Admira Wacker Mödling trennt sich von Toni Polster

Admira Wacker Mödling trennt sich von Toni Polster

Klubmanager Alexander Friedl habe Polster Freitagabend davon in Kenntnis gesetzt, dass die Zusammenarbeit beendet sei, zuvor habe ein Krisengipfel stattgefunden.

Toni Polster hat sich sein erstes Gastspiel als Trainer in der Fußball-Bundesliga sicher ganz anders vorgestellt. Seine Tätigkeit bei Admira Wacker Mödling ging schon nach vier Pflichtspielen zu Ende. Die Südstädter gaben am Samstagvormittag die Beurlaubung des 49-jährigen ÖFB-Rekordtorschützen mit sofortiger Wirkung bekannt. Die Nachfolge tritt Polsters bisheriger Co-Trainer Oliver Lederer an, der schon am (heutigen) Samstagabend im wichtigen Heimspiel des Letzten gegen den Vorletzten Sturm Graz sein Debüt gab.

Polster feierte damit als Admira-Trainer nur einen Sieg - mit einem 2:0 auswärts gegen den Regionalligisten Seekirchen in der ersten ÖFB-Cup-Runde. In der Meisterschaft liegen die Niederösterreicher nach drei Partien punktlos und mit einem katastrophalen Torverhältnis von 2:11 am Tabellenende. Negativer Höhepunkt war am vergangenen Samstag die 1:7-Schlappe bei Aufsteiger Grödig.

"Aufgrund des unglücklichen Saisonstarts mit null Punkten in den ersten drei Runden, einer negativen Tordifferenz von 2:11 sowie diverser Auffassungsunterschiede hat der FC Admira Wacker Mödling den Entschluss gefasst Trainer Toni Polster mit sofortiger Wirkung zu beurlauben", verlautete das Schlusslicht via Aussendung.

Polster verabschiedete sich am Samstagvormittag bereits von der Mannschaft. "Es wäre schön, wenn ich ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte. Hätte ich ein bisschen mehr Zeit gehabt, hätte ich die Admira gerettet", sagte der Wiener gegenüber Ö3. Dass seine Tätigkeit schon nach sieben Wochen wieder zu Ende sei, mache ihn traurig. "Aber das muss ich akzeptieren. Es bringt nichts, wenn man Schmutzwäsche wäscht, das hilft niemandem weiter", fügte der Ex-Admira-Coach hinzu. "Es war trotzdem eine tolle Erfahrung, auch wenn es eine kurze war."

Für den Wiener war es erst die dritte Trainerstation nach erfolgreichen Auftritten auf niedrigerer Ebene als Coach der LASK Juniors (2010 bis 2011) sowie der Wiener Viktoria (2011 bis 2013). Beide Teams hatte er in die Regionalliga geführt.

Im bisherigen Saisonverlauf war von der Admira jedenfalls nicht alles schlecht, es fehlte auch etwas das Glück. Meister Austria bot man etwa in der Generali-Arena 60 Minuten absolut Paroli, verlor dann aber doch mit 0:2. Gegen Wacker Innsbruck (1:2) wurde es nichts aus einem Punktgewinn zu Hause, da Goalie Patrick Tischler ein haarsträubender Fehler unterlief. Und auch gegen Grödig wäre für Stefan Schwab und Co. nach dem Führungstreffer mehr möglich gewesen, da schlugen sie sich allerdings mit drei Ausschlüssen selbst.

Die Personalsituation der Admiraner war auch deshalb vor der Partie gegen Sturm prekär, Lederer hatte aufgrund des Fehlens von Peter Pöllhuber, Christoph Schößwendter, Daniel Drescher (alle gesperrt), Stephan Zwierschitz, Daniel Toth, Goalie Tischler und Stephan Auer (alle verletzt) eine unglaublich schwierige Premiere vor sich.

Für den bis zuletzt im niederösterreichischen Unterhaus aktiv gewesenen Lederer ist die Bundesliga nichts Neues, war er doch als Spieler für Rapid und auch die Admira im Oberhaus tätig, brachte es da auf 62 Einsätze. Den Club aus der Südstadt kennt der 35-Jährige wie seine Westentasche, hat er doch mehrmals dort gespielt (Juli 1997 - Juli 1998, Jänner 2005 - Juli 2005, Jänner 2008 - Juli 2010/1. und 2. Mannschaft). Ab Ende April 2010 war er als Coach der Admira Amateure tätig, ehe er im Sommer nach der Verpflichtung von Polster den Sprung als Co-Trainer nach oben schaffte.

Der bisherige Individualtrainer Michael Horvath wird ab sofort als Co-Trainer fungieren, mit ihm hatte Lederer schon in der Regionalliga ein erfolgreiches Gespann gebildet. "Es werden sich einige Dinge verändern. Ich bin aber sicher nicht da, um den Fußball zu verändern", sagte Lederer.

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