mercedes-Team, das erneut einen Doppelsieg einfuhr, die Plätze drei und vier. Mateschitz verfolgte das Rennen vom Dach des Red-Bull-Motorhomes im Fahrerlager, für Ricciardo gab es dort eine herzliche Umarmung. Danach sprach er über die WM-Chancen, die Dominanz der vergangenen Jahre und den Grand Prix von Österreich als möglichen Wendepunkt.

Beide Piloten sind ein starkes Rennen gefahren. Haben sie das Maximum herausgeholt?

Dietrich Mateschitz: Im Moment geht es nur um die Plätze zwei und drei. Sebastian ist ein sensationelles Rennen gefahren, er hat alles richtig gemacht. Es war in dieser Saison sein erstes normales Rennen ohne Probleme.

Ist Ihnen mit Ricciardo ein weiterer Goldgriff gelungen?

Mateschitz: Wir waren uns sicher, dass er es kann, sonst hätten wir ihn gar nicht geholt. Wie schnell er auf diesem Niveau fahren kann, das war aber für alle überraschend, diese Selbstverständlichkeit, diese Souveränität. Toro Rosso war eine gute Schule. Auch psychologisch ist es ein Unterschied. Daniel sitzt jetzt in einem besseren Auto als im Vorjahr, Sebastian in einem schlechteren. Da tut er sich leichter. Die Nummer zwei zu sein, das ist sicher nicht der Anspruch von Red Bull.

Mateschitz: In den vergangenen viereinhalb Jahren sind wir die Nummer eins gewesen, ohne den Doppeldiffusor 2009 wären es sogar fünf Jahre. Wir waren viermal hintereinander Weltmeister. Dass es nicht immer so weitergeht, war klar.

Wie gedenken Sie Mercedes einzuholen?

Mateschitz: Wir haben wieder ein gutes Auto, aber mit dem Antriebsstrang gibt es noch Probleme. Bei den Tests im Winter sind wir noch gar nicht gefahren. Angefangen haben wir mit zwei Sekunden Rückstand, jetzt sind wir bei einer. Es ist alles schon viel besser geworden. Wir versuchen, dass wir diese Entwicklung fortsetzen - mit allen unseren Möglichkeiten.

Kann man angesichts des Rückstandes noch vom WM-Titel sprechen, oder muss man die Ziele überdenken?

Mateschitz: Unser erstes Ziel ist es, dass wir wettbewerbsfähig werden, siegfähig. Wenn wir heuer noch wettbewerbsfähig werden, ist es noch aufzuholen. Solange es mathematisch möglich ist, werden wir um die WM kämpfen, auf jeden Fall. Vieles ist aber außerhalb unseres Einflussbereiches. Zum Beispiel, wieviel Nissan in die Motorenentwicklung investiert.

Was sind die entscheidenden Faktoren für eine mögliche Aufholjagd?

Mateschitz: Wir hoffen, dass Renault von der Motorenleistung gleichzieht. Das kann schnell gehen. Auch ein neuer Sprit bringt bis zu 20 oder 30 PS. Wir hatten noch nie den stärksten Motor, aber ein gutes Gesamtpaket. Man muss sehen, wie groß der Rückstand in der WM ist, bis wir wettbewerbsfähig sind. Vielleicht kann der Grand Prix von Österreich ein Wendepunkt werden."

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