Bernd Schuster kehrt nach Madrid zurück

Bernd Schuster kehrt nach Madrid zurück

Trainer Bernd Schuster gastiert mit dem FC Malaga bei seinem Ex-Klub Real Madrid. In Malaga fühlt sich der "blonde Engel" wohl.

Die Rückkehr auf die "königliche Bühne" ist für Bernd Schuster noch immer nicht alltäglich - in Ehrfurcht erstarrt der deutsche Trainer des FC Málaga aber längst nicht mehr. An seiner alten Wirkungsstätte, beim spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid, hofft der "blonde Engel" knapp fünf Jahre nach seinem Rauswurf auf späte Genugtuung.

"Madrid spielt derzeit sonderbar", sagte Schuster der Tageszeitung Marca vor dem Duell am Samstag (16.00): "Es ist ein guter Moment, um da etwas zu reißen." Die internen Querelen seines Ex-Klubs mit dem deutschen Nationalspieler Sami Khedira, der mit fünf Punkten Rückstand auf die Erzrivalen FC Barcelona und Atletico Madrid gehörig unter Druck steht, spielen dem einstigen Weltklassespieler dabei ebenso in die Karten wie die Länderspielpause.

"Viele haben in den Nationalmannschaften um ihr Leben gespielt. Da fällt es schwer, in die Realität zurückzukommen", sagte Schuster, der als Spieler mit Real zweimal Meister wurde: "Ich weiß, was dann passiert. Mir ist es dort passiert." Im Dezember 2008 führten trotz im Sommer zuvor gewonnener Meisterschaft zwei - nach verwöhnten Real-Maßstäben - peinliche Niederlagen zur Entlassung des Europameisters von 1980. Die Rückkehr in sein geliebtes Spanien sollte bis zum vergangenen Juli dauern - war aber trotz aller Negativ-Schlagzeilen über den Scheich-Klub aus Andalusien wohlüberlegt.

"Ich war verrückt danach zu arbeiten", sagte Schuster: "Ich habe das Projekt Malaga sehr intensiv studiert. Mir wurde die Situation erklärt, es war alles sehr realistisch." Die gebrochenen Versprechen des Eigentümers Abdullah al Thani, weitläufiges Mitglied der königlichen Familie von Katar, die Abgänge der Stars wie Supertalent Isco (Real Madrid), Martin Demichelis (Atletico Madrid), Toulalan (AS Monaco) oder Joaquin (AC Florenz) - all das wusste Schuster, sagt er zumindest und betont: "Ich bereue nichts." Im Gegenteil.

Nach der Unterschrift unter den im schnelllebigen Fußball-Geschäft untypischen Fünfjahresvertrag spürt Schuster das Vertrauen der Bosse für ein "langfristiges Projekt" - nach Vorbild des englischen Modells. "Mit einem Verantwortlichen, der alles regelt." Saisonziele würden in Málaga ohnehin nur am Rande vorgegeben, meinte der frühere Trainer von Fortuna und dem 1. FC Köln.

"Ich bin in meiner Arbeit total unabhängig. Das Einzige, was von mir verlangt wird, ist, am Saisonende in der oberen Tabellenhälfte zu stehen", sagte er der L'Équipe: "Ich verlange von meinen Spielern, dass sie wahre Kämpfer sind. Sonst stelle ich sie nicht auf."

In Madrid liebäugelt der Coach mit der Nominierung von zwei Stürmern, als Teil der "Falle", in welche die Königlichen tappen sollen. "Wir werden nichts erfinden", sagte Schuster: "Aber wir werden unseren Vorteil aus jeder Situation ziehen. Wir müssen Madrid in die Verteidigung zwingen. Keiner soll denken, dass wir einen Bus vor das eigene Tor stellen."

Wirtschaft

Formel 1 will mit "Cable Cowboy" neu durchstarten

Fußball: AC Milan und West Bromwich nach China verkauft

Wirtschaft

Fußball: AC Milan und West Bromwich nach China verkauft

Sport

Abpfiff: Brexit für die Profifußballer Payet, Kante, Wimmer, Can & Co