Formel 1: Entspannter Vettel holt die nächste Pole

Formel 1: Entspannter Vettel holt die nächste Pole

Vor der nur spärlich besetzten Haupttribüne reckte Sebastian Vettel nur kurz seinen Finger in die Höhe, der Jubel des Formel-1-Weltmeisters über die Pole Position beim Großen Preis von Südkorea fiel entspannt aus. Ebenso unaufgeregt hatte der souveräne WM-Spitzenreiter zuvor den nächsten Angriff von Mercedes abgewehrt, zudem in Fernando Alonso (Ferrari) seinen Verfolger im WM-Klassement erneut deutlich distanziert.

Mit der dritten Pole in Folge scheint dem nächsten klaren Sieg auf dem Weg zum vierten Titel in Folge wenig im Wege zu stehen, die Konkurrenz kommt derzeit nicht an den Champion im Red Bull heran - der übte sich dennoch in der Rolle des Mahners.

"Es wäre die falsche Herangehensweise, vor dem Rennen zu glauben, dass man alles im Sack hat", sagte der 26-Jährige: "Es ist ein langes Rennen. Wir müssen erstmal selber durchkommen." Auch das Qualifying sei "ein enger Kampf" gewesen, "wie erwartet war Mercedes sehr stark", sagte Vettel ein wenig gönnerhaft. Denn auf den zweitplatzierten Lewis Hamilton (England) hatte er am Ende mehr als zwei Zehntelsekunden Vorsprung - im Qualifying der Formel 1 ist das eine riesige Lücke.

Vettels Teamkollege Mark Webber (Australien) fuhr die drittbeste Zeit, wird aufgrund einer Strafe nach der dritten Verwarnung in Singapur aber von Rang 13 starten - Romain Grosjean (Lotus/Frankreich) und Nico Rosberg (Wiesbaden) im zweiten Mercedes rücken auf die Plätze drei und vier auf. Erst dahinter reihte sich Alonso als Fünfter ein. Ein Sieg, den der Spanier im schon fast verlorenen Kampf mit Vettel so dringend bräuchte, ist damit erneut extrem unwahrscheinlich.

"Es wird hart"

"Es wird hart, nicht nur hier, sondern auch in den anderen Rennen", sagte Alonso: "Aber sonntags sind wir immer stark. Wenn Regen kommt, sieht die Sache ganz anders aus."

Als drittbester deutscher Pilot fuhr Nico Hülkenberg (Emmerich) im Sauber auf einen starken siebten Platz und war damit auch schneller als der neuntplatzierte Kimi Räikkönen (Finnland) im Lotus. Adrian Sutil (Gräfelfing) geht im Force India von Platz 14 ins Rennen.

Hamilton machte derweil keinen Hehl daraus, dass man sich bei Mercedes einen engeren Kampf gewünscht hatte, zumindest im Zeittraining hatte man Red Bull zuletzt regelmäßig hart gefordert. "Darauf hoffen wir ja immer", sagte der frühere Weltmeister: "Wir haben aber alles aus dem Auto rausgeholt. Insgesamt ist es bisher trotzdem ein gutes Wochenende."

Wunsch nach Regen

Dass am Rennsonntag dennoch Vettel als großer Favorit ins Rennen geht, ergibt sich auch aus der Geschichte des Kurses an der südwestlichen Küste der Koreanischen Halbinsel. In den letzten beiden Jahren gewann Vettel, beim Premierenrennen 2010 war er in Führung liegend mit einem Motorschaden ausgeschieden.

Zuletzt hatte die große Überlegenheit Vettels sogar zu einiger Langeweile geführt, ein Regenrennen in Südkorea wünscht sich daher nicht nur Alonso. Doch die Wahrscheinlichkeit sank zuletzt von Tag zu Tag. Bereits am Freitag hatte die südkoreanische Wetterbehörde Entwarnung in Bezug auf den drohenden Taifun Fitow gegeben und mitgeteilt, dass der Tropensturm die Richtung geändert habe.

Und auch die Ausläufer werden wohl für weit weniger Regen sorgen, als zunächst erwartet. Die neuesten Vorhersagen gehen lediglich von leichtem Niederschlag aus. "Wenn wir ein bisschen Regen abbekommen, ist das nicht so schlimm", sagte Vettel.

Die Zuschauer zog das bislang gute Wetter nicht an, auch am Samstag war der Andrang am 5,615 km langen Kurs äußerst überschaubar. Lediglich die Haupttribünen füllten sich ein wenig. Auch die Situation im WM-Kampf war kaum geeignet, am mangelnden Interesse der Südkoreaner an der Formel 1 etwas zu ändern. Nach sieben Grand-Prix-Siegen in diesem Jahr ist Vettel der Titel kaum noch zu nehmen. Vor dem 14. von 19 Saisonrennen hat er 60 Punkte Vorsprung auf Alonso.

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