TRENDs im Sport: Bewegung in der freien Natur geht den Österreichern über alles

Sportliche Aktivitäten in der Freizeit sind beliebter denn je. Um fit zu bleiben zieht es die Österreicher - gut gerüstet mit funktionaler Bekleidung und neuen Sportgeräten - im Krisenjahr verstärkt in die Natur. Den Sportartikelhandel freut das.

Die Österreicher bekämpften die Krise auf ihre Weise. Lange Urlaubsreisen wurden vermieden, ebenso teure Restaurantbesuche, und die alte Couch tut es auch noch eine Zeit lang. Dafür wurde die Freizeit für mehr sportliche Aktivitäten genutzt. Den Sportartikelhandel freut das. Denn der konnte auch in diesem Jahr ein Umsatzplus verzeichnen, wenn auch nur ein einprozentiges – auf immerhin 2,098 Milliarden Euro. „Hervis hat beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr knapp zehn Prozent zugelegt. Das entspricht einem Gruppenumsatz inklusive Ausland von etwa 450 Millionen Euro. So viel zum Thema Krise“, freut sich Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt. Das zum Lebensmittelkonzern Spar gehörende Sporthaus betreibt in der Gruppe insgesamt 149 Geschäfte, 69 davon in Österreich, den Rest im Ausland. Eichblatt will auch im neuen Jahr ­seine Expansionspolitik fortsetzen. „Wir haben geplant, weitere zehn Häuser zu eröffnen, und setzen auf Rumänien und Kroatien, aber auch in Österreich wird es einige Neueröffnungen geben“, erzählt der Manager.

Intersport-Fachgeschäfte mit dickem Umsatzplus
Mit einer nicht minder positiven Nachricht kann auch Intersport-Vorstand Gabriele Fenninger aufwarten. „Sitzen Sie gut?“, fragt die Managerin, „September und Oktober waren bei uns die besten Monate seit drei Jahrzenten. Momentan liegen wir in diesem Geschäftsjahr bei einem Plus von 21 Prozent.“ 595 Millionen Euro Umsatz (2008 waren es 527 Millionen) will Intersport dieses Geschäftsjahr mit 332 Standorten erwirtschaften. Ein guter Einkaufstag im Dezember war der Montag vor dem Marienfeiertag. Da erzielte der Sporteinzelhandel doppelt so viel Umsatz wie normal. „Wenn das die Krise ist, dann kann sie ruhig noch fünf Jahre dauern“, sagt Christian Mayr vom gleichnamigen Sportartikelgeschäft in Schwertberg über das laufende Geschäftsjahr. Die Kunden haben 2009 fleißig Sportbekleidung und -geräte eingekauft, lediglich das Wintergeschäft hat sich aufgrund der frühlingshaften Temperaturen zögerlich angelassen.

Minusgrade kurbeln Verkaufszahlen an
„Der Sporthandel ist abhängig vom Wetter, nicht von der Krise“, sagt Florian Schönleitner, Marketingleiter der Einkaufsgenossenschaft Sport 2000 mit ­insgesamt 224 Händlern in Österreich. Schlussendlich hatte der Wettergott doch ein Einsehen. Mit dem dritten Advent­wochenende gab es einen regelrechten Temperatursturz. „Es bleibt bitterkalt“, lässt die Wetterstation auf der hohen ­Warte ausrichten. In manchen Tälern werden bis zu minus 14 Grad erwartet. Das freut nicht nur die Skigebiete. Das Weihnachts- und Wintergeschäft ist somit gerettet. Wetter hin oder her. Über eines ist sich der Sporthandel einig: Es gibt keine falsche Jahreszeit, es gibt nur falsche ­Bekleidung.

Für jede Sportart die richtige Bekleidung
Die richtige Bekleidung ist jedenfalls funktionell. Sportler sollten bei der Bekleidung darauf achten, dass eine gute Kombinationsfähigkeit gegeben ist. Die Kleidungsstücke sollten untereinander austauschbar sein. Die beste Lösung für eine funktionale Sportbekleidung ist die Multisportserie, die im guten Fachhandel zu erwerben ist. Die Nanotechnologie spielt hierbei immer mehr eine Rolle, da sie die Sportbekleidung unempfindlich gegen Schmutz und Grasflecken macht und außerdem Wasser absorbierend ist. Wichtig sind auch Faktoren wie Elastizität und der Schutz vor übermäßiger Kälte und Sonneneinstrahlung. Der Feuchtigkeitstransport muss von innen nach außen erfolgen, um ein Unterkühlen des Körpers zu verhindern. Und last, but not least sind ­Sicherheitsreflektoren an der Kleidung vor allem in der dunklen Jahreszeit von Bedeutung.

Sanfte Bewegung steht an erster Stelle
Immer mehr Menschen drängt es hinaus in die Natur, um sich körperlich zu ertüchtigen. Ob Nordic Walken, Laufen, Klettern oder Radfahren, Bewegung in der frischen Luft findet immer mehr Anhänger. „Der Trend geht weg vom extremen Heldentum hin zu sanfteren Trainingseinheiten. Einfach zu Sportarten, die die Familien gemeinsam ausüben können“, zeichnet Hervis-Chef Eichblatt den Trend für das kommende Jahr. Wer trotzdem indoor sporteln möchte, Fitnesstempel jedoch meidet, der ist im Sportfachhandel gut beraten. Dort werden Crosstrainer, Ergometer, Laufbänder oder Vibrationsplatten von Power Plate oder anderen Anbietern offeriert. Ein weiterer Fixstarter für 2010 ist das Hybrid- beziehungsweise Elektrofahrrad. Die Anschaffungskosten: rund 1.000 Euro. Es fährt bis zu 30 Stundenkilometer und ist auf allen Radwegen zugelassen. Der Akku kann zuhause aufgeladen werden. Der Sporthandel erwartet sich hier einen wahren Boom. Wer weniger ausgeben möchte, der ist mit Slackline gut beraten. Darunter versteht man, die Balance auf einem Gummiband zu halten, das entweder zwischen Bäumen oder – für Mutige – über tiefe Schluchten gespannt wird. Das leichte Gummiband mit einer Länge von 10 bis 25 Metern ist schon ab 50 Euro zu haben und passt problemlos in jeden Rucksack.

Fußball-WM als Publikumsmagnet
„Gesundheit, Wellness und viel Bewegung in der Natur sind ­Megatrends, die anhaltend langfristiges Wachs­tum für den Sporthandel generieren“, ist sich Gerhard Schwab, Geschäftsführer von Sport 2000 sicher. Aber auch Großereignisse wie die Fußball-WM in Südafrika würden das Ihre dazu beitragen, dass der Sporthandel weiterhin optimistisch bleibt. Der momentane WM-Verkaufsschlager ist der offizielle Spielball der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft von adidas und heißt „Jabulani“. Der Name entstammt der Bantu­sprache Zulu, einer der elf offiziellen Sprachen der Republik Südafrika, die von fast 25 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. „Jabulani“ bedeutet wörtlich übersetzt „feiern“ oder „zelebrieren“. Wie es aussieht, wird der Sporthandel auch 2010 ein umsatzstarkes Jahr feiern.

Gabriela Schnabel

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