Austria vs. Zenit: Alle gegen den brasilianischen Hulk

Austria vs. Zenit: Alle gegen den brasilianischen Hulk

Die größte Gefahr zum Champions-League-Abschluss gegen Zenit St. Petersburg droht von Givanildo Vieira de Souza. Der besser als Hulk bekannte Brasilianer bescherte Austrias Abwehr bereits im ersten Gruppenduell Kopfzerbrechen.

Beim 0:0 in Russland konnte sich am Ende aber mehr Ortlechner in Szene setzen. Als Belohnung gab es nach Schlusspfiff auch den Leiberltausch mit dem 27-jährigen Stürmerstar, mit dem sich der Oberösterreicher zahlreiche Zweikämpfe lieferte. Die UEFA wählte Ortlechner gar ins Team der Runde. Hulk will in Wien nun aber seine Muskeln spielen lassen und Zenit endgültig ins Achtelfinale schießen. Mit einem Erfolg in Wien sind die Russen weiter.

Die Karriere von Hulk verlief etwas ungewöhnlich. 2005 wechselte der damals 19-Jährige schon in seinem ersten Profi-Jahr nach Japan zu Kawasaki Frontale. Der Club verlieh ihn im darauffolgenden Jahr aber schon in die zweite Liga, bei Consadole Sapporo zeigte der 1,76-m-Mann dann erstmals seine Qualitäten als Torjäger. Es folgte der für das Talent entscheidende Wechsel zu Tokio Verdy.

Beim in grünen Trikots auftretenden Zweitligisten erspielte sich das Muskelpaket nicht nur seinen Spitznamen, sondern ließ auch den FC Porto auf sich aufmerksam werden. 2008 holten die Portugiesen den damals unbekannten Hulk schließlich um 19 Millionen Euro aus Japan. Eine Summe, die bei so manchem Beobachter für Stirnrunzeln sorgte. Doch der Brasilianer war für Porto jeden Cent davon wert. Vier Jahre und zahlreiche Tore später überwies Zenit für das Teammitglied der "Selecao" 55 Mio. Euro nach Porto.

In St. Petersburg ist Hulk aber nicht unumstritten. Nur sieben Liga-Treffer erzielte er 2012/13, Kritiker bemängeln außerdem, dass der Superstar nur in der großen Auslage gute Spiele zeige. Ihm wurde auch Egoismus vorgeworfen, nachdem er im November drei Elfmeter in Folge vergeben hatte. Hulk hatte sich dabei auch mit Andrej Arschawin, Russlands uneingeschränktem Starspieler, angelegt.

Bereits nach seinem Wechsel hatten sich künftige Teamkollegen abfällig über den Transfer geäußert. Dass Hulk dank Sponsor Gazprom 6,5 Mio. Euro Jahresgehalt erhält, war vor allem Russlands Internationalen in den Diensten der Petersburger ein Dorn im Auge. Igor Denisow und Alexander Kerschakow wurden daraufhin sogar strafversetzt. Hulk selbst gab in einem Interview mit "Euronews" im Februar zu, dass Geld eine Rolle gespielt habe: "Ich werde nicht lügen. Ich musste bei Zenits finanziellem Angebot die Gelegenheit ergreifen."

Eine richtige Liebe zu Russland konnte sich jedenfalls nicht entfalten. Wenig verwunderlich war es deshalb, dass im Sommer Hulks Abgang im Raum stand. Ein Wechsel nach Monaco galt als fix, ehe Zenit seinen Star als "unverkäuflich" einstufte. Geht es nach englischen Medienberichten, planen nun zumindest Tottenham und Chelsea in der Winterpause neuerlich eine Transferoffensive. Hulk soll einer Rückkehr zu seinem früheren Trainer Andre Villas-Boas (Tottenham) auch alles andere als abgeneigt sein.

Zenit kommt jedenfalls nicht in Top-Verfassung nach Wien. Nach sieben Pflichtspielen ohne vollen Erfolg gelang in der russischen Liga vergangenen Freitag zumindest ein 2:1-Heimsieg gegen Nachzügler Ural Jekaterinburg, Hulk brachte Zenit mit seinem neunten Saisontor in der Premjer Liga dabei in Führung (12.). "Das sollte uns einen Energieschub für das letzte Spiel gegen die Austria geben", meinte der belgische Siegtorschütze Nicolas Lombaerts (75.).

Nach 19 Runden liegt Zenit punktegleich mit Lok Moskau sowie einen Zähler vor Spartak Moskau an der Spitze. Der von Fans und Medien bereits kritisierte italienische Trainer Luciano Spalletti durfte durchatmen. In Russland steht nun bis Anfang März eine Ligapause auf dem Programm. Zuvor geht es für den Vizemeister aber noch nach Wien. "Es liegt alles bei uns. Das ist das wichtigste Spiel der Saison, es wäre schade, wenn wir das aus der Hand geben", sagte Lombaerts.

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