Austria und Salzburg hadern mit vermasselten Champions League-Generalproben

Austria und Salzburg hadern mit vermasselten Champions League-Generalproben

Salzburg kam in Innsbruck nach 1:0-Führung über ein 1:1 nicht hinaus, die Austria gab gegen Ried beim 3:3 selbst vor Heimpublikum eine 3:1-Führung zehn Minuten vor dem Ende noch aus der Hand. Sowohl beim Meister als auch beim Vizemeister haderte man vor allem mit den vergebenen Chancen.

Die Austria wusste gegen Ried am Ende selbst nicht so recht, wie man die große Möglichkeit auf drei Zähler ausgelassen hatte. 2:0 und 3:1 voran, fingen sich die Violetten im Finish praktisch aus dem Nichts noch zwei Gegentreffer ein. "Dass wir dieses Spiel noch hergegeben haben, ist sehr bitter. Aber meine Mannschaft ist ehrgeizig genug, das wegzustecken. Im Fußball gibt es eben solche Spiele", meinte Austria-Trainer Nenad Bjelica.

Ähnlich resümierte Salzburg-Coach Roger Schmidt. "Wir hatten in der ersten Halbzeit etliche Phasen, wo wir das Spiel für uns entscheiden hätten müssen. Und auch gegen Ende hatten wir einige dicke Chancen. Wenn man die nicht verwertet, muss man am Ende mit dem Remis zufrieden sein", erklärte der Deutsche, der im Hinblick auf das Rückspiel in der Champions League am Dienstag bei Fenerbahce Istanbul kräftig rotierte. Mit Klein, Teigl, Hierländer, Berisha, Jantscher und Nielsen kamen gleich sechs neue Spieler.

"Wir haben das zweite Tor nicht gemacht", bemerkte Außenverteidiger Andreas Ulmer. Martin Hinteregger sah es genau so ("Wir haben viele Torchancen gehabt"), ärgerte sich aber auch über den Gegentreffer durch Hinterseer knapp vor der Pause. "Wir haben schon wieder ein Tor bekommen, können leider nicht zu null spielen", meinte der Innenverteidiger. Abgesehen vom Cup haben die Salzburger in vier Pflichtspielen je ein Tor kassiert.

Selbst Innsbruck-Coach Roland Kirchler aber gestand: "Salzburg hätte gewinnen müssen, dann haben wir den glücklichen Ausgleich geschossen." Dass die "Bullen" auch im neunten Spiel in Serie gegen Innsbruck ungeschlagen sind, dürfte für den Titelfavoriten ein schwacher Trost sein, Schmidt wollte die Partie möglichst schnell abhaken: "Ich hoffe, dass wir es am Dienstag besser machen. Denn da steht uns eine ganz schwierige Aufgabe bevor."

Gut kombinierende Austria

Austria-Coach Bjelica durfte vor dem Rückspiel der Champions-League-Qualifikation in Hafnarfjördur am Mittwoch sowie dem Derby bei Rapid am Sonntag zumindest einen Trend nach oben vermerken. Die Austria kombinierte ansehnlich und hätte zu Beginn der zweiten Spielhälfte den Sack zumachen müssen. Rieds Torhüter Thomas Gebauer hielt seine Elf aber mit tollen Paraden im Spiel.

"So ist Fußball. Es vergibt ja keiner mutwillig Chancen", erklärte Austrias Kapitän Manuel Ortlechner. Obwohl er in der Kabine hängende Köpfe gesehen habe, gebe es nach diesem Spiel keinen Grund, Trübsal zu blasen. "Auf dem kann man aufbauen. Es geht munter weiter schon am Mittwoch und dann am Sonntag. Somit haben wir gar nicht viel Zeit zum Nachdenken." Für die nach Schlusspfiff ertönten Pfiffe von den Rängen habe er kein Verständnis: "Die Leistung war schwer in Ordnung. Schade, dass das Publikum das nicht goutiert."

Als nächste Aufgabe steht für die Austria nun einmal die Reise nach Island an. Auch dort wird Bjelica die Feinjustierung weiter forcieren. Nach dem 1:0 in Wien könnte die Austria in Hafnarfjördur ähnliche Räume bekommen wie gegen Ried. Dann sollten Philipp Hosiner und Co. ihr Visier aber besser eingestellt haben, um eine Zitterpartie zu vermeiden. Rein physisch scheint der Meister langsam wieder voll auf der Höhe zu sein. "Ich bin überzeugt, dass wir weiterkommen. Diese Mannschaft hat dafür genug Qualität", betonte Bjelica.

Die glücklichen Rieder reisten indes mit dem Gewissen nach Hause, für ihren Kampfgeist belohnt worden zu sein. Mit fünf Zähler aus drei Runden - darunter zwei Auswärtsauftritte - ist die bisherige Ausbeute für die Oberösterreicher genügend. "Wir sind super gestartet, damit kann man zufrieden sein. Leistungsmäßig können wir noch besser spielen, das wissen wir auch", sagte Kapitän Gebauer. Am kommenden Wochenende wartet auf Ried nun eine lösbare Aufgabe: Im Heimspiel geht es gegen den SC Wiener Neustadt.

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