America´s Cup: Dunkle Wolken über dem Segel-Spektakel

Am Sonntag fällt der Startschuss für den Kampf um die begehrteste Trophäe im Segelsport. Doch über dem Spektakel liegt heuer ein Schatten.

America´s Cup: Dunkle Wolken über dem Segel-Spektakel

Packende Duelle vor der Golden Gate Bridge, Partys unter der Sonne Kaliforniens, der America's Cup endlich zurück in Amerika: Es hätte alles so schön sein können in der Bucht von San Francisco, wenn am Sonntag der Startschuss für den Kampf um die älteste Sport-Trophäe der Welt fällt. Doch dann starb am 9. Mai der britische Segel-Olympiasieger Andrew Simpson bei einem Trainingsunfall, seither liegt ein Schatten über dem seit 1851 ausgetragenen Millionen-Spektakel.

"Der America's Cup ist in den vergangenen Wochen durch eine harte Zeit gegangen", sagt Regattadirektor Iain Murray, und das ist in Wahrheit noch deutlich untertrieben. Denn die Krise des Wettbewerbs dauert schon länger. Von den 2010 noch zwölf Herausforderern haben nur drei die Wirtschaftskrise überlebt. Wegen der Havarie im Mai muss zudem das schwedische Artemis-Team auf ein neues Boot warten, am Sonntag gehen daher nur das Emirates Team New Zealand und die Italiener Luna Rossa in einem "Geisterrennen" auf das Wasser.

Hochgezüchtete Segel-Boliden

Ein "Training unter Freunden" also, wie Beobachter spotten, und vielleicht ist das auch besser so. Denn unter Wettkampfbedingungen sind die hochgezüchteten, bis zu 80 km/h schnellen Yachten unberechenbar. "Nach wie vor sind die besten Leute auf den Schiffen, aber selbst die beherrschen die Boote noch nicht. Man muss wirklich gespannt sein, wie sich der Wettkampf vollzieht, wenn die Boote nicht mehr testen, sondern direkt gegeneinander segeln", sagte Jochen Schümann, zweimaliger Gewinner des America's Cup.

Ähnlich schlimm, so der dreimalige Olympiasieger Schümann, sei das erneute Fehlen eines deutschen Teams. Einmal erst, 2007, nahm mit dem United Internet Team Germany ein deutsches Boot an der Traditionsveranstaltung teil, das Ende war mit Platz zehn unter zwölf Mannschaften enttäuschend. Mit Neuzugang Schümann sollte alles besser werden, die Verträge mit Deutschlands Vorzeige-Segler waren schon unterzeichnet, dann lähmte ein Rechtsstreit den Cup, die Sponsoren verloren das Interesse.

Streit statt Noblesse

Doch damit nicht genug: Vom einst so noblen Segelsport ist wenig geblieben, vor der 34. Auflage bestimmt wieder einmal Streit die Schlagzeilen. Diesmal geht es um die 37 neuen Sicherheitsbestimmungen, die nach dem Unfall, bei dem Simpson unter dem Boot eingeklemmt war und ertrank, verfasst wurden. Denn dort findet sich auch die Zulassung so genannter Trimmklappen am Ruder. Kommt die Neuerung durch, müssen die Herausforderer ihre Yachten umbauen. Titelverteidiger Oracle Racing, das US-Team vom Multimilliardär und Hobby-Segler Larry Ellison, testet die Klappen schon länger.

Regattadirektor Murray verteidigt die Änderungen. "Beim Thema Sicherheit können wir keine Kompromisse eingehen. Ein Mensch hat sein Leben verloren, und wir müssen sicher gehen, so gut es eben geht, dass das nicht noch einmal passiert", sagt der Australier. Und so startet die Herausforderer-Runde, in der bis zum 1. September der Final-Gegner von Oracle ermittelt wird, mal wieder unter schlechten Vorzeichen.

Dabei sollte die Rückkehr nach Amerika, wo der Cup zuletzt 1995 ausgetragen und anschließend nach Neuseeland (2000, 2003) und Europa (2007, 2010) "entführt" wurde, ein großes Spektakel werden. Zu spüren ist davon nicht viel im Schatten der Golden Gate Bridge.

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