CL-Einzug der Austria: Rapid bangt um Vorsprung bei Anzahl der Fans

CL-Einzug der Austria: Rapid bangt um Vorsprung bei Anzahl der Fans

Der Einzug der Austria in die Gruppenphase der Champions League ist bei Rapid mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Zwar freut man sich in Wien-Hütteldorf über einen positiven Impuls für den gesamtösterreichischen Fußball, andererseits könnte nun der Vorsprung des Rekordmeisters auf den Erzrivalen in punkto Fan-Zuspruch schmelzen.

In der vergangenen Spielzeit saßen bei Rapids Bundesliga-Heimspielen im Schnitt 14.221 Anhänger im Hanappi-Stadion, die Austria verzeichnete in ihrer Meistersaison einen durchschnittlichen Besuch von 9.581 Personen. Dieser Abstand ist nach wie vor beträchtlich, aber im Vergleich zu 2011/12 (Rapid: 16.365, Austria: 8.227) doch geschrumpft.

Clubservice-Leiter Andreas Marek geht davon aus, dass nach dem mittlerweile beendeten Stimmungsboykott der organisierten Fan-Szene wieder ein Zuschauerschnitt von 15.000 erreicht wird. Der Niederösterreicher weiß aber auch um das Risiko, das durch Austrias Champions-League-Start entsteht - vor allem dann, wenn die "Veilchen" attraktive Gruppengegner zugelost bekommen und dreimal in einem vollen Happel-Stadion spielen.

"Alles, was dem österreichischen Fußball hilft - und dazu gehört die Champions-League-Teilnahme der Austria - ist okay. Aber dass wir keine große Freude damit hätten, wenn alle nur von einem Spiel Austria gegen Barcelona oder gegen Bayern München reden würden, ist auch klar", sagte Marek. "Wenn die Austria eine starke Gruppe bekommt, müssen wir umso intensiver daran arbeiten, dass wir keine Leute verlieren. Da ist vor allem die Jugend unsere klare Zielgruppe."

Europacup wirkt sich aus

Mitte der 1990er-Jahre waren nach den - vor allem in Wien errungenen - Europacup-Erfolgen der Salzburger viele Jugendliche in Wien und Umgebung mit Trikots der Mozartstädter unterwegs. Wenige Jahre später erfreute sich Sturm Graz aufgrund von drei Champions-League-Teilnahmen in Folge auch in der Bundeshauptstadt großer Beliebtheit.

Damit nun nicht Violett zur neuen Modefarbe wird, setzt Rapid auf bewährte Maßnahmen. Auf dem Programm stehen unter anderem regelmäßige Fanclub-Besuche, Aktionen in Schulen und Einladungen von Kindern und Jugendlichen zu Heimspielen. Diese Vorgehensweise hat sich schon vor einigen Jahren bezahlt gemacht.

"Ende der 1990er-Jahre hatten wir einen Zuschauerschnitt von 6.000 bis 7.000. Dann haben wir viele Aktionen gestartet. Wir sind in die Schulen gegangen, haben die Reisen von Fan-Bussen zu unseren Heimspielen organisiert, haben viel Fanbindung betrieben und das hat sich ausgezahlt", erzählte Marek.

Diese Basisarbeit ermöglichte Rapid in den vergangenen Jahren den Aufstieg zum Zuschauer-Krösus der Bundesliga und soll nun diesen Status auch in der Zukunft sichern. "Alles, was wir in den letzten 10, 15 Jahren geschaffen haben, ist nicht passiert, nur weil wir Rapid heißen, sondern durch harte und intensive Arbeit", betonte Marek.

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