Confed-Cup: Spanisches Tiki-Taki funktioniert ja doch noch

Confed-Cup: Spanisches Tiki-Taki funktioniert ja doch noch

Beim 2:1-Sieg des spanischen Fußball-Nationalteams über Uruquay wurden die Tugenden des spanischen Offensivspiels erneut gezeigt. Die Europacup-Pleiten von Barcelona und Real sollten also nur kurzzeitige Aussetzer gewesen sein.

Das spanische Tiki-Taka funktioniert noch. In der Champions League verloren der FC Barcelona (gegen Bayern München) und Real Madrid (gegen Borussia Dortmund) das Kräftemessen mit den deutschen Clubs, im Nationaltrikot wirkt der Zauber von Xavi, Iniesta und Co. aber weiterhin. Das bewies der Welt- und Europameister am Sonntag in Recife beim viel zu niedrig ausgefallenen 2:1-Erfolg im ersten Spiel beim Confederations Cup in Brasilien gegen Südamerikameister Uruguay. Vize-Europameister Italien besiegte Mexiko mit 2:1.

Iniesta flippt förmlich aus

"Spanien hat ein wunderbares Spiel gezeigt", erklärte der gewöhnlich sehr zurückhaltende Antreiber Andres Iniesta. Der Mittelfeldspieler stand an der Spitze der auftrumpfenden Barca-Fraktion, die sieben Akteure in der Startelf stellte. Dazu kamen drei Spieler von Real Madrid, darunter der als Torwart Nummer 1 bestätigte Kapitän Iker Casillas, und als Einzelkämpfer Roberto Soldado. Der Angreifer vom FC Valencia steuerte nach dem 1:0 von Barcelonas Pedro (20.) das zweite Tor bei (32.).

Xavi, Iniesta und Cecs Fabregas - vor allem dieses Barca-Trio konnte gegen die überforderten "Urus" beinahe nach Herzenslust einen weltmeisterlichen Kombinationswirbel entfachen. "Es hätte eine Katastrophe geben können in der ersten Halbzeit", gestand Uruguays Trainer Oscar Tabarez. Spanien hatte Chance um Chance, Fabregas traf dabei nur den Pfosten (10.). "Wir haben viel Gefahr erzeugt, der Ball lief gut, uns hat nur das dritte Tor gefehlt", äußerte sich Iniesta. Und so klingt das Ergebnis "enger, als das Spiel war".

Suarez machte es spannend

Liverpool-Stürmer Luis Suarez sorgte mit einem sehenswerten Freistoß (88.) dafür, dass die Spanier am Ende vor 41.705 Zuschauern plötzlich noch "leiden mussten", wie es Teamchef Vicente del Bosque ausdrückte. Regen und die schwüle Hitze hatte den Spielern am Ende einer anstrengenden Saison "alles abverlangt", wie Spaniens Coach bemerkte.

"Wir hätten mehr Tore erzielten müssen. Wir haben stets dominiert, außer nach dem Gegentreffer. Am Ende waren wir froh, dass der Schlusspfiff ertönt ist", resümierte del Bosque. Doch nach den "wunderbaren drei Punkten" sieht er den Weg ins Halbfinale geebnet, zumal am Donnerstag gegen den Fußballzwerg Tahiti in Rio Sieg Nummer zwei programmiert ist - und das wohl mit einem Schützenfest. Den spanischen Seriensiegern geht es aber um mehr bei dem Probeturnier für die WM 2014. "Wir wollen den Confed Cup gewinnen, er fehlt uns noch", erklärte Xavi zur Titelsammlung.

23 Spiele unbesiegt

Seit 23 Länderspielen sind die Spanier ungeschlagen, die letzte Niederlage datiert aus dem November 2011 (0:1 gegen England). Es sei eine Hauptaufgabe für seine Spieler, niemals satt zu sein, mahnte del Bosque: "Wir dürfen nicht zufrieden sein mit dem, was wir erreicht haben." Zum Auftakt des Confed Cups hat sein Team das eindrucksvoll beherzigt.

Auch der Vize-Europameister startete mit einem 2:1-Sieg in die Generalprobe für die WM-Endrunde im kommenden Jahr. Mario Balotelli und Andrea Pirlo in seinem 100. Länderspiel haben Italien im neuen Maracana von Rio de Janeiro zu einem 2:1 (1:1)-Erfolg gegen Mexiko geschossen. Pirlo, in seinem Jubiläumsspiel der beste Mann auf dem Platz, brachte Italien mit einem tollen Freistoßtor in Führung (27.). Javier Hernandez glich vor 76.864 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Tempel per Foulelfmeter aus (34.), Milan-Stürmerstar Balotelli (78.) machte den ersten Sieg der Italiener gegen Mexiko seit 1993 und den ersten Erfolg in einem Pflichtspiel gegen "El Tri" seit der WM 1970 perfekt.

"Das ist ein großartiges Gefühl. Gerade im Maracana so ein Tor zu schießen. Ich habe davon nur träumen können", sagte Pirlo über seinen Kunstschuss. Sein Trainer Cesare Prandelli war aber nicht nur mit dem der 34-jährige Spielmacher zufrieden, sondern nach den zuletzt mäßigen Auftritten auch mit der gesamten Mannschaft. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte er. "Wir haben versucht, sie auszuspielen. So haben wir uns vorbereitet, und es hat funktioniert."

Mexiko steht im zweiten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Gastgeber Brasilien nun schon unter großem Druck. Italien kann die Aufgabe gegen Japan hingegen entspannter angehen. Die Brasilianer hatten am Samstag in Brasilia das Eröffnungsspiel der Gruppe A gegen die Japaner mit 3:0 gewonnen.

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