Austria kämpft in Zagreb um Jahrhundertchance

Austria kämpft in Zagreb um Jahrhundertchance

Die Wiener kämpfen gegen Kroatiens Paradeklub Dinamo Zagreb um die erstmalige Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League. "Ich lebe für diesen Mittwochabend. Ich träume von der Champions League, seit ich ein Kind bin", brachte Mittelfeldspieler Marko Stankovic (Bild) die violette Vorfreude auf das Play-off-Hinspiel (20.45 Uhr/live Puls 4 und Sky) im Maksimir-Stadion in der kroatischen Hauptstadt auf den Punkt.

Trainer Nenad Bjelica ist überzeugt, dass bei der Austria mit dem jüngsten 5:0-Kantersieg am vergangenen Samstag daheim gegen Wr. Neustadt genau rechtzeitig der berühmte Knopf aufgegangen ist. "Leichtigkeit im Kopf bedeutet Leichtigkeit in den Beinen", lautet das Credo des Kroaten, der von seiner Truppe Leidenschaft pur erwartet: "Wir werden uns nicht verstecken. Wir spielen wie immer auf Sieg, das ist einfach unsere Philosophie. Wir werden wie die Löwen kämpfen und alles unternehmen, um ein gutes Resultat nach Wien zu bringen. Wir wollen unseren Traum Champions League leben."

Der seit Dienstag 42-Jährige glaubt nicht, dass die südländische Atmosphäre im Zagreber Maksimir-Stadion zum Problem werden könnte. Durch die Leichtathletik-Laufbahn rund um das Spielfeld sei der Druck der Leute nicht so direkt spürbar, berichtete Bjelica. Zudem will man mit einer couragierten Vorstellung dafür sorgen, dass die Stimmung in der rund 35.000 Zuschauer fassenden Arena kippt.

"Wir haben in den vergangenen Wochen am eigenen Leib verspürt, was Druck ausmacht. Wir waren nicht zu erkennen. Das kann auch Dinamo passieren, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Da kann es schnell zu einer Stimmung im Stadion kommen, die sich dann nicht mehr aufs Spiel, sondern gegen den ungeliebten Vorstand richtet", weiß Kroatien-Insider Bjelica.

Denn Teile der Fans, auch die berüchtigten "Bad Blue Boys", sind auf den aufbrausenden Clubboss Zdravko Mamic alles andere als gut zu sprechen. Sie werfen Mamic Ungereimtheiten und private Interessen bei Spielertransfers in der Vergangenheit vor. Auch Austrias kroatischer Innenverteidiger Kaja Rogulj weiß um die hohe Erwartungshaltung bei Dinamo: "Sie haben im Sommer sehr viel Geld in die Mannschaft investiert. Sollten sie die Champions League verpassen, wäre das für sie ein Desaster."

Vor allem von Daniel Royer, Stankovic und Tomas Jun erwartet Bjelica Impulse nach vorne und bei Konterattacken Gefahr. Und vor dem Dinamo-Tor soll dann Goalgetter Philipp Hosiner "knipsen". "Das ist der Hosiner, den wir brauchen", meinte Bjelica nach Hosiners Doppelpack bei der Generalprobe gegen Wr. Neustadt. Und auch der Burgenländer selbst sprüht vor dem Zagreb-Gastspiel vor Zuversicht: "Natürlich ist es gut, wenn man mit Selbstvertrauen in so ein wichtiges Spiel geht. Wir wollen kompakt stehen und unsere Chancen nützen. Wenn wir in Zagreb ein gutes Ergebnis erzielen, dann ist sicher einiges möglich."

Stankovic sieht die Austria zwar als Außenseiter, aber keinesfalls chancenlos. "Dinamo ist die Mannschaft Kroatiens und qualitativ natürlich über uns zu stellen. Aber in einem Duell mit zwei Spielen kann alles passieren", sagte der Steirer mit serbischen Wurzeln. "Wir fahren mit breiter Brust nach Zagreb", versprach auch Kapitän Manuel Ortlechner.

Niko Kovac sieht Dinamo Zagreb "leicht im Vorteil"

Vor etwas mehr als zwei Monaten wäre Niko Kovac fast als Trainer der Austria in Wien gelandet. Der langjährige Kapitän der kroatischen Fußballnationalmannschaft entschied sich dann aber doch für einen Verbleib beim Verband seiner Heimat als U21-Teamchef.

Der 41-Jährige sieht dabei Kroatiens Serienmeister "leicht im Vorteil". "Die Ausgangslage ist für beide Mannschaften recht ähnlich. Dinamo hat aber starke Legionäre und viel Erfahrung, auch in der Champions League", so Kovac. "Dinamo hat solche entscheidenden Play-off-Spiele schon bestritten und auch positiv absolviert. Das könnte ein entscheidender Pluspunkt sein."

Mögliche Aufstellungen

Dinamo: Zelenika – Ivo Pinto, Addy, Simunic, Pivaric – Pamic – Fernandes, Sare, Husejinovic, Soudani - Cop

Austria: Lindner - Koch, Rogulj, Ortlechner, Leovac/Dilaver - Holland, Mader - Royer, Stankovic, Jun - Hosiner

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