Formel 1 - Ferrari und Mercedes haben die WM noch nicht aufgegeben

Formel 1 - Ferrari und Mercedes haben die WM noch nicht aufgegeben

Der unverhoffte Erfolg hat den Silberpfeilen dabei ein kleines Dilemma beschert. Eigentlich sollte es ein Übergangsjahr werden für Mercedes. Der Kampf um die WM in der Formel 1 war ein Thema für 2014. Doch wer Nico Rosberg in diesen Tagen zuhört, der merkt: Die Silberpfeile sind ihren Ansprüchen entwachsen.

"Die Fortschritte, die wir in dieser Saison gemacht haben, sind toll", sagt der Wiesbadener, "aber wir wollen dorthin kommen, wo Sebastian Vettel ist."

Vor dem Start aus der Sommerpause beim Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky) in Spa ist der Weltmeister und Spitzenreiter der Maßstab, denn Mercedes ist unverhofft ein Titelkandidat - in der Konstrukteurs-WM, aber auch in der Fahrerwertung. Drei Siege aus den letzten fünf Rennen und sieben Pole Positions in bislang zehn Saisonläufen machen es möglich.

Aufholjagd ist angesagt

Speerspitze ist Rosbergs Teamkollege Lewis Hamilton, der Engländer hat nach seinem Sieg vor vier Wochen in Ungarn als Vierter des Klassements 48 Punkte Rückstand auf Vettel (124:172). In der Hersteller-Wertung liegen die Silberpfeile als Zweiter 69 Zähler hinter Red Bull (208:277). Aufholjagd ist also angesagt, ein guter Start ist dabei aus einem Grund besonders wichtig: Die nächsten zwei Strecken, das schnelle Spa und der Hochgeschwindigkeitskurs in Monza, sollten Mercedes besser liegen als Red Bull, die allerdings bislang auf allen Kursen grundsätzlich konkurrenzfähig waren.

"Wir müssen deshalb auf den Rennstrecken zubeißen, wo Red Bull nicht ganz so gut ist", sagte Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda bei auto motor und sport: "Davon wird alles abhängen. Vielleicht liegen Spa und Monza nicht auf ihrer Welle." Wenn entscheidende Schritte dort nicht gelingen, gelingen sie wohl gar nicht mehr.

Und so wirft Mercedes nun noch einmal alles in die Waagschale. Obwohl die Rennfabriken in der Sommerpause stets zwei Wochen geschlossen bleiben müssen, werden die Silberpfeile mit Neuerungen in die Ardennen reisen. "In Spa und auch in Monza haben wir nochmal große Updates. Abhängig von den Ergebnissen müssen wir danach entscheiden, welchen Weg wir für den Rest der Saison gehen", sagt Teamchef Ross Brawn.

Es ist eine wichtige Entscheidung, denn mit richtig großen Chancen auf Titel für Mercedes rechnet die Fachwelt vor allem im Jahr 2014, wenn die Einführung der neu zu entwickelnden Turbomotoren den Werksteams einen Bonus verschaffen dürfte. Zu Saisonbeginn galt es daher als sicher, dass die Silberpfeile ihre Ressourcen früh auf die Entwicklung dieses künftigen Autos konzentrieren würden. "Vor einem halben Jahr", sagt etwa Motorsportchef Toto Wolff, "wäre es doch verrückt gewesen, über Titel zu sprechen." Doch angesichts der unverhofften Chancen wäre eine solche Gewichtung Richtung 2014 aktuell geradezu fahrlässig.

Ein Dilemma, das auch Rosberg beschreibt. "Ich bin da gespaltener Meinung", sagt der 28-Jährige: "Es ist toll, um Siege zu kämpfen. Aber im nächsten Jahr, da könnten wir noch größere Erfolge feiern." Auch die wollen jedoch vorbereitet werden. Früher oder später, sagt Lauda, wird sich Mercedes daher entscheiden müssen, wo die Mittel schwerpunktmäßig fließen sollen: "Wir versuchen, das so lange wie möglich hinauszuzögern." Ein erfolgreiches Wochenende in Belgien wäre dabei hilfreich.

Ferrari-Teamchef Domenicali: "Es ist noch alles drin"

Auch Ferrari hat die Hoffnung auf die Formel-1-Krone 2013 trotz des Rückstands von Ex-Weltmeister Fernando Alonso noch nicht aufgegeben. "Es ist noch alles drin, und wir haben so etwas schon früher durchgestanden", wird Teamchef Stefano Domenicali vor dem Großen Preis von Belgien am kommenden Wochenende auf der Homepage der Scuderia zitiert: "Neun ausstehende Rennen bedeuten, dass noch 225 Punkte zu holen sind. Unsere Ziele, die wir uns vor der Saison gesetzt haben, sind noch in Reichweite."

Der Rückstand des momentan drittplatzierten Alonso, der in den vergangenen beiden Rennen den Sprung aufs Podium verpasst hatte, auf Weltmeister Sebastian Vettel beträgt 39 Punkte. Dazwischen liegt Kimi Raikkönen mit einem Punkt mehr als Alonso auf dem Konto. Der zweite Ferrari-Pilot Felipe Massa ist mit 61 Punkten Siebter.

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