Europa League: Lösbare Aufgaben für Salzburg und Rapid

Europa League: Lösbare Aufgaben für Salzburg und Rapid

Vizemeister trifft unter anderem auf Standard Lüttich, Wiener bekommen es mit Dragovic-Klub Dynamo Kiew zu tun.

Österreichs Fußball-Vizemeister Salzburg und -Rekordchampion Rapid haben am Freitag in Monaco lösbare Aufgaben für die Europa-League-Gruppenphase erhalten. Die "Bullen" aus der Mozartstadt treffen in der Gruppe C auf Standard Lüttich, den schwedischen Meister Elfsborg und dänischen Cupsieger Esbjerg. Die Rapidler bekommen es im Pool G mit dem Dragovic-Club Dynamo Kiew, dem belgischen Cupsieger Genk und dem FC Thun zu tun.

Die jeweils beiden besten Teams jeder Gruppe ziehen ins Sechzehntelfinale ein, das am 20. und 27. Februar in Hin- und Rückspielen ausgetragen wird. Erster Spieltag in der Gruppenphase ist der 19. September, spätestens am 12. Dezember stehen die Aufsteiger fest.

Salzburg sieht gute Aufstiegschancen

Fortuna hat Red Bull Salzburg bei der Auslosung der Fußball-Europa-League ein sportlich machbares, in puncto Attraktivität aber nur durchschnittliches Los beschert. Österreichs Vizemeister, der in Topf zwei gesetzt war, trifft in der Gruppe C auf Standard Lüttich, den schwedischen Meister Elfsborg und den dänischen Cupsieger Esbjerg. Trainer Roger Schmidt durfte sich über eine "ausgeglichene Gruppe" freuen.

"Wir wollen nicht einfach nur dabei sein", hatte Schmidt am Donnerstagabend nach dem Aufstieg im Play-off gegen Vilnius erklärt. Die Auslosung lässt seinem Team nun tatsächlich alle Chancen auf das Weiterkommen ins Sechzehntelfinale. So sah es auch Verteidiger Florian Klein. "Wir wollten eine Gruppe, in der wir nicht nur mitspielen, sondern auch die Chance haben, weiter zu kommen", sagte der Oberösterreicher.

Sportdirektor Ralf Rangnick freute sich nicht zuletzt darüber, dass seinem Team Gegner wie Schachtor Karagandy aus Aserbaidschan erspart bleiben: "Wir sind in einer interessanten Gruppe und treffen auf die Gegner, gegen die wir uns gute Chancen ausrechnen, einen der ersten beiden Plätze zu erreichen. Positiv ist auch, dass diese Spiele keine weiten Reisen oder außergewöhnliche organisatorischen Vorbereitungen erfordern".

Lüttich, Vierter der abgelaufenen Saison in der Jupiler Pro League, wurde Salzburg aus dem ersten Topf zugelost. In Salzburg sind die Erinnerungen an den Traditionsverein freilich nicht die besten, wurden die Belgier doch im Februar 2010 im Sechzehntelfinale der Europa League zum Stolperstein für die "Bullen". Dabei hatte Marc Janko im Auswärts-Hinspiel mit zwei Treffern für eine 2:0-Führung gesorgt, ehe u.a. ein Doppelpack von Nationalspieler Axel Witsel noch eine 2:3-Niederlage der Gäste brachte. Das 0:0 im Rückspiel in Wals-Siezenheim war schließlich zu wenig. Witsel spielt freilich nicht mehr für Lüttich, so wie sich die gesamte Mannschaft seit damals fast komplett verändert hat.

In der aktuellen Meisterschaft ist das vom Israeli Guy Luzon trainierte Standard nach fünf Runden ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Auf dem Weg in die Gruppenphase setzte man sich gegen Reykjavik (6:2), Xanthi (4:2) und den FC Minsk (5:1) durch - auch hier gewann man alle Partien.

Weitgehend unbeschriebene Blätter sind die beiden skandinavischen Vertreter Elfsborg und Esbjerg. Zumindest aus heimischer Sicht: Beide Teams haben noch nie Spiele gegen österreichische Clubs bestritten. Elfsborg - aktueller Dritter der schwedischen Meisterschaft - scheiterte in der 3. Runde der CL-Qualifikation mit dem Gesamtscore von 0:1 an Celtic Glasgow und setzte sich schließlich im EL-Play-off mit 2:1 gegen Nordsjaelland (DEN) durch. Esbjerg - derzeit Vierter in Dänemark - stieg als Cupsieger im EL-Play-off ein und eliminierte dort AS St. Etienne mit 5:3.

