Broker-Titel gehen durch die Decke: Privatanleger wollen wieder Aktien

Broker-Titel gehen durch die Decke: Privatanleger wollen wieder Aktien

Die Aktien von US-Discount-Brokern wie etwa Charles Schwab oder TD Ameritrade haben sich im Vergleich zum Standard & Poor’s 500 Index zuletzt so stark entwickelt wie seit 2003 schon nicht mehr und mit ihrer Kursperformance so manche Großbank à la Goldman Sachs hinter sich gelassen. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Privatanleger bei der seit vier Jahren andauernden Rally mitmischen wollen.

Charles Schwab, TD Ameritrade und E*Trade Financial sind im bisherigen Jahresverlauf bis Freitag im Schnitt um rund 38 Prozent gestiegen. Damit haben sie nicht nur den S&P-500 um 23 Prozent geschlagen, sondern auch Banken wie Goldman Sachs Group in den Schatten gestellt.

Als es das letzte Mal eine solche Situation gab, flossen den Aktien-Investmentfonds etwa 91 Milliarden Dollar zu - 24 Prozent mehr als der jährliche Durschnitt in den zwei Jahrzehnten vor der globalen Finanzkrise.

Kursgewinne am Markt könnten den Höhepunkt erreicht haben

Aktien-Optimisten sehen in der Rally der Broker einen Beweis dafür, dass private Anleger stärker in Aktien investieren wollen, nachdem sie in den vergangenen vier Jahren etwa 400 Milliarden Dollar aus Aktien-Investmentfonds abgezogen hatten. Pessimisten sind hingegen der Meinung, dass das Engagement der Privatanleger - die die breite Rally am Markt verpasst hatten und jetzt den Einstieg suchen - deutlich macht, dass sich die Kursgewinne am Aktienmarkt ihrem Höhepunkt nähern, weil eine weiterere Quelle an nicht abgeschöpfter Nachfrage zu versiegen droht.

“Das sagt etwas aus über die Verbesserung des Vertrauens in unserem größten Sektor der Volkswirtschaft - private Anleger und Haushalte”, erklärt James Paulsen, Chef-Investment-Stratege bei Wells Capital Management. “Wenn der Privatanleger schließlich auch zuversichtlicher wird mit Blick auf die Zukunft, dann werden Kapitalflüsse folgen.”

Kursgewinne von 40 Prozent und mehr

Schwab, der Broker aus San Francisco, kommt bislang in diesem Jahr (bis einschließlich Freitag) auf einen Kursgewinn von 40 Prozent. Allein seit dem 1. Mai ging es um 24 Prozent nach oben. Bei TD Ameritrade beträgt das Kursplus sogar 43 Prozent. Zum Vergleich: Die Aktien von Goldman Sachs hat dieses Jahr bislang um 30 Prozent zugelegt. Investoren machten sich Sorgen, dass die US-Finanzmarktreform, mit der das Eingehen von Risiken bei Banken beschnitten werden soll, auf die Gewinne drückt. Bank of America liegt bis dato 15 Prozent im Plus.

Discount-Broker wie Schwab bieten kostengünstigere Handels- Dienste an für jene Kunden, die sich keinen Voll-Service-Broker leisten können oder einen solchen nicht brauchen. Damit gilt die Branche als Barometer für den Enthusiasmus von Privatanlegern. Die Aktien schlugen dieses Jahr den Gesamtmarkt mindestens so stark wie auch 1997, 1999, 2003 und 2009 - Jahre, in denen der S&P-500 Index im Schnitt um 14 Prozent stieg. In den letzten sechs Monaten 1997 flossen laut Bloomberg-Daten insgesamt rund 108,5 Milliarden Dollar in Aktien- Investmentfonds, in den letzten sechs Monaten 2003 waren es 91 Milliarden Dollar. Dieses Jahr sind es bislang erst 12,3 Milliarden Dollar. Grundlage für diese Angaben sind Daten von Bloomberg News und vom Investment Company Institute.

“Wir hatten in diesem Jahr eine riesige Aufholjagd am Aktienmarkt. Wenn sich zeigt, dass die Konjunktur besser wird und sich der Aktienmarkt zulegt, dann gibt es immer mehr Leute, die da einsteigen wollen”, sagt Jerome Dodson, Präsident bei Parnassus Investments. “Das führt in aller Regel dazu, dass der Markt weiter steigt.”

Fonds für Anleihen und Festverzinsliche sind derzeit wenig gefragt...

Investoren hatten zwischen 2009 und 2012 nahezu 400 Milliarden Dollar aus US-amerikanischen Aktien-Investmentfonds abgezogen. Gleichzeitig steckten sie mehr als eine Billiarde Dollar in Anleihe- Fonds. Wegen der Finanzkrise hatten viele auf vermeintlich sicherere Anlageformen gesetzt.
Das Tempo der Neuzuflüsse bei Fonds für Festverzinsliche hat sich dieses Jahr auf 18,4 Milliarden Dollar pro Monat verlangsamt - so wenig wie seit 2008 nicht mehr, zeigen ICI-Daten.

... stattdessen stehen Aktien in der Gunst der Anleger

Stattdessen kaufen und verkaufen private Anleger mehr Aktien. Bei TD Ameritrade beispielsweise wurden vergangenen Monat im Schnitt 417.000 Handelstransaktionen je Tag ausgeführt, was rund 13 Prozent über dem Vorjahreswert liegt.

Analysten gehen laut Bloomberg-Umfrage davon aus, dass der Gewinn bei Schwab in diesem Jahr um 10 Prozent und im kommenden Jahr um 18 Prozent steigen wird. Bei E*Trade rechnen sie mit einer Rückkehr in die Gewinnzone dieses Jahr und mit einem Plus von 24 Prozent beim Gewinn je Aktie im nächsten Jahr. Der Gewinn bei Banken, die im S&P-500 abgebildet sind, soll dieses Jahr laut der Umfrage lediglich um 6,2 Prozent und nächstes Jahr um 5,6 Prozent wachsen.

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