High Yield Bonds: Rendite mit kalkulierbarem Risiko

High Yield Bonds: Rendite mit kalkulierbarem Risiko

Mit einem neuen, kurz laufenden Global High Yield Bond, will die Bawag P.S.K. ertragsorientierte Anleger ansprechen. Robert Kovar, Geschäftsführer der Bawag P.S.K. Invest und Martin Bohn, CIO Fixed Income, erklären, weshalb sie diese Anlageform empfehlen.

format.at: Bis zum 7. Februar läuft noch die Zeichnungsfrist für den neuen "Global High Yield Bond Kurz" der Bawag P.S.K. Warum wurde dieser Fonds jetzt aufgelegt? Was sind die Hintergründe dafür?

Robert Kovar: Die Überlegung hat sich aus vielen Gesprächen mit dem Vertrieb ergeben. Sowohl im Privatkundenvertrieb als auch im institutionellen Vertrieb. Wie werden noch längerfristig niedrige Zinsen haben. Die Anleger suchen daher Produkte, mit denen noch mehr Renditen möglich sind. Der zweite Grund ist, dass im letzten Jahr sind Aktien sehr gut gelaufen sind, der klassische Retail-Kunde in Österreich aber bei weitem noch nicht so viel Aktien kauft, wie das vielleicht sinnvoll gewesen wäre oder noch sinnvoll sein kann.

Die Frage ist also, was es zwischen einem Sparbuch gibt, mit dem man nicht einmal mehr die Inflationsrate verdienen kann und Aktien, die manchen trotz der guten Entwicklung immer noch als zu riskant erscheinen. Wir haben bereits seit über zehn Jahren einen Global High Yield Bond mit einem sehr großen Volumen laufen. Dieser Fonds hat allerdings auch eine Emerging Market Komponente.

Der neue Fonds ist weniger risikoreich, weil nicht in Emerging Markets investiert wird?

Martin Bohn: Ja, und weil die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen im Fonds auf drei Jahre reduziert wurde. Das heißt, dass es bei dem neuen Fonds weniger Zinsrisiko gibt. Allerdings gibt es immer noch das normale High Yield Risiko. Das ist aber notwendig, um eine entsprechende Rendite zu ermöglichen.

Kovar: Aber wenn die Zinsen wieder einmal steigen sollten, dann ist mit diesem Fonds wegen der kurzen Laufzeit das Risiko geringer. Bei langen Laufzeiten ist das Risiko größer, dass die Kurse bei steigenden Zinsen fallen.

Der Wiener Aktienmarkt hat sich zwar noch nicht so dynamisch entwickelt wie andere Märkte, international haben die Börsen aber Höchststände erreicht. Sowohl der Dax als auch der Dow Jones und der S&P 500 sind auf Allzeit-Höchstständen. Sollte man den Kunden jetzt nicht Aktienkäufe empfehlen?

Kovar: Unsere Empfehlung ist ganz klar, die Investments zu streuen. So viel wie möglich und so breit wie möglich. Da gehören Aktien natürlich dazu. Unser Vertrieb macht das auch. Man sollte nicht das ganze Geld vom Sparbuch in einen Fonds stecken. Ob der Aktienanteil bei zehn, 20, 30 oder 40 Prozent liegt hängt sicher individuell vom Kunden ab. Das muss sich aus dem Anlagegespräch ergeben. Der Trend, Aktien mitzumischen kommt langsam das sehen wir auch an den Mischfonds, die wir anbieten. Wir hatten noch nie einen so hohen Absatz in den Mischfonds wie im vergangenen Monat.

Und wie viel Prozent des Portfolios würden Sie zur Anlage in High Yield Fonds empfehlen?

Bohn: Auch das ist eine Beimischung. Auch deshalb, weil es eben eine wesentlich risikoreichere Klasse ist als normale Anleihen, ganz zu schweigen von einem Sparbuch. Wir empfehlen je nach Risiko eine High Yield Quote zwischen zehn und 20 Prozent als Beimischung in einem Portfolio. Im Moment spricht aber alles für diese Asset-Klasse: Das niedrige Zinsniveau, die relativ gute Wirtschaftslage und die gute Auftragslage. Nach unserem Ermessen sollten die Rücksetzer in den nächsten Jahren moderat ausfallen.
Die letzten Jahre waren auch schon gute High Yield Jahre. Alleine die Rendite, die man im Vergleich zur normalen Staatsanleihe bekommt ist schön. Unserer Ansicht nach zahlt sich das aus. Gerade, weil auch die Konjunktur der entwickelten Märkte wie die USA und Europa derzeit sehr gut läuft. Die USA sind da noch einen Schritt weiter als Europa.

Welchen Ertrag können sich denn Anleger realistisch gesehen von einem High Yield Investment erwarten?

Bohn: Ich nehme an, dass der Fonds eine Veranlagungsrendite von um die vier Prozent, aus heutiger Sicht eher einen Tick weniger, haben wird. Das ist der beste Schätzwert, den man geben kann. Je nachdem wie sich das Zinsniveau entwickelt, kann der Gesamtertag dann etwas höher oder etwas geringer sein.

Wie schätzen Sie das generelle Umfeld für diese Art der Veranlagung ein?

Bohn: Es handelt sich dabei um Unternehmensanleihen von Unternehmen mit einem schlechteren Rating. Dazu gehören etwa der Jeansriese Levi Strauss, der Spielzeugkonzern Toys „R“ Us oder der Flugzeug- und Eisenbahnhersteller Bombardier. Die Analyse übernimmt Bearings für uns. Die Unternehmen sind gesund und liquide und haben in den letzten Jahren gespart. Das Wachstum ist relativ gut vorhersehbar.

Welche Zielgruppe und Art von Anlegern wollen Sie damit ansprechen?

Kovar: Privatkunden, die vielleicht schon erste Wertpapier-Investments getätigt haben. Die schon eine Anleihe gezeichnet haben und mit den Zinsen der Sparbücher unzufrieden sind. Wobei wir nicht empfehlen, Sparbücher aufzulösen und das Geld stattdessen in den Fond zu stecken. Das bitte sicher nicht.
Auf der anderen Seite institutionelle Anleger wie Versicherungen, Pensionskasten oder Stiftungen. Die haben den bestehenden High Yield Fonds schon sehr gut gefunden, wollten aber die Trennung zwischen Emerging Markets und High Yield. Wir glauben, dass es eine gute Möglichkeit ist, um ein bisschen mehr als die Inflationsrate verdienen zu können.

Sport

Formel 1: "Es gibt keinen fairen Wettbewerb mehr"

Die Pläne für den Börsengang der Formel-1-AG liegen schon lange bereit. Nach dem Freispruch von Zampano Bernie Ecclestone wird es nicht mehr lange bis zum IPO dauern.
#Ecclestone #Gribkovsky
 

Formel 1

Formel 1 nach Ecclestone-Freispruch in Start-Position für Börsengang

Der Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wird eingestellt - gegen einen Deal.
#Ecclestone #Gribkovsky
 

Formel 1

Ecclestone kauft sich für 100 Millionen Dollar frei