Champions-League-Qualifikation: Salzburg – Jetzt erst recht

Champions-League-Qualifikation: Salzburg – Jetzt erst recht

Trotz einer starken Vorstellung hat es für Salzburg im Hinspiel der dritten Runde der Fußball-Champions-League-Qualifikation nur zu einem 1:1 (0:0) gegen Fenerbahce Istanbul gereicht. Eine schlechte Chancenverwertung gepaart mit einer katastrophalen Schiedsrichterleistung haben die "Bullen" um den verdienten Erfolg im Heimspiel gebracht, wobei der Ausgleich der Gäste erst in letzter Minute fiel.

Nach dem späten Ausgleich durch den von Cristian verwerteten Handselfer in der 95. Minute seien die Spieler in der Kabine "schon niedergeschlagen" gewesen, "weil sie nicht genügend für ihr Spiel belohnt wurden. Aber das war erst das Hinspiel, und ich hatte sofort das Gefühl, dass sie an ihre Chance glauben. Wir wollen nun trotzdem in die nächste Runde. Wir werden also nicht resignieren und unsere Chancen suchen und die auch besser als heute nützen. Wir werden mit Leidenschaft und mit allem, was wir haben, in Istanbul auftreten", versprach Trainer Schmidt.

Damit der Aufstieg im mehr als 50.000 Zuschauer fassenden Sükrü-Saracoglu-Stadion gelingt, muss sein Team zumindest ein Auswärtstor erzielen. "In Istanbul erwartet uns die Hölle, aber wir haben heute gesehen, dass auch sie nur mit Wasser kochen und Fehler machen", glaubt Innenverteidiger Martin Hinteregger weiter fest an den Aufstieg, ebenso wie Mittelfeldspieler Kevin Kampl: "Es wird dort ein Hexenkessel, aber unser Teamgeist ist gut genug, um in Istanbul zu bestehen. Und ich bin sicher, dass wir dort bestehen werden."

Um diese Ansage in die Tat umzusetzen, muss in erster Linie die Offensivabteilung kaltblütiger im Abschluss werden. "Wir haben dem Gegner unser Spiel aufgezwungen, hatten ausreichend Chancen, jedoch leider diese nicht genutzt. Das muss man auf internationaler Ebene, denn sonst bekommt man eines wie wir, und das war saublöd. Wir müssen uns selber an der Nase nehmen, dass wir uns in den letzten zehn Minuten zu weit zurückfallen lassen haben. Erst dadurch kamen sie zu Chancen", übte Hinteregger ähnliche Kritik wie Schmidt, der dafür die Vorstellung der Abwehrreihe besonders lobte.

"Wir nehmen aus dem Spiel sehr viel mit, vor allem das Defensivverhalten, wo wir sehr gut gestanden sind", betonte der Coach, der vor allem die "starke Leistung" der beiden jungen Innenverteidiger Ramalho (21) und Hinteregger (20) "gegen eine internationale Topmannschaft" hervorhob. Außenverteidiger Andreas Ulmer, dem der Ball in der 94. Minute im Strafraum unglücklich an die Hand gesprungen war ("Eine blöde Situation"), schlug verbal in dieselbe Kerbe: "Wir haben heute den Kritikern gezeigt, dass wir defensiv sehr gut spielen können."

Für tolle Offensivakzente sorgte neben den überragenden Sadio Mane und Kampl ("Wir hätten mindestens drei Tore schießen müssen") vor allem Mittelfeldspieler Marco Meilinger, der am Samstag 22 Jahre alt wird. "Wir haben heute gezeigt, dass wir international reüssieren können. Wir werden deshalb in Istanbul Vollgas geben", lautete die Kampfansage des ehemaligen U21-ÖFB-Teamspielers fürs Retourmatch. "Und wir sind auswärts immer für ein Tor gut."

Heftige Salzburg-Kritik an Referee Gomes

Neben mangelnder Chancenauswertung vor allem die Schiedsrichterleistung beklagt. "Wir wurden deutlich benachteiligt. Es hätte für uns klarere Elfmeter geben können als den gegen uns", kritisierte etwa "Bullen"-Trainer Roger Schmidt den portugiesischen Unparteiischen Duarte Gomes.

Der 40-jährige Bankangestellte sah vor allem über Härteeinlagen seines Landsmannes Bruno Alves extrem großzügig hinweg. Der Fenerbahce-Innenverteidiger trat u.a. in der 36. Minute Salzburg-Stürmer Alan nach einem Zweikampf im Strafraum absichtlich ins Gesicht und auf den Knöchel. "Der Schiedsrichter hat einige Gastgeschenke an Bruno Alves verteilt. Gut, dass nächste Woche kein Portugiese pfeift", betonte deshalb Schmidt.

Noch deutlichere Worte fand Salzburgs "Mittelfeldmotor" Kevin Kampl: "Der Schiedsrichter hat mit Fehlentscheidungen das ganze Spiel beeinflusst. Wenn ich an den Schiri denke, könnte ich kotzen. Eine Frechheit, so etwas zu pfeifen. Es war bitter, 90 Minuten den Schiedsrichter als Gegner zu haben. Er hat unendlich viele Situation gegen uns gepfiffen. So etwas kann dich am Ende den Aufstieg in die nächste Runde kosten."

Keine Kritik gab es aber an der Elferentscheidung gegen die Gastgeber in der 94. Minute, nachdem Außenverteidiger Andreas Ulmer der Ball im Strafraum unglücklich an die Hand gesprungen war. "Es hat super ausgeschaut, und dann hat uns der Pfiff des Schiedsrichters den Boden unter den Füßen genommen", beschrieb Innenverteidiger Martin Hinteregger seine Gefühlslage in jenem Moment, der den Ausgleich in letzter Minute einleiten sollte.

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