Brasilien ist noch sehr weit weg

Brasilien ist noch sehr weit weg

Die Fans im ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion feierten Österreichs Teamfußballer am Freitagabend schon WM-würdig. Der 2:1-Heimsieg gegen Schweden hat die Euphorie rund um die Truppe von Teamchef Marcel Koller weiter verstärkt.

Die Kicker selbst wissen jedoch trotz aller Begeisterung, dass die Endrunde 2014 in Brasilien noch ein gehöriges Stück entfernt ist. "Das war ein wichtiger, aber nur ein kleiner Schritt", meinte Martin Harnik, der an beiden rot-weiß-roten Treffern maßgeblich beteiligt war.

"Die WM ist noch relativ weit weg. Es kommen noch jede Menge Spiele auf uns zu, in denen es ebenfalls um die Wurst geht", sagte auch Mannschaftskapitän Christian Fuchs. Österreich, das seit 1998 sechs Qualifikationen (EM und WM) in Serie verpasst hat, hat sich nun aber eine so gute Ausgangsposition wie schon lange nicht mehr erspielt. Rang zwei scheint vor dem Schlusssprint im Herbst in Reichweite, es warten aber gegen Deutschland (6.9. auswärts), Irland (10.9. daheim), Schweden (11.10. auswärts) und die Färöer (15.10. auswärts) noch mindestens vier weitere Bewährungsproben.

Denn auch Rang zwei würde noch lange nicht bedeuten, dass die ÖFB-Auswahl in Südamerika dabei ist. Die acht Besten der neun Gruppenzweiten matchen sich dann im Play-off in Hin- und Rückspielen um die letzten vier Tickets. Abgehobenheit ist im ÖFB-Team auch nach dem wichtigsten Sieg seit vielen Jahren nicht ausgebrochen, von einem Angriff auf den Gruppensieg, den Deutschland so gut sie sicher in der Tasche hat, sprach niemand.

"Wir sind jetzt die Gejagten, genau das wollten wir sein. Die Ausgangsposition spricht jetzt für uns", freute sich Zlatko Junuzovic. Nach Ansicht des Werder-Bremen-Legionärs steht Österreich mit 11 Punkten völlig zurecht auf Rang zwei in Gruppe C hinter Deutschland (16) und vor Irland (11) und Schweden (8/ein Match weniger). "Wir waren besser als Schweden und haben uns deshalb den Sieg verdient. So können wir auch in Schweden bestehen, wir werden auch dort unsere Chancen haben."

"Jetzt sind wir wirklich voll dabei", sagte Andreas Weimann. "Wir sind gut auf Kurs, das ist natürlich schön. So kann es weitergehen. Wir haben es selbst in der Hand, uns den zweiten Platz zu erarbeiten", resümierte Emanuel Pogatetz, der mit einem tiefen Cut unter dem linken Auge ausgewechselt wurde. "Normal spiele ich bei so etwas weiter, aber der Schiedsrichter hat es mir nicht erlaubt", meinte der in seiner England-Zeit "Mad Dog" genannte Innenverteidiger.

Julian Baumgartlinger sah den Sieg als "Zwischenschritt". "Das war ein positives Zeichen, aber es ist noch lange nichts entschieden", sagte Baumgartlinger, der mit David Alaba im zentralen Mittelfeld für Ordnung sorgte. Der Mainz-Legionär hob vor allem die Leidenschaft und die körperliche Komponente in der Truppe hervor. "Wie in Irland (2:2, Anm.) haben wir Wille, Moral und physische Stärke gezeigt. Da haben wir einen Schritt gemacht, der uns Punkte bringt."

ÖFB-Star David Alaba hielt den Ball ebenfalls noch flach. "Es ist noch viel zu früh, um über die WM zu sprechen. Bis dahin ist es noch ein harter Weg, auf dem wir uns von Spiel zu Spiel verbessern müssen." Tormann Robert Almer weiß, dass noch einige Hürden zu überspringen sind. "Zuerst müssen wir den zweiten Platz verteidigen, dann das Play-off schaffen. Brasilien ist also noch weit weg."

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