Bankaktien – Vom Saulus zum Paulus?

Bankaktien – Vom Saulus zum Paulus?

Bank-Aktien notieren, anders als Titel der meisten anderen Sektoren, meilenweit unter den Vorkrisen-Hochs.

Banken sind in Ungnade gefallen - nicht nur in der Bevölkerung und bei der Politik. Sie gelten als Mitverursacher der Finanzkrise und werden sogar mit "Strafsteuern“ auf Gewinne bedacht, um sie an den allgemeinen Rettungskosten der Branche zu beteiligen. Dementsprechend werden Bank-Aktien von Kleinanlegern nach wie vor als Hochrisikopapiere eingestuft und gemieden.

Allerdings: Hohes Risiko bedeutet an der Börse naturgemäß höhere Gewinnchancen, und Banken wissen in den Depots neuerdings zu glänzen. Immerhin konnte der 46 Mitglieder umfassende Stoxx-600-Bankenindex seit Herbst 2012 inklusive Dividenden über 30 Prozent zulegen und damit den Gesamtmarkt um 17 Prozentpunkte abhängen. Und dieser Lauf ist mit Blick auf die Charts vielleicht erst der Beginn einer Aufholjagd.

Denn Bank-Aktien notieren, anders als Titel der meisten anderen Sektoren, meilenweit unter den Vorkrisen-Hochs. So hätte der Stoxx-600-Bankenindex ein theoretisches Kurspotenzial bis zum April-Hoch 2007 von über 200 Prozent!

"Basel III“ macht Sorgen

Anleger sollten aber nicht übermütig werden, denn so gut wird es nicht gehen. Banken haben nämlich neben den Steuern auf Gewinne und den konjunkturell negativen Einflussfaktoren auf ihr Geschäft noch ganz andere Sorgen. Im Zentrum steht dabei "Basel III“: neue regulatorische Maßnahmen, um die Krisenfestigkeit der Branche zu stärken. Dabei sind besonders die Vorschriften bezüglich Höhe und Qualität des Eigenkapitals für Banken schmerzhaft. "Basel III“ schreibt wesentlich höhere Quoten für das harte Kernkapital vor.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und sich neues "hartes“ Kapital zu besorgen, greifen Banken nun schon seit Monaten zu Kapitalerhöhungen. Genau diese Maßnahme verwässert jedoch zukünftige Gewinne und begrenzt das Kurspotenzial.

Das trifft auch heimische Institute. So hat sich die Raiffeisen Bank International (RBI) kürzlich die mögliche Ausgabe von 20 Millionen Aktien von der Hauptversammlung genehmigen lassen. Der Grund: RBI hat mit 10,7 Prozent die schwächste Kernkapitalquote aller großen Banken, die in Osteuropa aktiv sind. Wenn man "Basel III“ als Kriterium heranzieht, würde RBI nur noch eine Kernkapitalquote von 7,5 erreichen. Zum Vergleich: Die Erste Group würde neun Prozent ausweisen. Anleger sind daher gut beraten, sich die Werte für das sogenannte Core Tier 1 anzusehen. Banken, die in dieser Disziplin deutlich unter einem Wert von 10,0 liegen, sind keine Kaufkandidaten. Bei diesen Instituten droht noch Kapitalbedarf, mit entsprechend bremsender Wirkung auf den Aktienkurs.

FORMAT hat sich daher unter besonderer Berücksichtigung dieser Kennzahl den Stoxx-600-Bankenindex genauer angeschaut und deren 46 Mitglieder in einem gleichgewichteten Punktesystem auch noch bezüglich geschätztem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013, Dividendenrendite und Empfehlungskonsens der Analysten durchleuchtet. Das Ergebnis ist ein Top-Ten-Ranking , aus dem Anleger auswählen können.

Wer sich die ersten drei des FORMAT-Bankentest ins Depot legt, macht jedenfalls nichts falsch. Denn mit Swedbank, BNP Paribas und HSBC ergibt sich eine ideale Diversifikation innerhalb der Branche: Swedbank ist stockkonservativ aufgestellt, BNP weist einen Bewertungsabschlag aufgrund der Eurozonenlastigkeit auf; dagegen besticht HSBC mit der Phantasie eines hohen Geschäftsanteils in den stark wachsenden Emerging Markets.

Die heimischen Vertreter schnitten in dem Bankentest übrigens überdurchschnittlich ab, zählen aber mit den Rängen 16 (RBI) und 19 (Erste Group) nicht zu den Top-Picks der Branche.

Die Top-Ten in Europa: Diese Bank-Aktien können Sie kaufen

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