Formel 1: Vettel vor vierten Krönung in Folge

Formel 1: Vettel vor vierten Krönung in Folge

Die Ausgangslage im Titelkampf ist eindeutig. Nach fünf Rennsiegen in Folge und dem neunten der Saison hat Vettel 297 Punkte auf dem Konto. Nach dem Triumph in Japan gibt damit es auch theoretisch nur noch einen Verfolger. Ferrari-Star Fernando Alonso (Spanien/207) liegt allerdings schon 90 Punkte hinter dem Heppenheimer zurück.

Vor der nächsten Krönung und dem ganzen Trubel gönnte sich Sebastian Vettel noch einmal Ruhe. Auf dem heimischen Bauernhof in der Schweiz schlief der alte und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch neue Formel-1-Weltmeister lange, lümmelte sich mit Freundin Hanna auf dem Sofa und schaute sich ganz entspannt ein paar DVD's an. Was ein junger Mann eben so macht, bevor er sich zum jüngsten Vierfach-Champion der Geschichte aufschwingt.

Vettel ist fast am Ziel. Das weiß der Red-Bull-Pilot ganz genau - nur reden will er darüber noch nicht. "Ich überlege nicht wirklich, wo wir landen müssen, was Andere machen müssen, damit wir den Titel holen", sagt der 26-Jährige vor dem Grand Prix von Indien (Sonntag, 10.30 Uhr/RTL und Sky). Muss er auch nicht, denn er hat alles selber in der Hand. Vettel wird auch 2013 wieder Weltmeister - wie in den Jahren zuvor. Das ist sicher, fast schon ein Naturgesetz wie Ebbe und Flut. Nur der Ort der Krönung steht noch aus. Wird es in Indien passieren? Oder erst eine Woche später in der Wüste von Abu Dhabi?

Es spricht fast alles dafür, dass Vettel einen weiteren Schritt in Richtung des Motorsport-Olymps bereits vor den Toren Neu Delhis macht. Die Ausgangslage im Titelkampf ist eindeutig. Nach fünf Rennsiegen in Folge und dem neunten der Saison hat Vettel 297 Punkte auf dem Konto, und nach dem Triumph zuletzt in Japan gibt es auch theoretisch nur noch einen Verfolger. Ferrari-Star Fernando Alonso (207) liegt nach seinem vierten Platz 90 Punkte hinter dem Hessen, 100 Punkte sind in den verbleibenden vier Rennen noch zu gewinnen. Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen (177) und Lewis Hamilton (161) im Mercedes sind längst geschlagen.

Damit reicht Vettel beim 16. von 19 Rennen ein fünfter Platz in jedem Fall zum vorzeitigen Titelgewinn. Selbst wenn er in Indien nicht in die Punkte fährt, müsste Alonso schon mindestens Zweiter werden, um die Entscheidung ein weiteres Mal aufzuschieben. Doch damit rechnet im Fahrerlager eigentlich niemand. Denn Vettel ist nicht nur der Dominator der Formel 1, sondern auch ein echter Indien-Experte und auf der Strecke noch ungeschlagen. In den bisherigen zwei Rennen in dem riesigen Land hieß der Sieger stets: Vettel.

"Bisher lief für uns in Indien alles perfekt", sagt Vettel und lässt an seiner Gier auf einen weiteren Sieg keine Zweifel aufkommen: "Der Pokal am Ende des Rennens ist auch immer sehr schön, es wäre also großartig, auch dieses Jahr wieder einen in den Händen zu halten. Ich mag die Strecke und das Land, von dem ich jedes Mal, wenn wir hinkommen, wieder sehr beeindruckt bin."

Beeindruckend ist aber vor allem wieder einmal Vettels Leistung in diesem Jahr. Kein Alonso, kein Räikkönen war dem Zimmermannssohn gewachsen. Vettel macht keine Fehler und jagt in diesem Jahr noch einen Rekord seines einstigen Idols Michael Schumacher. 2004 holte der Kerpener mit Ferrari 13 Siege in einer Saison. Vettel gewann bislang neunmal und hat noch vier Rennen zu fahren.

Die Konkurrenz hofft, dass Vettels Vorherrschaft im kommenden Jahr mit der Einführung der neuen Turbo-Motoren ein Ende hat. Doch zumindest die Wettanbieter in England und Vettels Boss gehen nicht davon aus, dass der Hesse plötzlich aufhört zu gewinnen. Auf der Insel kann man bereits auf den Weltmeister 2014 setzen. Für Vettel als fünffachen Champion erhält man nur das Doppelte seines Einsatzes zurück. Für Alonso liegt die Quote bei 5,5 zu 1.

Bei Red Bull wähnt man sich in der Mitte der Vettel-Ära - nicht am Ende. "Seb hat schon so viel erreicht, ist aber immer noch so jung", sagte Teamchef Christian Horner der Auto Bild Motorsport: "Warten Sie erst mal ab, bis auch noch die Erfahrung dazukommt." Und Motorsportberater Helmut Marko warnte die Konkurrenz um Alonso und Co.: "Sebastian gibt sich nie zufrieden. Er kriecht in jedes Detail und findet da immer noch etwas, das er perfektionieren kann."

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