Austria Wien zwischen Bundesliga und Champions-League

Austria Wien zwischen Bundesliga und Champions-League

Beim 1:1 gegen Wacker Innsbruck am Samstag wendete der Champions-League-Starter Austria eine Heimpleite dank eines Last-Minute-Tores von Rubin Okotie gerade noch ab. Wie erwartet erwies sich der erste Liga-Auftritt nach dem kräfteraubenden Duell mit Dinamo Zagreb vor allem als mentale Belastungsprobe. Die Austria wird diesen Spagat in den kommenden Monaten mehrmals schaffen müssen.

"Wir hatten jetzt in zweieinhalb Wochen fünf Spiele, da sieht man schon wo man hin muss und was wir verbessern müssen. Auf das müssen wir uns einstellen im Herbst", sagte Austrias Kapitän Manuel Ortlechner. Dass die mit einem Geschenkkorb angereisten Innsbrucker im Spiel keine austeilten, darauf wird man sich bei den Violetten einstellen dürfen.

Zwar war den Wienern das Wollen nicht abzusprechen, in vielen Situationen fehlte aber die letzte Präzision. Auch im Abschluss wollte es wieder einmal nicht so recht klappen. "Ich kann niemandem einen Vorwurf machen. Wir werden nach Spielen in der Champions League auch wieder gewinnen. Aber die Belastung gegen Dinamo war riesengroß, das ist menschlich", sagte Trainer Nenad Bjelica.

Psychische Belastungsprobe

Hauptaufgabe der Austrianer scheint in den kommenden Monaten vor allem, psychisch "bissig" zu bleiben. Konnten sich die Favoritner im Vorjahr rein auf die Meisterschaft konzentrieren, warten im Herbst internationale Duelle gegen den FC Porto, Atletico Madrid und Zenit St. Petersburg. In der Liga will dem Titelverteidiger natürlich jede Mannschaft ein Bein stellen.

"Man muss auch in der Bundesliga Vollgas geben, weil die gegnerischen Mannschaften darauf hoffen, dass wir nicht so spritzig sind. Es geht aber mehr um die mentale Frische, körperlich ist man es gewohnt", meinte Ortlechner.

Bjelicas Zauberwort heißt Rotation. Bis auf den in der Vorbereitung verletzten Tomas Simkovic, Verteidiger Christian Ramsebner und den vor dem Abgang stehenden Dare Vrsic kamen im Saisonverlauf bisher alle Feldspieler zum Einsatz. Gegen Wacker wurden Daniel Royer, Florian Mader und Rubin Okotie im Finish eingewechselt. Das Trio brachte sogleich frischen Wind, wie auch Roland Kirchler bemerkte.

"Die Austria ist von der Qualität des ganzen Kaders sehr stark. Deshalb war es klar, dass es bis zur letzten Sekunde spannend bleibt", meinte Innsbrucks Trainer. Auch seine Spieler trauerten dem schon fast sicher geglaubten Sieg deshalb nicht allzu viel nach. "Wenn man auswärts beim Meister einen Punkt macht, ist das schon sehr positiv", sagte Torschütze Lukas Hinterseer.

Wacker hält nach sieben Runden weiter bei nur einer Niederlage, aber schon fünf Remis. In Zeiten der Drei-Punkte-Regel eine etwas zwiespältige Ausbeute. "Es ist eben so, dass uns diese Unentschieden in der Tabelle nicht weiter bringen. Jetzt sollte dann schon einmal ein Sieg her", meinte Hinterseer.

Die Punkteteilung in Wien fixierte schlussendlich der laut eigener Aussage "überfällige" Okotie mit seinem ersten Pflichtspieltreffer seit der Rückkehr zur Austria. Der zumeist im Schatten von Philipp Hosiner stehende Stürmer ist einer jener Spieler, die Bjelica im Herbst forcieren wird. Auch der 18-jährige Thomas Murg lieferte gegen Wacker eine Talentprobe ab. "Wir haben einen starken Kader. Jeder Spieler hat bei uns die Berechtigung, Einsatzzeiten zu bekommen. Der Trainer weiß, dass er sich auf alle verlassen kann", erklärte Okotie.

Regenerations-Pause

Den Start in die zweiwöchige Länderspielpause nutzen die nicht ins Nationalteam berufenen Austrianer nun einmal zur Regeneration. Bis Dienstag hat Bjelica freigegeben. Dann warten in dieser Woche gleich drei Testspiele, darunter ein Sponsoren-Spiel, mit denen der Coach der Favoritner nicht allzu glücklich ist. "Aber das wurde bereits vor meiner Zeit so ausgemacht", sagte Bjelica, der am Samstag einen weiteren Vorgeschmack auf die Champions League erlebte.

Portugiesische Journalisten stellten sich nach der Partie zum Interview ein. Der FC Porto ist bekanntlich am 18. September Auftaktgegner der Austria in der Königsklasse.

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