Beach-Volleyball: Gold für Doris und Stefanie Schwaiger

Beach-Volleyball: Gold für Doris und Stefanie Schwaiger

Die Niederösterreicherinnen Doris und Stefanie Schwaiger besiegten die Spanierinnen Liliana Fernandez/Elsa Baquerizo am Samstag bei großer Hitze im Finale 2:1 (15,-20,12) und sicherten sich damit ihre ersten Medaille bei einem Großereignis.

Nach fünften Plätzen bei der EM 2009, den Weltmeisterschaften 2009 und 2013 sowie den Olympischen Spielen 2008 und 2012 landeten die Waldviertlerinnen ausgerechnet beim Heimturnier am Wörthersee ihren ersten Medaillen-Coup. Zur Belohnung für die schweißtreibende Arbeit durften sie sich vor begeisterten 8.000 Zuschauern die schon lange erhofften Trophäe umhängen lassen.

Dass es Gold geworden ist, sei natürlich die Krönung, so Doris. "Das ist schwer in Worte zu fassen. Diesen Erfolg daheim feiern zu dürfen, ist das Allergrößte für uns, das es gibt", sagte die ältere der Schwestern. Stefanie stimmte zu und danke den Fans, die wieder für tolle Stimmung gesorgt hatten. "Ein großer Punkt war das Publikum. Es ist eine Ehre, da zu spiele, ihr seid unglaublich", bedankte sich die Blockspielerin, "sie haben genauso wie wir alles gegeben und uns gepusht."

Das Duo gewann die erst zweite Medaille in der EM-Geschichte für ÖVV-Damen, die erste in Gold. Insgesamt hält Rot-weiß-rot jetzt bei sechs Stück, nach zwei Titel bei den Herren nun bei drei Goldenen.

Wie im Halbfinale gegen die Deutschen Ludwig/Walkenhorst sah es zunächst auch im Endspiel gegen die Vorjahres-EM-Dritten aus Spanien nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Ibererinnen gaben aber im zweiten Satz von Beginn an den Ton und glichen aus. Im entscheidenden Durchgang behielten die Waldviertlerinnen aber die Nerven und setzten sich recht sicher durch. "Im zweiten Satz habe ich bei ein paar Blocks daneben gegriffen, aber im dritten habe ich mich wieder erfangen", erklärte Stefanie, die den letzten Punkt zum Titel gemacht hatte.

In den Jubel um ihre erste EM-Medaille mischte sich aber auch Trauer, denn zu Hause im Waldviertel wurde am Finaltag ihre kürzlich verstorbene Großmutter zu Grabe getragen, die in früheren Jahren einige Male in Klagenfurt zu Gast gewesen war.

Reaktionen

Stefanie Schwaiger: "Wahnsinn, es ist eine Ehre, hier zu spielen. Wir möchten uns bei allen bedanken, das Publikum ist unglaublich. Für mich war für das Selbstvertrauen ganz wichtig, in den wichtigen Bällen doch wieder zuzugreifen. Die Spanierinnen kämpfen bis zum Umfallen. Wir arbeiten nun erst so kurz mit unserem deutschen Trainer - und jetzt sind wir Europameisterinnen. Es ist unglaublich. Ab jetzt ist alles möglich, wir haben den Schalter umgelegt."

Doris Schwaiger-Robl: "Es ist unfassbar, so etwas vor Heimpublikum zu erleben. Daheim Europameisterinnen zu werden, ist eine große Ehre. So ein spitzenmäßiges Publikum. Man kann es ganz schwer in Worte fassen, das muss man mal erlebt haben, in Klagenfurt auf dem Centre Court zu stehen. Das Publikum hat wie wir alles gegeben und uns gepusht. Ich bin auch froh, dass wir so ein gutes Umfeld haben, die Familien, das Trainerteam. Nach dem schlechten Start hier, als wir das erste Spiel verloren haben, waren wir am Boden zerstört. Aber wir haben Leute, auf die wir uns verlassen können, egal wie es rennt. So ein Umfeld ist für den Spitzensport das wichtigste. Heute ist nicht nur ein Tag, wo alles lustig ist. Unsere Oma ist gestorben, heute ist das Begräbnis, sie schaut von oben zu. Sie hat uns sicher viel geholfen."

Peter Kleinmann (Verbandspräsident): "Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Vor allem für die Schwaiger-Familie. Was der Schwaiger-Papa mit seinem Waldviertler Schädel alles für seine Mädels tut - das hat er sich verdient. Ohne so ein Turnier wie hier in Klagenfurt wären wir im Beachvolleyball nicht Welt- und Europaklasse. So etwas wie hier ist normal nur im Fußball möglich. Das ist die Bestätigung, dass wir Weltklasse sind. Wir haben bei Olympia in Rio die seriöse Chance, Medaillen zu machen."

Gerald Klug (Sportminister): "Nach den tollen Ergebnissen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ist der heutige Europameistertitel der bisherige Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Sie haben nervenstark bis zum Ende gekämpft und brilliert. Dies ist nicht nur ein toller Erfolg für die beiden, sondern auch ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Rio 2016."

Dirk Severloh (Trainer): "Die Medaille war unser erklärtes Ziel, so sind wir in das Turnier gegangen. Wir haben von Anfang an immer die kleinen Sachen und Bausteine angesprochen, sodass sie heute komplett agieren konnten. Sie haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dass es Gold geworden ist, ist natürlich der Wahnsinn und ein unglaublicher Moment."

Missbrauchsvorwürfe gegen ÖSV-Trainerlegende Charly Kahr

Sport

Missbrauchsvorwürfe gegen ÖSV-Trainerlegende Charly Kahr

Wirtschaft

Formel 1 will mit "Cable Cowboy" neu durchstarten

Fußball: AC Milan und West Bromwich nach China verkauft

Wirtschaft

Fußball: AC Milan und West Bromwich nach China verkauft