Eine Spürnase mit Geld

Eine Spürnase mit Geld

Thomas Polak, 41, war bis zur Mitte der Nuller Jahre als Investmentbanker tätig (u.a. Alizee und C-Quadrat), und finanziert heute als One-Man-Show ziemlich erfolgreich Firmen in der Wachstums- oder Internationalisierungsphase.

Um fünf Uhr läutet der Wecker. Das ist der Preis für sein neues Leben. Thomas Polak bezahlt ihn gern. Dann setzt er sich an den Schreibtisch bevor er mit seinen schulpflichtigen Kindern frühstückt. Oft liest er die Nachrichten aus Übersee, etwa von der New Yorker Szenebar "Apotheke“. Wenn Justin Timberlake dort ein Video abgedreht, oder die legendäre Sexualtherapeutin Ruth Westheimer einen Cocktail geschlürft hat, freut sich der Polak in Wien. Eines seiner "Fun-Investments“, wie er das nennt, scheint zu funktionieren.

Der ehemalige Investmentbanker wechselte vor einigen Jahren die Seiten und finanziert heute eine Reihe von Firmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Über seine Mira Investments GmbH hält er Beteiligungen an einem Radiosender, einer Modeschmuck-Kette, einem Online-Lifestyle-Magazin für Männer und dem Szenetreff "Puff-Bar“ (nicht das, wofür man es halten könnte) in Wien. Dass Geld - der Return-on-Investment - "kein Antrieb mehr ist“, ist zwar eine kokette Ansage, wird bei Polak aber glaubwürdiger, wenn er erzählt, wie er zu seinen Investments kommt und wie er mit den Unternehmern umgeht. Für sein Engagement in der New Yorker Barszene reichte ein Treffen mit Gastronom Albert Trummer. Polak war von der Vision des Steirers derart angetan, dass er ihm das Geld überwies, noch bevor er die Bar gesehen hatte. Trummer exportierte damit seine Idee nach Miami, "und das sehr erfolgreich“, sagt Polak.

Natürlich schaut sich Polak auch die Businesspläne an, die er "ab und zu auch gern zerreisst“. Seine "wichtigste Due Dilligence“ sei aber die Überprüfung der Beziehungsebene zum Unternehmer. Das meint er nicht esoterisch. "Anwälte und Wirtschaftsprüfer kennen einen kleinen Ausschnitt der Wahrheit. Ich verlasse mich auf mein Gespür. Wenn das Spannungen anzeigt, lasse ich die Finger davon.“ Auf seine Spür-Nase kann sich Polak ganz gut verlassen.

Mit Glück reich geworden

Seinen Einstieg in das burgenländische Start-up I-New konnte er nach kurzer Zeit vergolden. 2011 hat er sich bei dem Anbieter von schlüsselfertigen IT-Lösungen für die Mobilfunkindustrie beteiligt, mit den Gründern das Geschäftsmodell umgebaut, und die Mehrheit an der Firma im heurigen Frühjahr erfolgreich an den Glücksspielkonzern Novomatic verkauft.

Einen Teil aus diesem Verkauf investiert Polak jetzt in die Modeschmuck-Kette Gooix und die Lateinamerika-Expansion des Männer-Magazins Vangardist. Polak berät die Unternehmer beim Geschäftsmodell, hält sich im Tagesgeschäft aber zurück. "Ich werde einen Teufel tun, Leuten, die ein gutes Wachstum zu erzielen, ins Handwerk zu pfuschen. Da bin ich Psychologe genug, um den Schritt zurückzustehen.“ Der Erfolg gibt ihm bislang Recht, und die Momente sind selten geworden, wo er sich sein altes Leben als angestellter Investmentbanker zurückwünscht. Manchmal, wenn er nachts noch Telefonkonferenzen mit Übersee führen muss, denkt er dran. Aber solange es gute Nachrichten gibt, kann es nichts Schöneres geben als "sein Unternehmer-Gen mit coolen Partnern“ auszuleben.

Sport

Formel 1: "Es gibt keinen fairen Wettbewerb mehr"

Die Pläne für den Börsengang der Formel-1-AG liegen schon lange bereit. Nach dem Freispruch von Zampano Bernie Ecclestone wird es nicht mehr lange bis zum IPO dauern.
#Ecclestone #Gribkovsky
 

Formel 1

Formel 1 nach Ecclestone-Freispruch in Start-Position für Börsengang

Der Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wird eingestellt - gegen einen Deal.
#Ecclestone #Gribkovsky
 

Formel 1

Ecclestone kauft sich für 100 Millionen Dollar frei