Trotz Dynamo Kiew – Rapid darf mit EL-Aufstieg spekulieren

Die ganz attraktiven Gegner sind es für Rapid nicht geworden, dafür dürfen die Hütteldorfer bei ihrer vierten Teilnahme an der Gruppenphase der Fußball-Europa-League mit dem erstmaligen Aufstieg ins Sechzehntelfinale spekulieren. Dynamo Kiew mit Aleksandar Dragovic gilt in Gruppe G als erster Anwärter auf Platz eins, die weiteren am Freitag in Monaco zugelosten Gegner Genk und FC Thun liegen für die Grün-Weißen jedoch in Reichweite.

Trainer Zoran Barisic wollte aber keine übertriebenen Erwartungen schüren. "Wir sind nicht unbedingt der Favorit. Wir spielen gegen gute Gegner und wollen diese Mannschaften fordern. Dann wird man sehen, was herauskommt", sagte der Wiener und freute sich über die Chance für seine Spieler, weitere Erfahrungen sammeln zu können. "Wichtig ist, dass wir gegen solche Gegner spielen dürfen, da können wir lernen."

Diese Ansicht vertrat auch Sportdirektor Helmut Schulte. "Gegen diese attraktiven Gegner kann unsere junge Mannschaft den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen." Eine Endplatzierung unter den Top-2 hält der Deutsche für möglich. "Vom Koeffizienten her sind wir die drittbeste Mannschaft, also sollten wir Dritter werden. Unser Ziel ist es natürlich, weiterzukommen, doch wir setzen uns nicht unrealistisch unter Druck und denken, das geht im Vorbeigehen. Wichtig ist, dass wir die Spiele als Herausforderung annehmen, dass die Spieler bereit sind, dazuzulernen und zu zeigen, was sie schon können."

Während Stürmer Terrence Boyd von einer Gruppe sprach, in der das Weiterkommen "theoretisch machbar" sei, gab sich Steffen Hofmann zurückhaltender. "Es sind vielleicht nicht die ganz interessanten Namen dabei, aber es ist eine schwierige Gruppe. Das sind richtig gute Mannschaften, gegen die wir Top-Leistungen bringen müssen, um erfolgreich zu sein."

Der ukrainische Rekordmeister Dynamo Kiew baute nach dem enttäuschenden dritten Platz in der vergangenen Saison den Kader um, holte unter anderem Dragovic für die österreichische Rekordsumme von neun Millionen Euro und schaffte es gegen den kasachischen Vertreter Aktobe mit einem Gesamtscore von 8:3 locker in die Gruppenphase. Trainer ist der ukrainische Ex-Teamchef und frühere Weltklasse-Stürmer Oleg Blochin, der von 1988 bis 1989 für Vorwärts Steyr spielte.

Der mittlerweile 60-Jährige war für Dynamo Kiew im Einsatz, als Rapid 1986 im Viertelfinale des Cups der Cupsieger mit Gesamt-9:2 ausgeschaltet wurde, blieb damals jedoch ohne Torerfolg. Dafür traf er wenige Wochen später beim 3:0-Finalerfolg über Atletico Madrid. Bereits 1975 hatte Dynamo den Cup der Cupsieger gewonnen, außerdem stehen beim Hauptstadtclub je 13 ukrainische und sowjetische Meistertitel sowie je neun ukrainische und sowjetische Cupsiege auf der Visitenkarte.

Weniger lang ist die Erfolgsliste von KRC Genk. Die Belgier wurden dreimal Meister und sechsmal Cupsieger, der jüngste Pokal-Triumph gelang in der abgelaufenen Saison. Den Grunddurchgang der vergangenen Meisterschaft beendete Genk auf Platz drei, in den darauffolgenden Finalspielen reichte es nur zu Rang fünf. Im Play-off hatte man mit Hafnarfjördur (Gesamtscore 7:2) weit weniger Probleme als die Austria in der Champions-League-Qualifikation.

Trainer von Genk ist der Niederländer Mario Been, der von 1992 bis 1993 für Wacker Innsbruck kickte. Als Co-Trainer von Leo Beenhakker betreute der 49-Jährige bei der WM 2006 in Deutschland die Auswahl von Trinidad & Tobago.

Im Gegensatz zu Dynamo Kiew und Genk hat der FC Thun noch keine nationalen Titel zu Buche stehen. Dafür schafften es die Schweizer 2005/06 mit dem Österreicher Alen Orman in die Champions-League-Gruppenphase, wo mit vier Punkten aus sechs Partien immerhin Platz drei herausschaute.

Für das internationale Geschäft qualifizierte sich Thun dank Endrang fünf in der vergangenen Saison, es folgten Aufstiege gegen Tschichura Satschchere (GEO/Gesamtscore 5:1), Häcken (SWE/Gesamtscore 3:1) und Partizan Belgrad (Gesamtscore 3:1).

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