Das große Geschäft mit der Premier League

Das große Geschäft mit der Premier League

In den vergangenen Jahren haben primär reiche Russen und Araber in die Clubs auf der Insel investiert - vor allem beim FC Chelsea und Manchester City. Mittlerweile zieht die Liga aber verstärkt Kapital aus den USA an. Denn dort wird der Sport mit dem runden Leder immer beliebter. Umtriebige Manager wie Shahid Khan wittern ein gutes Geschäft.

Der in Pakistan geborene Unternehmer ist im US-Bundesstaat Illinois zum Baron der Autozulieferer avanciert - und reich geworden. Einen Teil seines Vermögens investiert er nun in die Premier League. Für geschätzte 300 Millionen Dollar hat er sich beim Londoner Team Fulham eingekauft. Damit sind mittlerweile schon sechs von 20 Clubs in Händen von Eignern, die auch in den USA Sport-Teams besitzen und gerne expandieren. Denn auch jenseits des Atlantiks, wo eigentlich Basketball, Baseball, Eishockey und American Football dominieren, wird Fußball immer beliebter. 24 Millionen Amerikaner kicken bereits, 1967 waren es erst 100.000.

Lukrative TV-Rechte

"Die Premier League hat natürlich weltweit eine enorme Reichweite", sagt Khan im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe einen außerordentlich guten Vermarktungsvertrag und die Fans seien sehr leidenschaftlich, was gute Geschäftschancen eröffne. Khan besitzt in den USA den American-Football-Club Jacksonville Jaguars.

Die 20 Clubs der Premier League teilen sich dank neuer Verträge mit den Fernsehsendern TV-Einnahmen in Höhe von 1,7 Milliarden Pfund, umgerechnet rund zwei Milliarden Euro. In den USA hat der Sender NBC gerade die Übertragungsrechte für die nächsten drei Jahre erworben und legt dafür geschätzte 250 Millionen Dollar auf den Tisch, um die Konkurrenz von Fox auszustechen. "Fußball ist ganz groß im Kommen", ist sich Khan sicher. Der Investor versucht auch, Fußball und American Football stärker zu verzahnen. In den nächsten vier Jahren wird sein NFL-Team aus Florida jeweils ein Spiel im berühmten Londoner Wembley Stadium austragen, um im Ausland bekannter zu werden.

Auch Poldi hat einen Chef aus Amerika

Khan folgt mit seinem Engagement anderen US-Investoren. So hatte die Glazer-Familie bereits 2005 die Macht beim britischen Rekordmeister Manchester United übernommen. Arsenal, wo die deutschen Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker kicken, wird vom milliardenschweren US-Unternehmer Stan Kroenke kontrolliert. Mit John Henry ist zudem der Besitzer der Boston Red Sox, eines der traditionsreichsten Baseball-Teams der USA, bei Liverpool aktiv.

Fulham gehört nicht gerade zu den Top-Mannschaften der Liga. Nicht abzusteigen, ist hier erste Pflicht für Spieler und Trainer. Khan will die Einnahmen auf ein stabiles Fundament stellen, das langfristig trägt. Fulham, dessen Stadion im Westen Londons direkt am Ufer der Themse liegt, kam 2011/12 gerade einmal auf einen Umsatz von 79 Millionen Pfund - nur ein Viertel von Manchester United.

ManU war vergangenes Jahr an die Börse gegangen. Mit der Glazer-Familie ist auch hier ist ein amerikanischer Besitzer am Werk, der sich allerdings immer wieder den Zorn der Fans zugezogen hat. Denn die Milliardärs-Familie hat dem einst schuldenfreien Club mit der Übernahme hohe Verbindlichkeiten aufgebürdet. Zahlreiche ManU-Fans werfen den Glazers, die in ihrer Heimat auch das Football-Team Tampa Bay Buccaneers unter ihren Fittichen haben, deswegen vor, den Club geschwächt zu haben.

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