"Das Pensionskonto wird mit einem ungedeckten Scheck finanziert"

"Das Pensionskonto wird mit einem ungedeckten Scheck finanziert"

Wichtig sei dabei ein Gesamtsystem, bei dem die zweite und dritte Säule als Ergänzung zur ersten fungiere, rasches Handeln sei gefragt, waren sich die Experten einig. Denn die "Nachhaltigkeitslücke" könnte langfristig mehr als 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, falls keinerlei Maßnahmen mehr gesetzt werden, so die Studie.

Der öffentliche Schuldenstand sei 2012 bei 73,2 Prozent gelegen, dazu kämen die implizite Verschuldung jetzt Lebender (108,3 Prozent) sowie die implizite Verschuldung für Zukünftige (69,5 Prozent). Das Pensionskonto werde mit einem "ungedeckten Scheck" finanziert, meinte Eco-Austria-Chef Ulrich Schuh.

Österreich habe im internationalen Vergleich relativ hohe Ausgaben für die Altersvorsorge, die von der staatlichen Säule dominiert sei. Sie seien laut OECD-Statistik im Jahr 2007 bei 12,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gewesen. Höher seien die öffentlichen Ausgaben nur in Frankreich (12,5 Prozent) und in Italien (14,1 Prozent). Die demographische Entwicklung verstärke den Finanzierungsdruck im Bereich des staatlichen Umlagesystems deutlich. Bereits jetzt seien Maßnahmen gesetzt, die zu deutlichen Änderungen führen würden, was der Bevölkerung vielleicht noch gar nicht so bewusst sei. Die Ersatzquoten würden sinken, das Pensionsantrittsalter steigen müssen.

Es sei daher absehbar, dass die Bedeutung der kapitalgedeckten Altersvorsorge als Ergänzung zum Umlagesystem "deutlich" steigen müsse. Im Vorjahr wurden rund 46 Mrd. Euro bzw. 15 Prozent des BIP für die Altersvorsorge aufgewendet. Mit 38,4 Mrd. Euro entfielen mehr als 80 Prozent aller Einzahlungen auf das staatliche Umlagesystem. Für den Fachverband der Pensionskassen sind 60 Prozent staatlich, 25 Prozent betrieblich und 15 Prozent individuell eine realistische Variante. Wenn man heute beginne, könnte dies in 15 bis 20 Jahren erreicht werden, so Fachverbandsobmann und Valida-Chef Andreas Zakostelsky.

"Gefährliche Strategie"

Eine umfassende und konsistente Strategie für die Altersvorsorge unter Berücksichtigung aller drei Säulen fehle und müsse entwickelt werden, so Schuh. Sich nur auf einen Teil zu konzentrieren sei eine "sehr gefährliche Strategie". Der Bevölkerung sei nicht bewusst, was das Allgemeine Pensionsgesetz (APG) bewirken solle und wie es sich in den nächsten 25 bis 30 Jahren auswirken werde. Die Ersatzquoten im Verhältnis zum letzten Einkommen würden sich 2040 auf brutto 56 bis bis 54 Prozent reduzieren, netto auf rund 72 bis 69 Prozent. Das staatliche Pensionssystem könne schon jetzt nicht die Versprechen der Vergangenheit halten, und das werde künftig noch schwieriger werden. Zu glauben, dass man bis 2050 mit einem stabilen Pensionsantrittsalter durchkomme, sei eine Illusion.

Als Reformfelder ortet die Eco-Austria-Studie die Sicherstellung der finanziellen Nachhaltigkeit der gesetzlichen Pensionsversicherung, eine übersichtliche, konsistente und transparente öffentliche Förderung der kapitalgedeckten Vorsorge und ein Eindämmen der ertragsmindernden Regelungen bei der kapitalgedeckten Vorsorge. Als Beispiel und Vorbild für Österreich könnte Schweden dienen, so Schuh.

Wichtig sei auch die konsequente Verwirklichung des so genannten EET-Systems bei der kapitalgedeckten Vorsorge, also der Steuerfreiheit für Beiträge und Kapitalbildung und Besteuerung erst bei Pensionsauszahlung. Bei den Pensionskassen würde eine Absetzbarkeit der Arbeitnehmerbeträge (72 Mio. Euro im Jahr 2012) zwar 1,8 Mio. Euro weniger Lohnsteuer bringen, jedoch durch höhere Pensionen einen in Summe positiven Effekt auf die Staatseinnahmen von 3,2 Mio. Euro jährlich erreichen, hat das IHS für den Fachverband der Pensionskassen errechnet. Zakostelsky erklärte, das EET-Prinzip sei kein "Steuerzuckerl", es gehe vielmehr um eine "bewusstseinsbildende Karotte".

Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz kritisierte bei der heutigen Pressekonferenz Stimmen, die meinten, dass ein kapitalgedecktes System "ein Werk des Teufels" sei. Man sollte aber das Problem nicht verdrängen; es sei jetzt der richtige Zeitpunkt, die zweite und dritte Säule zu fördern und nicht zu behindern. Der staatlichen Pension werde aber weiter eine zentrale Rolle zukommen.

Manfred Rapf, im Versicherungsverband Vorsitzender der Sektion Leben und Vorstand der s Versicherung, betonte, dass die Reform der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge dazu führen sollte, dass sie wieder mehr angenommen werde. Der Wunsch an die Politik sei, dass auch die Pflegevorsorge eingebunden werde.

Sport

Formel 1: "Es gibt keinen fairen Wettbewerb mehr"

Die Pläne für den Börsengang der Formel-1-AG liegen schon lange bereit. Nach dem Freispruch von Zampano Bernie Ecclestone wird es nicht mehr lange bis zum IPO dauern.
#Ecclestone #Gribkovsky
 

Formel 1

Formel 1 nach Ecclestone-Freispruch in Start-Position für Börsengang

Der Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wird eingestellt - gegen einen Deal.
#Ecclestone #Gribkovsky
 

Formel 1

Ecclestone kauft sich für 100 Millionen Dollar frei