Wien Weinpreis 2009 für die Besten der Besten Stadwinzer und ihre Tropfen

Spitzenweine aus der Anbauregion Wien sind gefragter denn je. Man kann auch von einem Wiener Weinwunder sprechen. Die Besten der Besten unter den Stadtwinzern erhielten diese Woche den Wiener Weinpreis 2009.

Wien ist anders.“ Zumindest auf den Weinbau bezogen hat der viel strapazierte Slogan nach wie vor Gültigkeit. Denn Wien ist die einzige Hauptstadt der Welt, die über ein eigenes Weinanbaugebiet innerhalb der Stadtgrenzen verfügt. Ruhm und Anerkennung blieb den ­Wiener Weinmachern aber lange Zeit vorenthalten. Zu sehr war das Image mit dem „Heurigen“ verbunden, jener Wiener Institution, die für touristenträchtige Geselligkeit und süffigen, aber eher anspruchslosen Rebensaft weltberühmt geworden ist. Niemand traute den Wienern zu, Weine zu erzeugen, die etwa mit jenen der Wachau oder des Burgenlands mithalten können. Lange Zeit war das Image von Betrieben geprägt, die ihren Gästen vornehmlich einen „Gspritzten“ servierten – ein einträgliches Geschäft zwar, Anerkennung verschafft man sich aber damit unter Weinkennern nicht wirklich.

Stadtwinzer  
Das ist inzwischen anders. Eine Gruppe von engagierten und hoch talentierten Weinmachern produziert mittlerweile Weine, die auch in der Fachwelt für Beachtung sorgen. Wein aus Wien boomt. Vor diesem Hintergrund wurden diese Woche im Wiener Rathaus die besten Weine der Anbauregion Wien mit dem Wiener Weinpreis 2009 geehrt. Zwölf Weine, die zuvor bei Expertenverkostungen aus insgesamt 420 Weinproben hervorgegangen sind, wurden damit zu den besten Wiens gekürt. Die Weinmacher wurden von Wiens Bürgermeister Michael Häupl bei der groß angelegten und feierlichen Gala persönlich geehrt. Für Häupl, der auch privat guten Wein schätzt, ist die Förderung des Wiener Weins zu einem persönlichen Anliegen ­geworden. „Wir haben in Wien inzwischen Weine“, sagt Häupl, „die zu den besten ­Österreichs gehören.“

Siegertypen  
Unter den Landessiegern in elf Kategorien ( Siegerweine auf einen Blick ) haben drei prominente Wiener Weingüter gleich mit jeweils zwei Weinen punkten können: Fritz Wieninger mit seinem Danubis Grand Select 2006 und seinem Pinot Noir Grand Select 2006, das Weingut Zahel mit dem Grünen Veltliner Nussberg 2008 und dem Gemischten Satz Nussberg 2008 sowie das Weingut Lentner mit dem Riesling 2008 und dem Chardonnay Classic 2008. Diese Weingüter zählen zu den bekann­testen der Wiener Weinszene. Vor allem Fritz Wieninger ist Wiens Paradewinzer. Ihm ist es wohl am meisten zu verdanken, dass Wiener Wein heute so begehrt ist. Seine Top-Weine, reich an nationalen und internationalen Auszeichnungen, exportiert er mittlerweile in 19 Länder der Welt. Als er in den 80er-Jahren das Weingut am Fuß des Bisamberges von seinen Eltern übernahm, stellte er sofort auf die Produktion von Qualitätswein um. Er experimentierte mit neuen Sorten und führte Neuerungen wie temperaturkontrollierte Gärung oder Barriqueausbau ein. „Das Schrecklichste für mich ist uniformer Wein“, meint Wieninger, der das Bild der „Wiener Gemütlichkeit“ durch seine Kompromisslosigkeit wohl am nachhaltigsten veränderte.

Spannung der Gegensätze
Ähnlich verhält es sich mit Richard ­Zahel, der im Jahr 2000 „Winzer des Jahres“ wurde und seither in den Olymp österreichischer Weinmacher aufgenommen wurde. Zahel findet seine Inspiration im Spannungsfeld von Gegensätzen. Im Weingarten arbeitet er betont naturnah, im Keller hin­gegen setzt er auf modernste Vinifikationsmethoden. Auch Zahel beliefert mittlerweile Weinliebhaber auf der ganzen Welt: von den USA und Kanada bis Japan und den Philippinen. „Unsere Weine leben von ei­nem ständigen Dialog zwischen Neuem und Traditionellem“, meint Zahel, „zwischen Bewegung und Innehalten.“

Von Herbert Hacker

Bild (v.l.): Winzer Richard Zahel neben Michael Häupl und Raiffeisen-Vorstand Georg Kraft-Kinz.

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